Take me home, country roads…

Hier bin ich also wieder, am Frankfurter Flughafen, wo alles vor 10 Monaten begann. Wisst ihr, im Flugzeug von Birmingham nach Frankfurt hatte ich bereits einen groben Plan für die Einleitung dieses Eintrags erstellt und mein nächster Satz hätte beinhaltet, dass ich genau wie im August letzten Jahres gehetzt einen kleinen Eintrag schreibe, schon in der Schlange zum Boarding für den Anschlussflug. Das wäre sicherlich auch richtig gewesen, hätte mein erster Flug nicht ungefähr 2 Stunden Verspätung gehabt, wovon meine ohnehin schon knappe Umsteigezeit von einer Stunde in Frankfurt natürlich aufgebraucht wurde und ich daher meinen nächsten Flug verpasste. Und könnt ihr euch meine Freude vorstellen, als durchgesagt wurde, dass ich auf das nächste Flugzeug nach Leipzig bis 22:05 Uhr warten müsse. 22:05 Uhr! Dazu sollte ich eventuell erwähnen, dass ich planmäßig bereits kurz vor 6 angekommen wäre und meine Familie daher auch schon am Leipziger Flughafen wartete, als ich gerade erst in Frankfurt angekommen war. Das bedeutete 4 Stunden Wartezeit für mich. Ich hätte echt weinen können und war einige Minuten lang wirklich wütend, doch mittlerweile, einige Stunden und ein langes Skypegespräch mit Carolina später, versuche ich, es mit Humor zu nehmen.

In der Zwischenzeit habe ich mir ein Abendessen mithilfe des 10-Euro-Gutscheins, den ich als Entschädigung von Lufthansa erhalten habe, besorgt (Burrito und eine Flasche Wasser, konnte nichts anderes finden; der Burrito hat definitv nicht so gut wie die englischen geschmeckt!) und eine lange Zeit mit Carolina geskypt, was mir die Wartezeit gut vertrieb. Nachdem ich nun zum dritten Mal am heutigen Tag durch den Security Check bin, sitze ich jetzt hier am Gate und warte auf das Boarding. 

Was euch aber wahrscheinlich mehr interessiert als meine Nörgelei, ist mein Abschied von meiner Gastfamilie am heutigen Morgen. Auch heute fühlte es sich nicht an, als würde ich England wirklich verlassen, daher gab es glücklicherweise (abgesehen von einem kleinen Traueranfall im Flugzeug) keine Tränen. Wie in meinem gestrigen Eintrag erwähnt, hatten wir ja diese wirklich hübschen Fotos im Pub gemacht und da meine Gastfamilie ein ganzes Regal mit eingerahmten Bildern von und mit anderen Schülern hat, dachte ich, ich organisiere ebenfalls einen Bilderrahmen. Diesen hatte ich bereits am Mittwoch gekauft, doch das passende Foto fehlte mir noch bis gestern, daher machte ich mich heute, nachdem ich kurz vor 7 aufgewacht war, ganz klammheimlich auf den Weg zu ASDA (ein Hurrah auf ASDA, welches schon um 7 öffnet!) und druckte die entsprechenden Bilder aus.

Mein Plan ging auf – keiner schien meine Abwesenheit bemerkt zu haben, also schlich ich wieder in mein Zimmer, wo ich das Bild zuschnitt und in den Rahmen einsetzte, weitere ausgedruckte Bilder für einen winzigen Tischfotokalender aufklebte und meine selbstgebastelte Karte schrieb. Es war fast um 9 bis ich damit fertig geworden war, nun wollte ich noch schnell mein Zimmer staubsaugen und zumindest die Regale auswischen, wodurch mir am Ende kaum noch 15 Minuten blieben, um meiner Gastfamilie meine Geschenke (Bilderrahmen, Kalender, Karte und ein kleines Schildchen mit einem Spruch über Tee, da meine beide Gasteltern und mein Gastbruder den über alles lieben) zu überreichen. Sie schienen sich zu freuen und auch für mich gab es ein Geschenk, welches ich allerdings erst zu Hause öffnen darf, wie mif gesagt wurde.

Punkt 10 Uhr, wie zuvor vereinbart, stand unser Area-Coordinator Karon vor der Haustür, wodurch keine Zeit für lange Verabschiedungen blieb – jeder wurde einmal umarmt (abgesehen von Thea, wir winkten nur 😂) und schon saß ich in Karons Auto. Wie gesagt, wirklich traurig war ich in diesem Augenblick nicht (ist aber auch besser so!) und selbst wenn es mir jetzt langsam dämmert, ich weiß ja, dass ich gern zurückkommen würde, denn wie man so sagt: “Abschied ist nur schön, wenn es ein Wiedersehen gibt”(oder so).

Karon war auf der Fahrt überraschend gesprächig und lenkte mich dadurch sehr effektiv ab, es war außerdem recht interessant, einmal ihre Sichtweise auf Into und das ganze Programm als Area-Coordinator zu hören. 

Trotz meines sehr spontanen Pakets am gestrigen Abend wog mein Koffer 24,5kg, womit ich 1,5kg Übergewicht hatte, doch glücklicherweise ließ man mir dies ungestraft durchgehen. Ich bin nur froh, dass man mein Handgepäck nicht gewogen hat, das ist nämlich enorm schwer (was meine Schultern nun auch lautstark bejahen, nachdem sie das Teil praktisch den ganzen Tag durch die Gegend geschleppt haben).

Im Übrigen habe ich mich während meines allerersten Fluges ohne jegliche Begleitung, was ich irgendwie zuvor als sehr reizvoll empfand, mehr wie ein Packesel, der unter seinem Gewicht fast zusammenbricht, als wie eine elegante, selbstständige Businesslady gefühlt (wie meine Mum vorgeschlagen hatte). Insbesondere, weil ich für jeden einzelnen der drei Security-Check erneut meinen gut verpackten Laptop von ganz unten aus meinem Handgepäck hervorwirschen musste, nur um ihn dann kurz darauf ebenso gewaltsam wieder hineinzuquetschen 😀.

Nun ist es tatsächlich fast Zeit für’s Boarding, fingers crossed, dass dieser Flug zumindest pünktlich ist! Freue mich jetzt wirklich auf meine Familie!

 

 

Tell the world I’m coming!

Heya,

es ist bereitskurz vor Mitternacht und ich möchte morgen nicht allzu spät aufstehen, also werde ich mich diesmal tatsächlich kurzhalten! Heute, der 9. Juni, ist mein letzter Schultag und ganzer Tag in England gewesen.

In der Schule gab es etliche Verabschiedungen, die ersten von Mr Pearson, meinem Tutor, und meiner Tutor Group, mit einer (sehr kurzfristig) organisierten Karte, welche von mir mit einer ebenso kurzfristig verfassten “Thank You”-Karte beantwortet wurde (die übergab ich allerdings erst, als alle anderen Schüler schon gegangen waren, alles andere wäre zu peinlich gewesen 😅). Es folgte mein allerletzter Assembly (über Choices und Opportunities und all das übliche Taram) und anschließend Mathe in Period 1 – ein letztes Mal mit meiner Banknachbarin Amy über Differentiation und vieles Anderes diskutieren -, woraufhin ich meine zweite Karte, adressiert an meine beiden Mathelehrer, da deren Unterstützungen und Motivation wirklich großartig gewesen ist, überreichte, erneut ganz am Ende der Stunde, als eine jüngere Klasse schon darauf wartete, einzutreten.

In P2, Media, tauschten Elita, Louise und ich uns darüber aus, dass es sich wirklich merkwürdig anfühlt, dass dies mein letzter Tag sein sollte. Elita meinte darum einfach, als sie mich später am Ende der Mittagspause umarmte, “See you Monday” 😀. Abgesehen davon, da der Batmanfilm, den wir hatten schauen wollen, dank Probleme mit den Lautsprechern nicht wirklich zu verstehen war, geschah in der Stunde nicht viel. Sehr überraschend und sehr liebenswürdig fand ich es aber, dass selbst Mr Mieszkan, der Lehrer, den ich immer am wenigsten leiden konnte, mich sehr freundlich verabschiedete (nicht allerdings, bevor er mir einige der gefürchteten Fragen wie, “Was war das beste an diesem Austausch?”, “Was hast du gelernt?” etc. gestellt hatte, doch ich verzeihe ihm das) uuund mir sogar eine Copy des Buches, welches wir gerade erst für Y13 begonnen hatten, “The Great Gatsby”, schenkte, da ich anmerkte, dass ich es noch nicht beendet hatte, dies allerdins gern in Deutschland nachholen würde. Echt lieb!

Während Break gab ich eine Runde Süßigkeiten für mein Squad aus, wie ich zuvor versprochen hatte und in meiner anschließenden Study beabsichtigte ich, endlich das Ende von Footloose, was ich heute ja unbedingt zu Amy zurückgeben musste, zu schauen und meine restlichen Karten für meine Photography-Lehrer Ms Tarling-Sturt und Mr McCulla (plus Ms Pearn, sie hatte ich allerdings nur einmal aller zwei Wochen), sowie meine Mädels zu schreiben. Ich kam während der letzten Tage wirklich etwas unter Zeitdruck – das Kofferpacken erwies sich als zeitaufwendiger als erwartet, daher war mir das bisher noch nicht gelungen. Doch natürlich, *natürlich* musste es genau heute einen finalen Probefeueralarm geben, und das während P3.

Letztendlich belang es mir, sowohl meine Karten zu schreiben, als auch Footloose zu schauen und nachdem ich mir schnell ein letztes Ham&Cheese-Panini von der Kantine geholt hatte und meine Geschenke eingetütet hatte, eilte ich zum Upper Study Room, wo meine Gruppe normalerweise in den Pausen sitzt, und teilte meine Abschiedsgeschenke aus: Lederarmbänder (man könnte sie wahrscheinlich Freundschaftsarmbänder nennen) für uns alle, eine kleine persönliche Karte und Buenos (immer gut!). Alle schienen sehr angetan zu sein und ich umarmte jedermann nacheinander. Kurz darauf übergaben sie mir dann mein Abschiedsgeschenk – das Scrapbook, welches ich ihnen zum Füllen gegeben hatte – und übertrafen weit meine Erwartungen mit all der Arbeit, die darin geflossen sein musste! Ich hatte kaum Zeit, mir alles in Ruhe anzusehen! Das werde ich dann in Deutschland machen! Draußen schossen wir nun noch ein paar letzte Gruppenfotos (und ließen einige machen).

 

Grace und Jana hatten in P5 leider Unterricht, also umarmte ich beide noch einmal, bevor Amy, Laura und ich uns registrierten (erneut, ein letztes Mal) und dann die Schule hinter uns ließen (eines der wenigen Male, dass ich das getan habe) und zu einem naheliegenden Park schlenderten, wo wir, ganz die verantwortungsbewussten Vorbilder, die Sixth Former nun einmal sind, wild schaukelten und den Round-About (kp, wie das auf Deutsch heißt) okkupierten. Erneut, einige letzte Fotos, eine Gruppenumarmung, Verabschiedungen und schon stürmte ich die Straße hinunter, um meinen zeitigeren Bus bekommen zu können. 

Wenn es eine Sache gibt, die ich über diesen gesamten Tag sagen kann, dann ist es, dass es sich einfach nicht wie mein letzter Tag anfühlt. Ja, ich verabschiede mich und packe meinen Koffer, doch so richtig eingesunken ist es einfach noch nicht. 

Zuhause angekommen ging es erneut hektisch ans Kofferpacken und, da ich deutlich Übergewicht hatte (23kg sind aber auch wirklich gar nichts!), an die Zusammenstellung eines Pakets, welches Duncan und ich anschließend zum Co-op fuhren. In einigen Tagen dürfte das dann auch ankommen. Und glaubt mir, das ganze Hin- und Herpacken zwischen Koffer, Handgepäck und Paket war wirklich eine einzige Qual, ich bin nur froh, dass meine Gastfamilie am vorherigen Wochenende extra eine Handwaage gekauft hatte, sonst wäre dies ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

 

Der perfekte Abschluss des Abends war die Idee, ein finales Mal zum lokalen Hatherley-Pub (ja, britischer geht’s kaum) zu gehen. Anfangs waren es nur Denise, Kiera und ich, doch schon bald kamen Thea und Duncan hinzu und sogar Damon war mit von der Partie, als er von der Arbeit kam. Unsere Gesprächsthemen waren weit gefächert, doch vor allem Politik schien immer wieder aufzutauchen, da ich sehr daran interessiert war, ihre Meinungen zu den General Elections vom Vortag zu hören. Damon und ich redeten außerdem über Wonder Woman (davon werde ich noch berichten!), ein echt guter Superhero-Film, meiner Meinung nach, und Fußball (er möchte doch tatsächlich Liverpool gegen Leipzig in der Champions League sehen). Außerdem bat ich um einige letzte Fotos, da nun schon einmal die gesamte Familie versammelt war, wovon einige echt gut wurden.

Gegen 11pm kehrten wir dann nach Hause zurück, wo wir uns alle sehr bald zu Bett begaben bzw. ich nun hier sitze und diesen Eintrag schreibe 😀.

Gute Nacht, England, ein letztes Mal!

PS: Fotos folgen sobald ich in De angekommen bin, da ich die auf dem Handy schlecht hochladen kann.

Let’s go to the beach, each, let’s go get away!

Hello Hello!

Dies sind nun also meinen letzten  zwei Wochen hier in England (auch wenn es sich im Moment noch überhaupt nicht danach anfühlt), bestehend aus einer Woche Half Term Ferien und einer letzten Woche Schule. Im Moment befinde ich mich in jener Ferienwoche und natürlich versuche ich, diese so effektiv wie möglich zu nutzen.

Was habe ich also bisher unternommen und was nehme ich diese Woche noch in Angriff nehmen?

Nachdem ich in den letzten zwei Wochen den Großteil meiner Exams geschrieben habe (darum werde ich sicher noch in einem separaten Eintrag berichten), gibt es für mich nun kaum noch etwas zu tun, da nach den Ferien nur noch eine einzige Prüfung in Mathe ansteht – zugegebenermaßen das schwierigste der drei Maths Exams, doch ich bin optimistisch. Mein vorletztes Wochenende konnte ich darum vollends entspannt mit meiner Gastfamilie verbringen: am Samstag waren Kiera, Duncan und ich im Kino, um den neuen Pirates of the Caribbean-Teil (in IMAX!) zu sehen und am Sonntag ging es, namensgebend für diesen Eintrag, auf nach Weston-super-Mare, ein hübscher Ferienort und der nächste Strand von uns aus.

Um so viel Zeit wie möglich in Weston zu haben, wurde festgelegt, schon 6 Uhr aufzustehen, um eine Stunde später abfahrtbereit zu sein. Tatsächlich klappte das bei mir überraschend gut, doch natürlich, wie zu erwarten, bei fünf Leuten (Damon konnte uns leider nicht begleiten, da er arbeiten musste), kam es trotzdem zu Verspätung und letztendlich saßen wir alle um 8 statt 7 Uhr im Auto, doch das störte kaum. Während es bei unserer Ankunft noch ziemlich grau und bewölkt ausschaute, begann schon bald, die Sonne zu scheinen und wir (in Pullis und mit Regenjacken ausgestattet), stellten schon bald fest, dass es statt des vom Wetterbericht versprochenen Regens, ein sehr sonniger und warmer Tag werden sollte – tatsächlich bekamen wir alle einen milden Sonnenbrand im Nacken und auf den Wangen!

Zuallererst einmal wurde dann bei Wetherspoon ordentlich gefrühstückt mit einem – wie könnte es anders sein – leckeren English Breakfast: Toast, Sausage, Bacon, Fried Egg, Hash Browns und Baked Beans (welcher ich mich allerdings direkt entledigte – Thea hat sich sicher über die doppelte Portion gefreut :D).

Wetherspoon in Weston-super-Mare!

Anschließend wanderten wir alle gemeinsam einige Zeit durch das Stadtzentrum und stöberten durch ein, zwei Shops, darunter ein Telefonanbieter (da Denises Handy vor einigen Tagen plötzlich den Geist aufgegeben hat und sie nun natürlich so schnell wie möglich einen Ersatz sucht, auch wenn sie meint, dass man sich nach einiger Zeit tatsächlich gut daran gewöhnt) und ein Tätowierer, (Kiera und Denise waren so fasziniert von den verschiedenen Tattoodesigns, darum sind wir eingetreten) wo ein junger Mann (den Thea lustigerweise vom College kennt) uns dann direkt einen Rabatt aufschwatzen wollte.

Schließlich treten Kiera, Thea und ich uns von Denise und Duncan und gingen dann prinzipiell auf Süßigkeitenjagd, wobei ich mich zurückhielt und nur einem Cadbury McFlurry nicht widerstehen konnte. Da Weston eine sehr von Tourismus geprägte Stadt ist, gibt es am Strand verschiedene kleine Rummelplätze sowie einen Vergnügungspier, wohin wir uns anschließend begaben. Ich bin ja nun wirklich kein großer Achterbahnfan und bei einigen der Attraktionen hätte ich mich wahrscheinlich geweigert, doch die “Crazy Mouse”, die wir gemeinsam fuhren, war wahrlich nicht schlimm, auch wenn ich doch sehr überrascht war, als wir plötzlich begannen, uns um uns selbst zu drehen. Da man für die Achterbahn mit speziellen Marken bezahlen musste und mir am Ende noch eine solche übrig blieb, habe ich jetzt sogar ein kleines, hübsches Andenken (welches im Übrigen hart erkämpft werden musste, da mir eine der Marken beim Umtausch aus der Hand rutschte und unter das Bodengitter fiel, glücklicherweise konnten wir sie jedoch mit einiger leicht schmerzhafter Fummelei wieder herausfischen ^.^).

The Grand Pier!

Eine zweite Heldentat verbrachte ich, als wir, um den Grand Pier betreten zu können, jeweils einen Pfund Eintritt zahlen mussten und ich Blindfisch erst einmal meinen 20-Pfund-Schein in Ein-Pfund-Münzen umtauschen ließ, bevor mir auffiel, dass ich noch eine weitere Münze in meinem Portemonnaie gehabt hatte :D. Auf dem Pier folgten dann viele weitere Attraktionen wie ein Spiegellabyrinth, Autoscooter und ein kleiner Freifallturm – alles in allem sehr amüsant, jedoch summieren sich die Beträge schnell, sodass das zu einer sehr teuren Angelegenheit werden kann. Zwischendurch gab es ein weiteres Eis für Thea und Kiera auf dem Außenbereich das Piers, wo wir dann auch per Lotse durch’s Telefon eine winkende Denise am Ufer ausmachen konnten.

Wir schlossen unseren Tag ab, wo wir ihn begonnen hatten: bei Wetherspoons, diesmal allerdings im Biergarten, wo wir Hotdogs zum Abendbrot aßen und dem Unterhaltungsprogramm des Hotels nebenan lauschten, einem Sänger, der während wir uns dort befanden, gerade seine “Elvis-Hour” hatte. Natürlich musste der Wetterbericht am Ende doch noch recht behalten und so begann es, leicht zu regnen, gerade als wir unser Essen erhielten, doch glücklicherweise wurde kurz darauf ein Tisch unter einem Schirm frei.

Und, aller guten Dinge sind drei (in Theas und Kieras Fall, in meinem zwei), denn an einer Minigolfanlage wurde Softeis in verschiedenen Sorten (was ich zuvor noch nie in England gesehen habe) verkauft, weswegen ich natürlich zuschlagen musste, ebenso wie Kiera, Thea und Duncan. Zuletzt kaufte Denise noch eine Handvoll der traditionell englischen Sticks of Rock und ließ jeden von uns eine Sorte aussuchen – ich hatte diese ja noch nie probiert und entschied mich einfach für Rosy Apple -, welche prinzipiell einfach purer Zucker sind und zwischen den Zähnen kleben bleiben, dennoch kann man ihnen einen gewissen Reiz nicht absprechen.

Und somit endete unser wirklich schöner Ausflug zur englischen Küste and they lived happily ever after :P!

Was diese Woche nun noch für mich ansteht, sind ein Tag mit meinem Squad am Dienstag, London mit Birdy am Donnerstag, ein Treffen mit Amy am Freitag plus ein letzter Trip nach Gloucester, um einige Besorgungen anzustellen. Ich berichte später!

One last time!

Heya,

nach meinem Photography Exam am Freitag war es dann Zeit, mich von Carolina zu verabschieden, da sie am 13. Mai nach Deutschland zurückkehren würde. Ein letztes Mal wollten wir uns darum in Gloucester treffen, wohin ich mich direkt nachdem ich mein letztes Foto für mein Photography-Exam fertiggestellt hatte, begab. Leider waren sowohl Anna als auch Susanne verhindert, doch so hatten wir Zeit, bei Cafe Nero eine Tomatensuppe für mich zu bestellen (die Suppe an sich ist eigentlich nichts Besonderes, doch das frische, warme Brot mit Butter, welches dazu serviert wird – lecker, lecker! Jene Beilage ist der Grund, weshalb Carolina und ich die Suppen dort lieben und weil sie bald außer Reichweite besagter Leckerei sein würde, teilte ich mein Brot mit ihr – und glaubt mir, ihr habt selten jemanden gesehen, der so angetan von einer Scheibe Brot war :). Während ich mir meine Suppe munden ließ, machte sich Carolina daran, die kleine Fruchttorte, die sie für ihre Gasteltern Bob und Audrey gekauft hatte, mit der Aufschrift “I will miss you” und einem nur mit sehr viel Fantasie erkennbaren Herz, zu verzieren. Dieses Unterfangen stellte sich als deutlich mühsamer als erwartet heraus, da der Zuckerguss einfach nicht haften bleiben wollte, doch schließlich war es vollbracht und Carolina recht zufrieden mit sich selbst, würde ich sagen.

Dieses Foto stammt von einem anderen Tag, doch dies ist die besagte Tomatensuppe,
Ladies and Gentlemen!
(doch vor allem: die besagte Brotbeilage!)

Anschließend wanderten wir einfach noch eine Weile durch einige Geschäfte in Gloucester und machten uns erneut über die Sausage-Plüschtiere lustig (sie fand meinen Haifisch übrigens absolut grandios!), bevor wir an einem Obst- und Gemüsestand unser Glück mit einigen Aprikosen versuchten, wovon allerdings nur ein oder zwei tatsächlich reif waren. Da Carolina an ihrem letzten Abend natürlich gern mit ihrer Gastfamilie essen wollte, mussten wir uns nun auch schon bald auf den Heimweg machen. Diesen Abschied empfand ich als den bisher traurigsten und irgendwie hatte ich das merkwürdige Gefühl, dass mit Carolinas Abflug, auch meiner plötzlich sehr viel näher rückte. Ich glaube, ich habe es zuvor bereits beim Abschied von Britta erwähnt: diese beiden, doch insbesondere Carolina, da sie die gesamte Zeit über mit mir hier war, waren einfach elementare Bestandteile meines Jahres und nun, da beide nach Hause zurückgekehrt sind, habe ich das Gefühl, dass es alles langsam zu einem Ende kommt. Für mich verbleibt nun kaum noch ein Monat und mit all den Prüfungen wird dieser sicher sehr viel schneller vergehen, als gedacht.

Nun lasst uns aber mal nicht rührselig werden, schließlich hat alles irgendwann ein Ende (nur die Wurst hat zwei, oder so…) und jedes Ende ist ein neuer Anfang (ich freue mich ja auch schon wieder richtig auf Deutschland!). So, genug philosophische Lebensweisheiten für heute.

Noch eine andere Sache, und zwar habe ich dieses Jahr tatsächlich (ja, Schande über mich) den Eurovision Song Contest am Samstag geschaut! Der englische Moderator, Graham Norton, hat eine wunderbar sarkastische Haltung gegenüber der ganzen Prozedur (he was taking the mickey out of it, wie man hier sagen würde), ebenso wie meine Gastfamilie und daher war es ein wahrlich erheiternder Abend. Glaubt mir, dies ist der einzige Weg, Gefallen an tanzenden Gorillas (wir waren so angetan, Denise stieg an einer Stelle sogar in die hochkomplizierte Choreografie ein!), Jodelei und einem merkwürdigen Typen in übergroßer Anzugjacke, der eine Ballade über weiß Gott was vor sich hin nuschelt, finden zu können. Insbesondere, wenn besagter Anzugträger den Wettbewerb am Ende gewinnt. Sehr emotional wurden Damon und ich dann auch, als es an die Punktevergabe ging. Ich meine, für Deutschland gab es ja (wieder einmal) nicht allzu viel zu bejubeln (worüber Bird und ich uns zeitgleich auch empört über WhatsApp austauschten), doch Damon riss es dann direkt vom Sofa, als Australien Großbritannien 12 Punkte gab.

Und weil’s so schön war, werden Bird und ich Eurovision nächstes Jahr zusammen schauen.

Papa-paparazzi!

Hello from the other side!

Die ersten meiner Examen habe ich jetzt bereits gemeistert (obwohl der Großteil – 3×Mathe, 2×English Lit, 1×Media – noch vor mir liegt) und darum dachte ich, ich erstatte einmal Bericht.

Wie ich in meinem vorherigen Eintrag erwähnt hatte, war die letzte Woche wegen meiner Deadlines für den praktischen Teil von Media (also mein Music Video, das dazugehörige Storyboard und ein abschließender Bericht) recht stressig, doch letztendlich gelang es mir mit Überstunden in der Schule (kann mich dorf einfach viel besser konzentrieren als zu Hause, plus habe Zugang zu der nötigen Bearbeitungssoftware wie Adobe Premiere Pro und Photoshop), dem Ausnutzen meiner Studies und Sausenlassen meiner Irish-Step-Beginnerklasse in der Woche und natürlich dem Arbeiten bis in die Nacht hinein, alles bis Donnerstag, den 3. Mai,( bzw. das Storyboard für Montag) fertigzustellen.  Denise konnte es übrigens kaum glauben, als ich ihr von der Inkompetenz unseres Praxis-Lehrers erzählt habe und hat sogar angeboten, sich bei der Chosen deshalb zu beschweren (was mir aber aus irgendeinem Grund dann auch wieder leid tut. So als Person finde ich ihn ja echt nett, doch als Lehrer taugt er halt nichts…).

Verkompliziert wurde die Angelegenheit von meinen IGCSE (International GCSE, also ein international anerkannter Abschluss für Englischlerner auf 10. Klasse-Niveau) Listening Exam am Freitag Nachmittag. Da dieses während der ersten Viertelstunde unserer Mittagspause begann (was ich der Person, die diese Zeiten festgelegt hat, noch immer sehr übel nehme!), hatte ich keine Zeit, etwas in der Kantine zu kaufen, doch glücklicherweise konnte Carolina ihren Apfel entbehren. Um die Situation kurz zu erläutern: ich hatte den gesamten Tag (auch die Frühstückspause) krampfhaft damit verbraucht, die Bilder für mein Storyboard zu zeichnen, daher hatte ich zu dem Zeitpunkt seir Stunden nichts mehr gegessen und mampfte flott den ergatterten Apfel. Zusammen mit zwei jüngeren Schülern dürften wir 4 Austauschschüler (Carolina, Anna und Susanne) dann in der Aula Platz nehmen, wo uns die 50ig-minütige Höraufgabe vorgespielt wurde. Ich wollte eigentlich einfach nur so schnell wie möglich fertig werden, um weiter an meinem Storyboard arbeiten zu können, doch da man jedes Gespräch zweimal mit großzügigen Pausen zwischendrin anhören darf, schlich die Zeit nur so. Abgesehen davon, wie auch schon im Mock, war es wirklich nicht schwierig, dem Gesagten zu folgen, ich hatte aber sehr gegen den Drang anzukämpfen, vor Langeweile die Ränder zu bemalen bzw. wurde zwischendrin wirklich schläfrig. Hoffentlich haben sich deshalb keine Faselfehler eingeschlichen…

Wie dem auch sei, am folgenden Wochenende hatten wir ein erneutes Treffen mit unserem Area-Rep Karon (und Carolina hatte sich schon gefreut, weil sie dachte, es würde kein weiteres Treffen vor ihrem Abflug am 13. Mai geben 😈), welches sich irgendwie sehr peinlich und unangenehm gestaltete, da wir mehrere Minuten in absoluter Stille um unseren üblichen Tisch im Railway Hotel herum saßen und Karon die Versammlung einfach nicht auflösen wollte. Und als dann schließlich eine kleine Diskussion zum Thema Schuluniform zustandekam, gelang es mir doch direkt, Anna zu verstimmen, weil ich mein Gefallen für unsere Uniform ausdrückte und, philosophisch wie ich manchmal bin, äußerte: “Clothes don’t define you”. Autsch! Glücklicherweise hatte Karon kurz danach ein Einsehen mit uns und entließ uns, woraufhin Susanne, Carolina und ich verschiedene Besorgungen in Gloucester anstellten, der Hauptteil davon für Carolina, da dies ihr letztes Wochenende in England war. Doch auch für mich besorgten wir eine Feder für meinen finalen, zugegebenermaßen sehr kurzfristen Photoshoot zum Thema “Die 4 Elemente”. Da weder meine Gastfamilie, Chosen, noch meine Freunde eine Feder besaßen, versuchte ich, eine in Gloucester aufzutreiben. Tatsächlich hatte ich auch bereits zähneknirschend für ein Pack vom Bastelladen Hobbycraft bezahlt, als ich zufälligerweise eine echte Feder fand, woraufhin ich (leicht beschämt) meine gekauften Federn zurückbrachte. Nachdem ich mich von Carolina und Susanne verabschiedet hatte, ging es für mich nach Cheltenham, da ich noch dringend ein Geburtstagsgeschenk für Carolinas 16. Geburstag am darauffolgenden Tag (Sonntag, der 7. Mai) brauchte.

Lustigerweise ist es der gleiche Tag, an dem meine Gastschwester Thea ihren 18. Geburtstag hatte (und etwas unglücklich in der Hinsicht, dass ich darum leider nicht mit Carolina feiern konnte), doch für jene hatte ich bereits ein PS4-Spiel organisiert. Da ich wirklich keinen guten Einfall hatte, was ich Carolina besorgen konnte (ursprünglich hatte ich ihr ja versprochen, ihr einen dieser Geburtstagsballons für die Schule zu kaufen, weil sie das absolut peinlich gefunden hätte, doch dann fiel ihr Geburtstag ja leider auf einen Sonntag und dann funktioniert der Gag nicht), kaufte ich letztendlich mehrere kleine Sachen. Gepunktete Socken (da sie eine Vorliebe für solche hat), ein Taylor-Swift-Album und, als kleinen Scherz, eines dieser winzigen, presswurstförmigen Plüschtiere, die ich liebevoll als “Sausages” bezeichne und über die wir uns aufgrund ihrer Hässlichkeit oft gemeinsam lustig machten. Eine niedliche Geburtstagskarte mit Elsa und Anna von “Frozen” mit der Aufschrift “Soulsisters” (wir hatten oft daruber gescherzt, “Soulmates” zu sein, da wir beide, im Gegensatz zu Britta, bestimmte Dinge (wie Opern und klassische Musik) nicht mochten bzw. noch nicht hatten (Boyfriends :D) hatte ich bereits Wochen zuvor gekauft gehabt.

Am gleichen Tag gingen wir außerdem aus zum Essen (Toby Carvery, wo man prinzipiell nur Sunday Lunch essen kann, yuuummy!), so für Theas letzte Mahlzeit als 17-Jährige. War natürlich wieder mal sehr lecker (obwohl das Sunday Lunch meiner Gastfamilie immer noch einen Tick besser ist!) und anschließend gab es für uns Kinder (Damon, Thea, Kiera, mich) auch noch ein fettes Dessert. Wir saßen nach dem Essen noch einige Zeit an der Bar und machten dort auch einige Fotos. (Werde sie zeitnah nachtragen!)

Am Sonntag übergab ich Thea direkt am Morgen mein Geschenk (hoffentlich gefällt es ihr!), doch anschließend sollte es noch bis nachmittags dauern, bis weitere Geburtstagsfeierlichkeiten folgten (in der Zwischenzeit führte ich meinen Feder-Photoshoot mit Kiera durch). Das war der Zeitraum, in dem Thea schließlich endlich ihre Geschenke von Denise und Duncan öffnen dürfte – eines davon Alexa, der/die/das Amazon Echo. Und damit begann der Spaß: wie ihr euch sicher vorstellen könnt, verbrachten wir natürlich die nächsten Minuten damit, verschiedene sinnfreie Fragen zu stellen (ich half etwas nach und nutzte Google als Inspirationsquelle). Als Theas Lieblingsbefehl stellte sich schnell “Alexa, sing a song” heraus, denn dann stimmt diese eine blecherne Version von Auld Lang Syne (erinnert sich noch jemand, wann ich dieses Volkslied schon einmal erwähnt hatte ;)?)  an, was zugegebenermaßen ziemlich lustig ist, doch uns allen beim gefühlt zwanzigsten Mal schon leicht auf die Nerven zu gehen begann. Die deutsche Synchronisation hat leider noch kein Lied im Repertoire, wie Mum und Arne vermeldeten, nachdem ich von der lieblichen Singstimme der englischen Alexa geschwärmt hatte 😂, doch falls es eins gäbe, ich würde stark auf “Alle meine Entchen”tippen.  Kurz darauf trafen dann auch schon Grandma and Granddad ein, woraufhin wir sangen, Thea die Kerzen auf der Geburstagstore ausbließ und jedem von uns ein (sehr schmales da Abendessen) Stück Kuchen zuteilwurde. Dieses Mal habe ich mich sehr viel wohler gefühlt als z.B. zu Weihnachten, da nicht die gesamte Verwandschaft, sondern nur die Großeltern anwesend waren, mit welchen ich auch ein wenig plauderte. Nach dem Abendessen wurde traditionsgemaess naturlich noch “Doctor Who” geschaut (ich finde die neuen Folgen echt klasse, gefallen mir verglichen mit der ersten und zweiten Staffel deutlich besser, und es gibt eh nichts Besseres, als gemeinsam mit begeisterten Fans zu schauen, mit denen man hinterher wild spekulieren und diskutieren kann).

Die folgende Woche verlief praktisch fast genauso wie die erste, nur, dass es jetzt Photography war, wofür ich Überstunden einlegte, da ich durch den unerwarteten Stress mit Media ziemlich genau eine Woche verloren hatte und darum nun auch hier unter Zeitdruck geriet, da mein Examen am Donnerstag und Freitag stattfinden würde. Erneut stand ein IGCSE-Exam an, Reading and Writing am Mittwoch, das wichtigste und  der vergleichsweise schwierigste der drei Teile. Und erneut hatte ich absolut keine Zeit, mich darauf vorzubereiten (was ich eventuell sogar tatsächlich getan hätte, in diesem Fall) und erst recht nicht, mir darüber Gedanken zu machen (das ist das einzig wirklich Positive an der ganzen Sache: für all meine bisherigen Exams war ich absolut ruhig und gelassen, hoffentlich hält das an).

An jenem Mittwoch arbeitete ich also intensiv an den abschließenden Verfeinerungen meines Photography-Projektes (eine sehr schmeichelhafte Art, das auszudrücken: ich versuchte krampfhaft, die letzten Erläuterungen zu meinen Edits zu verfassen, was gar nicht so einfach ist wie es klingt, da wir detailierte Gründe für unsere Entscheidungen angeben müssen und dabei nicht die drei Tabuwörter verwenden dürfen (“nice”, “random” und “inspiring”). Mein Lehrer für die Media Praxis (ich sage ja, er ist echt nett) erlaubte mir glücklicherweise, seine Stunde zu nutzen, um zusammen mit Mrs Tarling-Sturt, einer meiner Photography-Lehrerinnen, meine “Final Layouts” zusammenzustellen. Da ihr mit diesem Begriff sicherlich nichts anfangen könnt: gemeint ist, dass jeder Photography-Schüler ans Ende seiner PowerPoint mehrere Gruppen von Fotos stellt, die er oder sie als die besten Bilder des Projektes ansieht und es sind ebenjene “Final Layouts”, mit denen wir in unserem Exam arbeiten. Es war also wirklich wichtig, dass ich mich für meine entschied (es war ja praktisch in letzter Minute) und ich war Mrs Tarling-Sturt wahnsinnig dankbar, dass sie sich fast die gesamte Stunde Zeit nahm, um mit mir die besten Bilder auszuwählen. Generell muss ich sagen, dass sie meine Lieblingslehrerin in Photography und wahrscheinlich auch im Allgemeinen ist, da sie sich tatsächlich Zeit für individuelles, detailreiches Feedback nimmt (in welchem sie z.B. auch einige meiner Rechtschreib- und Grammatikpannen in meinem Projekt ausbügelte 😀)und einfach eine total engagierte Person ist.

Irgendwie fand ich es auch total niedlich, wie meine beiden Lehrer sich dann am Ende unterhielten und mein Media-Teacher schließlich auch meine “Final Layouts” anschauen wollte. Kaum hatte ich ihm diese gezeigt und Photography soweit abgeschlossen, gab es schnell ein Urheberschaftsforumlar bezüglich meines Musikvideos für mich auszufüllen, woraufhin Anna und ich dann auch schon bald zu unserem IGCSE-Exam eilen mussten (wieder in der Mittagspause!), weswegen mein Lehrer mir nur schnell zwischen Tür und Angel mitteilte, dass ich für Musikvideo, Bericht und Storyboard insgesamt ein B erhalten hatte. Es war alles eine ganz schöne Hetzerei, doch um ehrlich zu sein, irgendwie mag ich das Gefühl, vielbeschäftigt und vielgefragt zu sein, sogar. Fühlt sich meiner Meinung nach viel mehr so an, als wäre ich ein richtiger englischer Schüler, als bei den anderen Exchangis, die praktisch nichts zu tun haben und ihre Studies damit verbringen, Filme zu schauen, etc.

Zu meinem Reading and Writing Exam: mir fiel es tatsächlich ziemlich schwer, mich zu konzentrieren, weswegen ich diesmal tatsächlich fast die gesamten 2 Stunden Prüfungszeit ausnutzte. Gefühlsmäßig kann ich echt schlecht einschätzen, wie gut es lief; bei unserem Mock damals hatte ich ein besseres Gefühl, doch ich hoffe sehr, dass es trotzdem für ein A reicht. Nach unserem Exam machte ich mich gemeinsam mit Carolina auf den Weg nach Cheltenham. Da dies ihre letzte Woche in England ist, wollte sie dort gern noch ein letztes Mal etwas Zeit verbringen. Und genau das taten wir: wir wanderten durch Tiger, kauften Chocolate Chip Cookies von Lidl (wie gesagt, one last time fuer sie, daher gonnten wir uns das mal), sassen und plauderten bei Starbucks und assen schliesslich unser Abendbrot bei dem von mir stets angepriesenen mexikanischen Restaurant Papritto’s. Auch wenn es tatsachlich absolut unmoglich ist, einen Burrito auf elegante Art und Weise zu verspeisen, war es wirklich lecker und es war schoen, noch einmal etwas Zeit mit Carolina vor ihrem Abflug zu verbringen.
Nun aber *endlich* zu meinen titelgebenden Exam: Photography. Da ihr euch sicher fragen werdet, wie sich ein Photography-Exam denn zusammensetzt, lasst mich das eben erläutern. Ihr erinnert euch an die “Final Layouts”, die ich zuvor erwähnt hatte? Diese sind ja in Photoshop bearbeitete Fotos; in dem Exam muss man also unter dem wachsamen Auge der Lehrer diese Edits nachstellen (was weniger dramatisch ist, als es klingt, da man in seinem Projekt kleine Screenshots seiner Vorgehensweise unterbringt und diese verwenden darf). Anschließend werden sie ausgedruckt und auf Karton geklebt. Scheint keine große Sache zu sein, stimmt’s? Nuuuuun, glaubt es oder nicht, der letzte Teil ist der, der jedem die Nerven raubt. Da unsere Schuldrucker nur  bis zum A3-Format ausdrucken können, müssen größere Fotos in mehreren Teilen ausgedruckt werden und dann: lasst die Puzzelei beginnen! Wenn man die einzelnen Teile dann endlich mit doppelseitigen Klebeband (bei welchem sich die zweite Seite sich manchmal beim besten Willen nicht abziehen lassen wollte) möglichst genau zusammengekleistert hatte, beginnt die wahre Tortur. Denn nun müssen Karton und Bilder zugeschnitten (ich hasse dieses Monstrum von einem Gerät, das wir dafür verwenden müssen, bei uns zirkuliert schon der Scherz, dank dieses Teils müsse man gar nicht mehr ins Fitnessstudio gehen für ein Workout) und anschließend möglichst gerade aufgeklebt werden. Für jemanden mit zwei linken Händen, der Ecken aus Prinzip immer abrundet, damit man nicht sieht, wie schief und krumm sie ausgeschnitten wurden, ist das natürlich schon eine ziemliche Herausforderung. Mein Photography-Lehrer Mr. McCulla hatte anscheinend auch anderes von mir erwartet hatte, denn als er sah, wie schief (“wonky”) mein erstes Set war, scherzte er, dass da ja nichts mit dem berüchtigtem “German Engineering” wäre, sauber und präzise und so. Nops, nicht mit mir. Ich wusste ja peinlicherweise noch nicht einmal, wie man diese Schneidemaschine bedient, bevor Emily es mir schnell zeigte.
Zu meiner Verteidigung möchte ich aber sagen, dass das der Teil ist, mit dem immer alle zu kämpfen haben. Außerdem hatten die beiden anderen Schüler in meinem Jahrgang, die ihr AS in Photography machen, da sie den Kurs nächstes Jahr nicht belegen werden (und daher auch keine A-Levels machen), definitiv einen Vorteil, da sie außerdem Art-Students sind! Gibt schon einen Grund, weshalb ich nicht Kunst gewählt habe, auch wenn das niemanden zu interessieren scheint (bestes Beispiel: Media, als ich 17 detaillierte Bilder für mein Storyboard zeichnen musste). 😀
Abgesehen von uns drei Y12 AS-Schülern, die 10 Stunden (also zwei komplette Schultage minus Break und Lunch) für ihre Exams zur Verfügung gestellt bekommen, arbeiteten außerdem eine Handvoll von Y13-Schülern an ihren A-Levels. Diesen gab man 15 Stunden Zeit, welche jedoch von niemandem benötigt wurden, weswegen wir an unserem zweiten Tag allein in der Prüfung waren. Das fand ich aber tatsächlich auch deutlich besser so, denn das bedeutete, dass es keine Knappheit und Wartezeiten zur Benutzung der Schneidemaschinen (weil wir darauf ja alle so scharf waren), des Druckers oder anderer Materialien gab. Außerdem konnten sich unsere Photography-Teacher, die abwechselnd als unsere Prüfungsaufsicht agierten, sich so deutlich mehr auf uns konzentrieren und uns hier und da Tipps geben.
In Tutor vor dem Beginn unseres ersten Tages waren Emily (nicht die Emily, mit der ich immer Bus fahre, dies ist eine andere – diejenige, die mich bei Frightmare erschreckt hatte, falls ihr euch erinnert, sie sitzt in Tutor und Photography neben mir) und ich noch ziemlich nervös gewesen, doch dank der absolut entspannten Atmosphäre war dies vergessen, sobald wir den Raum betraten. Ich meine, dies war wahrscheinlich die coolste (im wahrsten Sinne des Wortes) Prüfung, der ich jemals beiwohnen werde. Es war uns erlaubt, miteinander zu plaudern und Fragen jeglicher Art (selbst Fragen in Bezug auf Ästhetik und Bearbeitungstechniken) durften an die Lehrer, welche selbst absolut entspannt waren, gerichtet werden. Am ersten Tag geriet ich etwas unter Druck, weil ich sah, dass Emily und Caitlyn kaum Zeit für die Bearbeitung ihrer Fotos, sondern vielmehr für das Ausdrucken, Zurechtschneiden und Aufkleben ihrer Compositions benötigten, wahrend ich fast die gesamten ersten 3 Stunden aufwendete, um mein erstes Set (die vier Elemente) erneut zu bearbeiten. Glücklicherweise gestalteten sich meine Bilder als sehr viel druckerfreundlicher (mit unserem Drucker musste man prinzipiell immer ein wenig experimentieren, da Helligkeit und Kontrast der Farben schwankten und alles prinzipiell immer ein wenig dunkler ausgedruckt wurde) und so blieb mir fast der gesamte zweite Tag für das Ausdrucken meines zweiten Sets und eines alleinstehenden, separaten Fotos, sowie die gefürchtete Bastelei.

 

Bei der Auswahl der beiden “Final Sets”, die ich in meinem Exam bearbeiten würde, half mir übrigens meine Gastfamilie, denn ich präsentierte Denise, Damon, Duncan und Kiera nacheinander meine vier verschiedenen Sets und ließ sie dann ihre beiden Favoriten wählen. Die Meinungen anderer Befragten (z.B. meiner geschätzten Mum) stimmten damit überein und so wählte ich letztendlich jene Sets aus: (hier in ihrer fertiggestellten, aufgeklebten Form! Gar nicht sooo schief, was meint ihr?):

Sneaky picture!

Für das letzte Einzelbild entschied ich mich, da ich nicht mehr genug für ein komplettes Set, sehr wohl jedoch für ein alleinstehendes Foto hatte und, da es ja jetzt praktisch schon fast ein preisgekröntes Werk ist (da es für die Gloucestershire Young Photographer Ausstellung ausgewählt wurde), dachte ich mir, dieses hier würde sicher eine gute Figur machen!

You don’t have to be rich to be my girl, you don’t have to be cool to rule my world!

Erst einmal einen schönen Feiertag euch allen!

Wollte heute eigentlich nur ein, zwei Gedanken niederschreiben, bevor ich wahrscheinlich in den nächsten Wochen kaum Zeit dafür haben werde, da meine Prüfungen beginnen.

Ich weiß, wir sind erst seit einer Woche zurück in der Schule, doch Hallelujah, jetzt wird es doch langsam ziemlich stressig! Der Grund dafür ist, dass ich ja (als so ziemlich die einzige in Y12) etliche Examen im Mai schreibe. Diese beginnen zwar erst in 2 Wochen wirklich, einige Projekte, wie das für Media und Photography müssen aber schon zeitiger fertiggestellt werden. Mein praktischen Teil für Media z.B. (also mein Musikvideo, sowie das Storyboard und mein Bericht über beides) soll schon diese Woche eingereicht werden, doch da unser Lehrer uns darüber aber nur unzureichend informierte und ich nur dank eines zufällig zustande gekommenen Gesprächs mit dem Lehrer der Parallelklasse  herausfand, dass mir ein Großteil der erforderlichen Informationen für meinen Bericht noch fehlt, saß ich gestern mehrere Stunden an jenem Bericht und muss ihn heute noch fertigstellen.  Auch die Deadline für mein Photography-Projekt “Foundations” rückt näher und mir fehlen noch immer einige Photoshoots, sowie entsprechender Artist-Research (was schon von Anfang an der Teil gewesen ist, an dem ich mich schwer getan habe, denn wir müssen unsere eigenen Bilder immer mit denen von anderen Fotografen vergleichen) und meine beiden Mathelehrer, die uns jede Woche mittwochs ein Past Paper (Exam aus einem vorangegangenen Jahrgang) unter Prüfungsbedingungen schreiben lassen, machen es definitiv nicht besser. An der Stelle möchte ich aber anmerken, dass es in Mathe bei mir im Moment echt gut läuft! In allen drei Modulen, in denen wir unsere Prüfungen schreiben werden, habe ich zuletzt jeweils ein A erhalten, also das ist noch meine kleinste Sorge. In English Literature ist unsere Klasse im Stoff nicht so weit, wie wir sein sollten und darum wird es für mich und Jaz (das einzige andere Mädchen aus meiner Klasse, das das Examen in English Lit schreiben wird) jetzt wahrscheinlich Sonderstunden geben, damit wir rechtzeitig all unsere Gedichte analysiert bekommen.

Die nächsten Prüfungen, die anstehen, sind allerdings erst einmal meine IGCSE English Prüfungen (Listening diese Woche Freitag und “Reading and Writing” nächste Woche Mittwoch), die einzigen Prüfungen, die mir in Deutschland etwas nützen, doch ironischerweise auch die, um die ich mir am wenigsten Gedanken mache. Das Prüfungsniveau der IGCSEs ist wirklich absolut keine Herausforderung, also werde ich mich dafür kaum bis gar nicht vorbereiten.

Jetzt fragt ihr euch natürlich sicher, warum ich mir denn überhaupt so einen Stress mache, schließlich – ich habe es selbst gerade eben gesagt – sind die Prüfungen absolut irrelevant für mich. Zum einen möchte ich trotzdem schon irgendwo versuchen, so gut wie möglich abzuschneiden, zum anderen sind meiner Gastmum meine Prüfungen irgendwie ziemlich wichtig und sie meint, ich soll mir genügend Zeit zum Lernen nehmen und der dritte und entscheidende Grund ist, dass diese Prüfungen meine Art sind, Chosen Hill dafür zu danken, dass ich hier aufgenommen wurde. Denn, wisst ihr, für die Schulen selbst springt bei so einem Schüleraustausch nichts heraus und da kein anderer der Austauschschüler wirklich Prüfungen schreibt, möchte ich zumindest versuchen, ein paar gute Noten einzubringen.

Drückt mir also die Daumen!

Jetzt mal noch etwas anderes; dieser Woche hatten wir jeden einzelnen Tag einen Assembly (joy!) und einer der Gründe dafür war, dass bei uns an der Chosen im Moment die Kampagnen für das Headboy/Headgirl-Team im nächsten Schuljahr laufen. Es sind also unsere Klassenkameraden, die sich auf das Amt bewerben, und darum sind es auch wir, Y12, die das neue Team wählen dürfen. Die Wahlen finden diese Woche statt, doch ich bin noch immer unentschlossen. Ich wünschte nur, ich hätte mehr als eine Stimme!

Was ich aber eigentlich sagen wollte, ist, dass es hier tatsächlich einen kleinen Wahlkampf gibt, mit Reden, Slogans, Stickern und Wahlpostern. Montag und Dienstag präsentierten uns die acht Kandidaten (zwei Jungs und sechs Mädchen – bei den Jungs ist die Wahl recht eindeutig, doch bei den Mädchen… ich denke wirklich, dass jede einzelne von ihnen gut geeignet wäre) ihre Reden und über die Woche tauchten überall im Schulhaus die verrücktesten Wahlposter auf, lässt mich auch eine kleine Kostprobe geben:

Um noch einmal auf die Reden zurückzukommen: ich habe wirklich großen Respekt für all die Kandidaten, so eine Rede vor der ganzen Jahrgangsstufe zu halten – ich hätte mir das niemals getraut! Generell fand ich die meisten Reden allerdings nicht gehaltvoll genug, um wirklich aus der Masse herauszustechen bzw. wenn die Rede passte, wirkte die Präsentationsart sehr gestellt und einstudiert. Ich bin mich daher wirklich absolut nicht sicher, für wen ich wählen werde. Noch dazu kommt ja, dass man diese Leute auch alle persönlich kennt, man aber nicht nach Sympathie, sondern nach Eignung für das Amt wählen soll. Mensch, Mensch, Mensch, das ist schon alles nicht so einfach.

Und ein letztes Thema für den heutigen Beitrag, bevor ich mich wieder meinen Bericht für Media widme: Am Donnerstag, dem 27. April, begann nun ENDLICH die neue Irish-Step-Beginnergruppe! Ich meine, etwas spät für mich, doch better late than never, right ;)? Jenes Training dauert nur 45 Minuten und beginnt 6 pm in einem Jugendcenter, das sich nur 25 Fußminuten von unserem Haus entfernt befindet. Thea und Kiera hatten mir auf Google Maps bereits den Weg dorthin gezeigt, sodass ich keinerlei Schwierigkeiten hatte, es zu finden – ich hatte es an dem Tag nur vollkommen vergessen, da ich (ja, ein wiederkehrendes Problem) so in meinen Media-Bericht vertieft war. Glücklicherweise erinnerte mich Thea just in time, etwa eine halbe Stunde vor 18 Uhr, sodass ich dann sogleich lossprintete und genau pünktlich ankam.

Die erste Stunde war für mich zwar mehr oder weniger unnötig, da ich ja nun bereits seit 6 oder 7 Monaten das Montagstraining besuche und die Grundlagen daher kenne, trotzdem war es hilfreich, um meine Technik zu verbessern und ich werde versuchen, jetzt beide Klassen parallel zu besuchen. Und falls es zu nichts anderem nützt, zumindest hat es mächtig mein Selbstbewusstsein verbessert, da ich in dieser Gruppe nicht der unwissende Newbie, sondern die Person, die weiß wie der Hase läuft, bin xD!

Das war es erst einmal von mir! See ya later!

It’s irresistible!

“It’s irresistible”? Wovon redet sie denn jetzt schon wieder? LONDON natürlich!

Wie bereits mehrere Male zuvor erwähnt, es ist fast schon unheimlich, wie die Zeit verfliegt. Britta ist bereits seit fast einem Monat wieder in Deutschland und für Carolina verbleiben kaum noch zwei Wochen, da sie die Exams nicht mitschreibt. An ihrem vorletzten Wochenende in England wollten darum noch einmal etwas Besonderes unternehmen und planten daher einen Trip nach London. Ursprünglich war auch Birdy (=Hanna, sorry, wenn das zuvor verwirrend war, weil ich beide Begriffe als Synonyme verwendet habe ^.^) eingeladen, doch bei ihr hat sich anderes ergeben, da sie nun endlich ihre Gastfamilie gewechselt hat (toitoi, Bird, fingers crossed!) und so waren es nur Carolina und ich, die am 29. April nach London aufbrachen.

Wie auch schon zuvor gab es nur einen sehr zeitigen Coach (um 5:45 am) oder einen deutlich späteren, der uns aber eine ganze Menge Zeit geraubt hätte, weswegen wir uns erneut für den zeitigeren entschieden. Half past four ging es für mich also am Samstag aus dem Bett, dann wurde flott gefrühstückt (ja, da kann es noch so zeitig sein, ich brauche mein Frühstück!), angezogen, Tickets gecheckt und schon stiefelte ich los. Ich muss ja gestehen, ich bin schon ein kleiner Angsthase und war darum, auch wenn es bereits hell war und die Vögel friedvoll zwitscherten, ein wenig nervös, ganz allein unterwegs zu sein, denn zu Arle Court , meinem Busstopp, musste ich etwa 15 Minuten laufen (das befindet sich in der Nähe von dem GSHQ, diesem Spionagezentrum, falls ihr euch erinnert). Doch mit Imagine Dragons im Ohr ließ sich das ganz gut bewältigen und mein Zustieg (mit meinem Child-Ticket für Kinder bis zu 15 Jahren :D) verlief reibungslos. Merkwürdigerweise war ich morgens trotz kaum mehr als 5 Stunden Schlaf kaum müde gewesen und weil Carolina und ich während der gesamten Fahrt plauderten und dank des NationalExpress-Wifis einige Videos schauen konnten (“Guess-the-song”-Challenge, ich glaube, die Leute um uns herum hätten sich am liebsten die Ohren zugehalten, als wir teilweise begannen, mitzusingen), vergingen die folgenden drei Stunden auch recht flott. Auf die Minute genau um 8:45 Uhr in der Victoria Station angekommen, besorgten wir Carolina erst einmal ihr Frühstück, etwas Porridge von McDonalds und folgten dann unserem Sightseeing-Bus-Stadtplan (dem es reichlich an Detail mangelte), um zu Buckingham Palace und anschließend Hyde Park zu gelangen.

Während unseres geschätzten Orientation Camps hatten wir Hyde Park ja leider (ebenso wie fast jede andere nennenswerte Attraktion in London) nicht besucht, weswegen wir dies nun nachzuholen gedachten. Und ja, nach knapp 2 Stunden, die wir damit verbrachten, durch den Park zu spazieren und einen meiner berüchtigten Photoshoots durchzuführen (dieser nahm ungefähr die Hälfte jener Zeit ein), würde ich sagen, wir haben Hyde Park ausgiebig erkundet. Das Wetter war übrigens insgesamt recht kühl (deswegen lieh Carolina mir ihren Schal, den ich dann auch direkt den ganzen Tag über trug – ihr werdet ihn auch gleich auf einigen Bildern sehen), doch abgesehen davon bewölkt bis teilweise sogar sonnig – optimales Wetter für Stadtbesichtigungen eigentlich.

Zu meiner Verteidigung, es war Carolina, die uns fast den gesamten Park nach der Princess Diana Memorial Fountain durchsuchen ließ, da ist es ja wohl kaum meine Schuld, dass mir beim Anblick jenes Memorials (übrigens wirklich hübsch, schlicht und elegant) mein “Die-4-Elemente”-Photoshoot (immer noch für “Foundations”) in den Sinn kam und ich die Gelegenheit natürlich nicht ungenutzt lassen konnte. Und ebenso wenig kann man mich dafür verantwortlich machen, dass sich gerade kein anderes Model in der Nähe befand und Carolina darum ihre Hände minutenlang in das eiskalte Wasser halten musste – ich meine, was tut man nicht alles für die  Kunst :P! Nein, Quatsch, ich bin Carolina natürlich sehr dankbar, dass sie in dieser Hinsicht (wieder einmal) so viel Geduld mit mir gezeigt hat, denn glaubt mir,  wenn ich einmal beginne Bilder zu machen, kann das eine ganze Weile dauern. Letztendlich kam ich dann sogar auf die glorreiche Idee, nicht nur Hände, sondern auch Füße in den Shoot einzubinden – dafür stellte ich dann aber durchaus meine eigenen zur Verfügung und ließ Carolina die Fotos machen. Mein Handy hatte dummerweise kaum noch Speicherplatz, weswegen wir die meisten Bilder dann mit ihrem schossen – ich bin ihr also gleich doppelt dankbar, weil ich – als professionelle Fotografin – natürlich auch meine Kamera vergessen hatte.

Smile for the camera!

Nachdem Carolina mich buchstäblich von dem Memorial weggezerrt hatte (die ganzen anderen Touristen begannen auch schon, uns leicht verwirrt zu beäugen), wanderten wir Oxford-Street entlang, um nach Souvenirs für unsere Familien und einem Schlüsselanhänger für meine Sammlung zu schauen. Anfänglich dachten wir ja an einen Crepe, doch als wir dann an diesem wirklich gut aussehenden Waffelstand vorbeiliefen, gab es eine kleine Planänderung und wir ließen uns jeder eine Waffle mit Chocolate schmecken.

Die nächste Zeit verbrachten wir damit, durch verschiedene Souvenirshops, Hamleys (weltweit ältester und größter Spielzeugladen, soweit ich weiß) und China Town zu stöbern und doch nichts zu kaufen, bis wir uns dann schließlich (von Schuld wegen der reichhaltigen Waffel geplagt) jeder ein sehr gesundes Mittag mit Obst von Tesco gönnten und gegen halb drei auf den Weg zu Madame Tussauds machten, wofür wir Tickets für die Einlassung im Timeslot von 3:45-4 pm gebucht hatten. Carolina hatte zuvor Recherche betrieben und herausgefunden, dass sich Dunkin Donuts (laut Carolina die besten Donuts überhaupt) ganz in der Nähe befindet (auf der Baker Street, um genau zu sein!). Ich, als frischgebackener BBC-Sherlock-Fan, bestand also darauf, dass wir die Baker Street abliefen (bis zur 221b kamen wir allerdings leider nicht, da sich Dunkin Donuts deutlich davor befand), konnte aber mit einem vorzüglichen Schoko-Donut (ja, wir hatten eine ganze Menge Schokolade an dem Tag)  gut vertröstet werden.

Madame Tussauds!

Da wir noch etwas Zeit bis zur Einlassung hatten, suchte ich mir in einem Souvenirshop unmittelbar neben Madame Tussauds endlich meinen Anhänger aus (war gar nicht so einfach, da er nicht zu kitschig sein sollte) und dank unserer im Voraus gekauften Tickets mussten wir kaum warten, bevor wir MT betreten konnten.

In einen winzigen Lift ging es dann hinab in die untere Etage und als wir den ersten Raum betraten, muss ich gestehen, war ich aus irgendeinem Grund herbe enttäuscht. Ich meine, keine Ahnung, was ich erwartet hatte, doch in dem Moment wurde mir bewusst, dass wir doch tatsächlich knapp 30 Pfund bezahlt, um Fotos von und mit Wachsfiguren machen zu können. Mehr war es nicht, was es in jenem Raum zu tun gab. Ja, sicher, jene Figur hatte ein winziges Namensschild mit einem “Did you know that?”-Fakt, der ganz erheiternd war, doch um es lesen zu können, musste man sich praktisch in das Foto der anderen Leute stellen, was ich dann doch lieber bleiben ließ.   Leicht irritiert folgte ich Carolina also zur ersten Wachsfigur (Emma Watson) und wir begannen, Fotos zu machen.

Glaubt mir, wenn ich mich normalerweise schon unwohl fühle, wenn man mich fotografiert, dann wollt ihr euch gar nicht vorstellen, wie bescheuert ich mir vorkam, Bilder mit Wachsfiguren zu schießen. Ich glaube, auf den ersten Fotos war mein Kopf hochrot (und das, obwohl ich nicht mehr tat, als einfach nur krampfhaft lächelnd neben den Figuren zu stehen), doch, wie so oft, man gewöhnt sich an fast alles und nach einigen Fotos war ich deutlich entspannter.

Den Großteil der “Berühmtheiten” in dem ersten Raum hatte ich noch nie gesehen und Carolina musste mich über sie aufklären, doch zumindest mit Morgan Freeman, Colin Firth (kenne ich aber auch nur von “Mamma Mia” und all diesen RomComs wie “Love Actually/ Tatsächlich Liebe”) und Adele ließen wir uns ablichten. Und – hier war ich sehr stolz auf mich, weil ich den Schauspieler kannte, Carolina allerdings nicht – natürlich auch mit Benedict Cumberbatch.

Das klang jetzt vielleicht recht vernichtend, der Fairness halber möchte ich jedoch sagen: es wurde definitiv besser! Es folgten Filmcharaktere wie Katniss (da war Carolina dann ganz Feuer und Flamme) und James Bond und anschließend Personen von historischer Relevanz: Könige und Königinnen sowie Wissenschaftler und Poeten (naja, eigentlich nur Shakespeare, aber gut), sowie die heutige Royal Family. Für ein Foto mit jenen gab es allerdings einen “professionellen” Fotografen, der, statt vernünftige Bilder zu machen, stattdessen scherzte und herummehrte und deswegen, nachdem ich Ewigkeiten angestanden hatte, noch nicht einmal mitbekam, dass ich schnell ins Bild huschte, Carolina ein Foto machte und dann auch schon von der Tribüne floh, als er sich zu mir umdrehte.

Meet the Royals
Selfie-Time!

Was ich persönlich wirklich cool fand, war, dass es in dem Raum mit all den Politikern (dazu komme ich gleich) außerdem einen kleine Bühne gab, auf der man die Drehstühle der Juroren in “The Voice UK” nachgebaut hatte und dann jeweils drei Leute selbst Juror spielen konnten und, wie in der Show, dem Rücken der Leinwand zugedreht, drei Ausschnitte vorgespielt bekamen und entsprechend buzzerten. Anschließend folgte dann die Auswertung, in der man sah, wie die Juroren in der Show für die jeweiligen Kandidaten entschieden hatten.

Carolina und ich stellten uns also (umgeben von deutlich jüngeren Kindern) an und waren glücklicherweise mit einer weiteren älteren Person auf der Bühne, sodass wir uns nicht allzu albern vorkamen. Also mir persönlich hat es wirklich Spaß gemacht – ich drehte mich für den dritten Sänger um, für den sich in der Show auch ein Juror entschieden hatte und den ich, da es sich bei den Kandidaten um die aktuellste Staffel handelte, auch tatsächlich wiedererkannte, sobald ich ihn auf der Leinwand sah. Carolina und das andere Mädchen buzzerten beide für Nummer zwei, die keinen Juroren erhalten hatte :D.

Bei weitem am amüsantesten waren ja die Fotos, die jedermann mit einem ganz bestimmten Politiker machen ließ. Ich meine, neben jede andere Berühmtheit stellen sich die Leute nur langweilig lächelnd, doch für diesen ganz besonderen Herren lässt sich jeder etwas einfallen. Wir reden hier natürlich vom geschätzten Herrn Trump, für den es eine recht beachtliche Schlange gab, doch natürlich konnten Carolina und ich uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen:

“We make Madame Tussauds great again!”

Neben Trump gab es aber z.B. auch Angela Merkel und Winston Churchill, mit denen wir Fotos machten.

Damit waren wir auch schon fast am Ende der Ausstellung angekommen, nun folgten noch der “Spirit of London”-Ride, welcher von der Mechanik her so ähnlich wie die Rundfahrt durch die Eierwelt in Cadbury World war, und uns eine Kurzfassung der spektakulärsten Ereignisse in Londons Geschichte gab (Queen Elizabeth I, Plague, Great Fire of London, St. Paul’s Cathedral… etc.). War ziemlich cool gemacht und, verglichen mit Cadbury World, sehr viel aufregender. Zuletzt betraten wir dann das 4D-Kino, welches sich um Superheros drehte und, erneut im Vergleich zu Cabury, mich (wortwörtlich) nicht vom Hocker riss (war nämlich gar nicht möglich, denn es gab leider absolut keine Bewegung der Sessel).

Die abschließende Star-Wars-Ausstellung war für uns kaum von Interesse und somit hatten wir dann nach etwas mehr als 2 Stunden alles gesehen, was es zu sehen gab. Insgesamt fand ich schon interessant, denn ich hatte schon immer mal ein Madame Tussauds sehen wollen, doch ich hätte das Geld lieber in ein Musicalticket investiert, hätte ich die Wahl gehabt (welche ich allerdings nicht hatte, da Carolina Muscials leider nicht ausstehen kann).

Nachdem wir den ganzen Tag gelaufen waren, nahmen wir nun die Tube für unseren Rückweg zur Victoria Station und kauften dort für Carolina eine Suppe und mir einen Burrito, auf den ich mich schon den ganzen Tag gefreut hatte (burrito for the win!). Nun machten wir aber den Fehler, anschließend noch Sainsbury’s zu betreten, wo ein Service angeboten wurde, bei dem man sich seine eigene Pizza zusammenstellen und frisch aus dem Ofen servieren lassen kann und wir – verfressen wie wir waren – schlugen auch hier noch einmal zu und aßen jeder eine halbe Pizza (war aber echt lecker und ich weiß nicht, ob der Burrito mir wirklich gereicht hätte!).

Viel mehr gibt es eigentlich nicht zu berichten – wir warteten auf unseren Bus, Carolina war vollkommen hyperaktiv und hielt mich die gesamte Fahrt über vom Schlafen ab und Bob, Carolinas Hostdad setzte mich netterweise bei mir zu Hause ab, da es schon halb 11 war, bis wir in Cheltenham angekommen waren.

Oh, eine Sache wäre da noch: es ist tatsächlich immer wieder lustig, wenn man plötzlich deutsche Touristen sprechen hört und deren Gespräche praktisch heimlich belauscht. Ganz besonders witzig fand ich das in Madame Tussauds, als mich ein deutsches Mädchen anrempelte, sich dann auf Englisch entschuldigte und anschließend auf Deutsch mit ihren Freunden über den Vorfall sprach. Hanna und ich hatten darüber letztens einmal geschrieben und sie bezeichnete das als “undercover” – ich finde, das trifft es tatsächlich ganz gut: wir sind die Undercover-Deutschen hier!

Girls just want to have fu-un!

Hello everybody!

Nichts allzu Aufregende heute, doch lasst mich berichten, was ich in unserer zweiten Osterferienwoche (vom 17. bis zum 23. April) nach meinem letzten Eintrag vom Ostersonntag gemacht habe.

Montags ging es wie immer tanzen in Cheltenham und zuvor besuchte ich mit Anna zusammen das Kino (“Ghost In The Shell”). Der Film war eher mittelmäßig, doch ich hatte eh nicht viel erwartet und eigentlich nur zugestimmt, weil Anna mich gefragt hatte. Wir machen halt normalerweise nicht wirklich etwas zusammen, doch da Britta ja mittlerweile wieder zu Hause und Susanne über die Ferien nach Österreich gelogen ist, musste sie sich sicher ein wenig einsam gefühlt haben, also stimmte ich zu. Wir trafen uns direkt zu Beginn des Filmes und redeten während der Werbung ein wenig (es war schon ein wenig peinlich, nicht unbedingt als wir miteinander redeten,doch wie wir dann stumm nebeneinander saßen und den Film schauten, doch das war schon okay) und ich nutzte auch gleich die Gelegenheit, um das erste meiner Schokoeier gemeinsam mit Anna zu essen.

Dienstag war ein recht ereignisreicher Tag, denn als ich aus Langeweile in die Stadt fuhr, um mir ein Eis zu kaufen, stand plötzlich Thea vor mir, die sich mit Freunden in Cheltenham getroffen hatte, doch jetzt allein war und nichts weiter zu tun hatte. Wir machten uns also gemeinsam auf die Suche nach einem Eis für mich und fanden ein kleines Cafe, wo uns der wirklich freundliche Verkäufer etliche verschiedene Eissorten probieren ließ und ich mich aber letztendlich trotzdem ganz traditionell für Erdbeereis entschied. Anschließend suchten wir nach Kiera, die sich auch irgendwo in der Stadt herumtreiben sollte, konnten sie jedoch nicht finden (ich vermute ja eher, sie wollte nicht, dass wir sie fanden, doch ich kann das schon gut verstehen, also daher :D) und stöberten dann ziellos durch Poundworld (oder Poundland, wie gesagt, keine Ahnung…), bevor Thea plötzlich ein Geschäft einfiel, dass sie mir ganz aufgeregt zeigen wollte. Da sie und ich uns beide für Spiele und ähnliches interessieren, fand ich den Second-Hand-DVD-und-Spiele-Handel, zu dem sie mich führte, auch wirklich interessant und schlug direkt zu, als ich Sherlock-DVDs für nur einen Pfund in einem der Regale erblickte. Das war außerdem der Zeitpunkt, zu dem ich beschloss, dass ich Thea wahrscheinlich ein Spiel zu ihrem Geburtstag am 7. Mai (der gleiche Tag, an dem auch Carolina Geburtstag hat, tolle Sache) kaufen werden, weil sie mir einige zeigte, die sie gern hätte.

Mit Sherlock für mich und einem Nintendospiel für Thea machten wir uns auf den Rückweg zur Bushaltestelle, allerdings nicht, bevor Thea sich noch einige Süßigkeiten und eine Bretzel gekauft hatte – sie hat wirklich, was man hier einen “sweet tooth” nennt.

Thea fährt normalerweise immer nur mit einer ganz bestimmten Buslinie, der 97/98, doch da wir noch eine halbe Stunde auf den nächsten Bus hätten warten müssen, versuchte ich sie zu überreden, stattdessen die regelmäßigere 94 zu nehmen. Sie lehnte anfangs ab, änderte dann aber plötzlich nach einigen Minuten ihre Meinung und so stiegen wir der nächsten 94 zu und da uns zufälligerweise ein Mann, der sein Tagesticket nicht mehr brauchte, dieses geschenkt hatte, musste sie noch nicht einmal bezahlen. Als Thea klar wurde, dass die 94 eine andere Route als die 97/98 fährt, wurde ihr dann allerdings etwas mulmig zumute und da wir von dieser Haltestelle aus auch länger laufen müssen, beschwerte sie sich ein wenig darüber, doch ich glaube, es war scherzhaft und insgesamt war ich schon recht stolz, weil das Abenteuer 94 geglückt war.

Am gleichen Tag skypte ich außerdem endlich mal wieder mit Mum und Arne, wobei wir jedoch vorrangig die Gestaltung meines Zimmers (was nämlich komplett neu renoviert wird! I’m excited!) und die Möglichkeit eines Ferienjobs nach meiner Rückkehr besprachen, wofür ich mich im Anschluss an unser Gespräch zu bewerben begann.

Die nächsten Tage waren weniger ereignisreich, erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Carolina und ich am Freitag gemeinsam in Gloucester schwimmen gingen, was echt cool war. Ich fühlte mich zwar anfangs ein wenig unangenehm in meinem Bikini, so ungewohnt fühlte es sich an, weil ich schon seit, naja, meinem Abflug praktisch, nicht mehr baden gegangen war, doch das gab sich schnell. Da Carolina in Deutschland regelmäßig in einem Verein schwimmt, waren ihre und meine Definition von schwimmen recht unterschiedlich: meine tat sie als planschen ab (sie hat ja recht) und so hielten wir uns an ihre. Wir schwammen mehrere Bahnen auf der mittelschnellen Bahn, was mich schon ganz schön außer Puste brachte und Carolina wollte mich gerade dazu überreden, auf die schnelle wechseln, da sie diese zu langweilig fand, als man uns alle aus dem Wasser holte. Weshalb wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, doch es sollte sich schnell herausstellen, dass was jetzt folgte, deutlich mehr nach meinem Geschmack war. Das Personal ließ einen riesigen, aufgepumpten Hindernisparcour zu Wasser, sowie Badenudeln etc.. Anfangs etwas zögerlich näherten wir uns dem Parcour, der immer von zwei Leuten zur gleichen Zeit absolviert werden konnte, doch da ihn abgesehen von einigen kleineren Kindern niemand anderes ausprobierte, taten wir es schließlich. Es war super rutschig und ich wäre beim zweiten Hindernis fast ins Wasser gefallen, doch letztendlich gelang es uns beiden, uns bis zur Rutsche, die das Ende des Parcours darstellte, durchzukämpfen. Wir hatten schnell Gefallen an dem Parcour gefunden und traten noch mehrere Male an, wobei wir entweder, wie beim zweiten Versuch, beide direkt am Anfang ins Wasser fielen, oder gemeinsam bis zum Ende durchkamen, auch wenn Carolina immer einen Tick schneller war ;).

Auch am Samstag trafen wir Carolina und ich uns wieder, diesmal allerdings in Cheltenham, wo wir zum Mittagessen noch einmal zu dem leckeren Chinesen gingen und anschließend nach einem Friseur suchten, der halbwegs seriös aussah (nicht so wie der in Gloucester, bei dem Carolina und Britta ihre Haare schneiden ließen, aber keine der beiden wirklich zufrieden gewesen war) und zur gleichen Zeit nicht allzu teuer.

Mit dem Ergebnis war ich eigentlich recht zufrieden, ich wollte meine Haare nur wieder ein wenig kürzer haben, alles andere kümmerte mich kaum, da ich sie sowieso fast immer mit Haarreif oder im Dutt/Pferdeschwanz trage. Einzig peinliche Sache an meinem Friseurbesuch: ich hatte nicht genug Bargeld, um zu bezahlen und ihre Maschine für Karten funktionierte nicht. Ich musste also Carolina als ‘Pfand’ im Salon stehen lassen, während ich einmal komplett ans andere Ende der Shoppingarea stürmte, um von Barclays Geld abzuheben.

Wieder zu Hause angekommen schauten Kiera und ich endlich die nächsten Episoden von “13 Reasons why” (ich meine, ich möchte endlich wissen, wie es ausgeht, irgendwie redet jeder in der Schule darüber!) und außerdem wieder zusammen mit der ganzen Familie die zweite Doctor-Who-Episode der neuen Staffel :).

Love can change the world in a moment (but what do I know? )

Easter Treat!

Heya und frohe Ostern!

Nur wenige Tage später und doch gibt es schon wieder eine ganze Menge zu berichten. Hier in England dürfen wir uns über lange Osterferien freuen, die erste Ferienwoche ist nun bereits verstrichen, doch glücklicherweise verbleibt ja noch eine weitere nach diesem Wochenende (dem Osterwochenende).

Eine wirklich wichtige Aufgabe habe ich direkt am Montag in Angriff genommen: die Zeit meiner Rückreise nach Deutschland rückt näher, mir verbleiben nur noch knapp 2 Monate, und darum hatte mir Denise geraten, im Voraus schon einmal ein großes Paket mit Winterkleidung und ähnlichem zu senden, um mein Gepäck für den Rückflug zu reduzieren und damit das Risiko, meine Gewichtsbegrenzungen zu sprengen (war ja schon auf dem Hinflug nicht ganz so einfach, mich an die vorgegebenen 23kg zu halten!). Ich hatte also bereits fleißig Klamottenstapel sowie Schokolade, Tee und Geschenke für meine Familie angehäuft, bis mir auffiel, dass der vorhandene Karton wohl nicht groß genug sein würde. Montags stiefelte ich darum also gleich einmal los und fragte mich dann in Cheltenham Town durch Waterstones, M&S und Konsorten, blieb allerdings erfolglos und verlor schon fast die Hoffnung, da mir gesagt wurde, dass die meisten Geschäfte heutzutage eh nicht mehr mit Pappkartons, sondern umweltfreundlicheren Säcken beliefert würden und sollte dies nicht der Fall sein, würde mein die Kartons direkt nach der Entleerung einstampfen. Ein kleiner Schreibwarenladen namens “Ryman’s” stellte meine Rettung dar! Hier konnte ich mir eine große, stabile und noch dazu natürlich kostenlose Box besorgen und wanderte dann also mit einem gigantischen, vollkommen leeren Karton durch die Stadt, was gerade den Busfahrer auf dem Rückweg zu irritieren schien. Ich konnte seinen verdutzen Gesichtsausdruck sehen und hob zu einer Erklärung an, doch alles, was er lachend sagte, war: “I’m not gonna ask!”. Anschließend ging es wie jeden Montagabend zum Tanzen und als ich nach meiner Rückkehr aus purer Neugierde eine Serie, von der sowohl Jana als auch Carolina geschwärmt hatten, namens “The 100” zu streamen begann, konnte ich schnell nachvollziehen, weshalb. Tatsächlich habe ich in den letzten Tage jeweils mehrere Episoden am Stück geschaut und beendete am Donnerstag direkt die erste Staffel! England macht mich noch zu einem totalen Serienguru (zuerst “Sherlock” und “Doctor Who” (Project ongoing, da muss ich noch ganz schon aufholen), dann “Good Karma Hospital” jeden Sonntagabend mit Denise und Duncan und nun das)!

Dienstag ließ ich mein Paket abholen und nachdem ich zur Weihnachtszeit bereits die Erfahrung machen durfte, dass RoyalMail (der hier gängige Postservice) ein sehr preisintensiver Spaß für Auslandssendungen ist, beginn ich nicht noch ein zweites Mal diesen Fehler und suchte stattdessen im Internet nach dem besten Angebot. Mit kaum mehr als 17 Pfund für einen riesigen Umzugskarton und Abholung am gleichen Tag (um genau zu sein, ungefähr 40 Minuten nach Buchung) war ich schon mächtig stolz auf mich und traf mich anschließend mit Carolina und Anna in Gloucester, wo wir zum allerersten Mal das amerikanische Restaurant “Kaspa’s” besuchten, was die leckersten Desserts und Süßspeisen anbietet und ein Tipp von Hanna gewesen war.

Was Carolina und ich peinlicherweise ganz vergessen hatten, war, dass Anna bis zum Osterwochenende auf Süßigkeiten aller Art verzichtete, was uns dann erst bereits im Restaurant bewusst wurde. Glücklicherweise konnte sie sich für diesen besonderen Anlass erweichen lassen und so teilten Carolina und ich uns eine super leckere Waffel mit Erdbeeren, Schokoladensauce und Eis, während Anna einen Eisbecher verputzte.

Bereits am folgenden Tag fanden wir drei uns erneut in Gloucester ein, diesmal zu unserem monatlichen Treffen mit unserem Area Rep Karon, Railway Hotel, 10am. Erneut beantworteten wir die drei immer gleichen Fragen (What are you happy about? What are you unhappy about? Do you have anything planned we should know about?), was wie gewöhnlich nur ungefähr 10 Minuten dauerte und da Anna gerne einmal zu Jumptastics gehen wollte und Carolina und ich unseren ersten Besuch dort genossen hatten, stand das für den heutigen Tag auf unserer Agenda.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr inmitten einer wogenden, agilen, kunsttückevollführenden Kinderschar als deutlich ältere daran scheitert, eine einfache Plattform zu erklimmen? Nun, so ging es uns jedenfalls (nach einigen Anläufen meisterten wir es dann aber auch!). Und weil ich das schon beim letzten Mal so beeindruckend fand, wie Tasmans Freunde (die beiden Jungs, falls ihr euch noch an Will und Leo erinnert) coole Flips in die Sprunggrube vollführt hatten, versucht ich es dieses Mal tatsächlich selbst. Zuerst eine Hechtrolle und dann – ehrlich gesagt war ich selbst nicht wirklich darauf vorbereitet und bekam dann in der Luft erst einmal kurz Panik, weil ich befürchtete, die Sprunggrube zu verfehlen – ein kleines Vorwärtssalto (sah bestimmt nicht absolut großartig aus, doch Carolina und Anna meinten, es wäre durchaus erkennbar gewesen und das ist für einen ersten Versuch doch nicht schlecht). Ich muss gestehen, ich war danach doch schon recht zufrieden mit mir selbst!

Meine ersten Erfahrungen mit chinesischem Essen hatten mich ja mächtig beeindruckt und als ich Carolina von jenem Restaurant, in dem Birdy und ich am Freitag gegessen hatten, berichtete, bekundete sie selbst Interesse an einem Abendessen dort. Hungrig nach all der Trampolinspringerei machten wir uns also auf den Weg nach Cheltenham. Was ich zu dem Zeitpunkt allerdings nicht wusste, war, dass besagtes Restaurant eine Mittagspause einlegte und als wir schließlich in Cheltenham Town angekommen waren, schon bis zur Wiedereröffnung um 6 Uhr geschlossen hatte. Da Carolina und ich nun aber schon den ganzen Tag diesem Ereignis entgegengefiebert hatten, wollten wir uns davon nicht aufhalten lassen und verbrachten darum unsere Wartezeit von mehr als 3 Stunden mit kostenlosem Wifi und auf einer gemütlichen Couch im Starbucks.

Ich würde sagen, das Warten war es definitiv wert, dieses Mal bestellte ich die Nudelsuppe, die ich zuvor bei Hanna probiert hatte und obwohl Carolina die falsche Sorte von Reis bestellte, schmeckte es uns allen. Und, das beste an der ganzen Sache: Anna zeigte mir, wie man die Stäbchen richtig zu halten hat und es gelang mir tatsächlich, meine gesamte Suppe mit ihnen zu essen, auch wenn meine Hand hinterher vollkommen verkrampft war, weil ich mich nicht traute, sie zwischendurch abzulegen. Ein Tag des Erfolges für mich!

Beweisfoto!

Die kommenden Tage ließ ich es etwas ruhiger angehen, schaute weitere Episoden von “The 100” und holte etwas Schlaf nach. Am Karfreitag (Good Friday) schauten wir alle gemeinsam “Hacksaw Ridge” – etwas, was wir schon seit langer Zeit nicht mehr gemacht haben, doch dafür nur umso schöner war. Der Film selbst war etwas zu blutrünstig für meinen Geschmack, dafür jedoch authentisch, schätze ich mal – Kriege sind nun einmal brutal und ich fand die Geschichte an sich (ein Soldat, der sich zum Wehrdienst meldet, sich jedoch weigert, eine Waffe zu führen und trotz allem eine große Heldentat verbringt) wirklich interessant.

Kommen wir nun aber zum Highlight dieser Woche: Easter Sunday! Dieser gestaltete sich nämlich gänzlich anders als alle Ostersonntage, die ich zuvor erlebt hatte, da wir (Duncan, Damon, Kiera, Thea und ich, nur Denise entschied sich, nicht zu kommen, da sie kein besonders großer Fan ist) an jenem Tag die “Doctor Who Experience” in Cardiff besuchten. Ursprünglich war das ein Weihnachtsgeschenk für Thea und Kiera gewesen, doch weil ich nach Weihnachten selbst begann, Doctor Who zu schauen und Gefallen daran fand, schloss ich mich der Expedition an. Am Tag zuvor, Samstag der 15., hatten wir bereits alle den Auftakt zur neuen DW-Staffel im Fernsehen geschaut und waren darum alle in genau der richtigen Stimmung für die Ausstellung.

Welcome in Cymru!

Die Experience begann mit einer Art interaktiven Geschichte, die eigens zu diesem Zweck kreiert worden war und die Besucher durch verschiedene Schauorte mit den berühmtesten Kreaturen des DW-Universums, wie die Daleks und die Weeping Angles, führte. Was ich sehr cool fand, waren die in verschiedenen Farben aufleuchtenden Kristalle, die jeder von uns für diesen ersten Teil um den Hals gehängt bekam. Nachdem die Geschichte nach knapp 20 Minuten abgeschlossen wurden war, betraten wir die eigentliche Ausstellung, wo wir in der Halle von mittlerer Größe die Rekonstruktionen der verschiedenen Innenräume der TARDIS (diese verändern sich ja mit jedem Doktor ein wenig) betrachten konnten.

Jene Halle mit verschiedenen TARDIS-Designs und Greenscreen!

Es bot sich außerdem die Möglichkeit, ein Greenscreen-Foto in der TARDIS der eigenen Wahl zu schießen, was Kiera, Thea, Duncan und ich auch sogleich taten. Ich glaube, es handelt sich um Matt Smiths TARDIS, doch ehrlich gesagt, keine Ahnung, soweit bin in bisher noch nicht gekommen, ich befinde mich noch irgendwo in Staffel 2! Und auch mit den Requisiten, die mir in die Hand gedrückt wurden, konnte ich nichts anfangen – ein ellenlanger Schal, den einer der ganz alten Schauspieler im 20. Jahrhundert getragen haben musste, sowie ein Sonic Screwdriver, den ich anfangs falsch herum hielt – peinlich xD!

Das Foto sah letztendlich jedoch trotzdem recht gut aus und so kauften wir einen Auszug davon:

Einen weiteren, etwas kleineren Teil gab es in der oberen Etage, wo die Monster aus verschiedensten Staffeln ausgestellt wurden, ebenso wie die Kleidungssets der Doktoren und ihrer Begleiter, einige Nachbildungen, viele jedoch auch Originale. Es gab eine ganze Menge zu betrachten und im Anschluss stöberten wir noch eine Weile durch den Shop, wo ich auch einen weiteren Schlüsselanhänger für meine Sammlung, sowie einigen Kleinkram erstand. Insgesamt verbrachten wir sicher gute 2 Stunden in der Experience und auch wenn ich viele der Monster und die meisten der Begleiter leider noch nicht kennengelernt habe, fand ich es wahnsinnig interessant und sehenswert.

Alles, was das Fanherz begehrt!

Ein Spin-off von Doctor Who, Torchwood, wovon Kiera ein großer Fan ist, wurde zu großen Teilen in Cardiff gedreht und darum machten wir uns anschließend auf die Suche nach dem “Invisible Lift” (ja, ihr habt recht, natürlich ist es recht schwierig, etwas zu finden, das unsichtbar ist, doch wofür gibt es denn Google ;)?) und stießen außerdem auf ein mit Bildern, Trauerbekundungen und Blumen versehenes Denkmal, welches Damon und ich anfänglich für ein Andenken an einen verstorbenen Schauspieler aus Torchwood hielten, bevor Kiera uns erklärte, dass es sich lediglich um das eines Charakters, der in Torchwood gestorben war, handelte. Schon echt verrückt, diese Fans :P!

Passend zum festlichen Anlass gab es für uns ein Sunday Roast, welches natürlich wie immer super lecker war – also hier haben wir definitiv ein Gericht, das ich vermissen werde (von wegen, die Engländer essen nur Fish und Chips (also, naja, viele haben ja jeden Freitag Fish-and-Chips-Day (wir glücklicherweise nicht), aber lassen wir das mal außer Betracht))!

Im Laufe der Woche hatten uns die Großeltern ebenso wie die Tante jedem schon diese in England typischen riesigen Schokoladenostereier übergeben (ich fand es total lieb, dass auch mir jeweils eins geschenkt wurde!) und auch von meinen Gasteltern sowie Damon bekam ich jeweils noch eins, sodass ich am Ende des Tages, wie auf dem Bild ganz oben zu sehen, 4 Ostereiern sowie die Schokolade, die meine Familie gesandt hatte, in meinem Fensterbrett lagerte (eine nicht allzu clevere Idee, wie sich bald herausstellen sollte, da die Sonne natürlich direkt auf das Fenster prallte, was mir schließlich einen triftigen Grund gab, die Schokolade stattdessen in meinen Schubladen zu verstauen (ich werde mir dafür später noch danken, denn, wie sagt man so schön: “Aus den Augen, aus dem Sinn”? So ist es eindeutig einfacher, der Versuchung zu widerstehen, mich über all die Leckereien herzumachen :D)!

 

… and I can’t stop myself from smiling!

Dieses Wochenende ist echt verflogen und mittlerweile ist Hanna schon wieder auf dem Weg nach Whitstable, doch ich glaube, wir sind beide sehr glücklich, dass dieses Treffen möglich war.

Doch lasst mich meinen Bericht in chronologischer Reihenfolge angehen: 

Wie bereits in meinem Eintrag von Freitag erwähnt, war dies der Tag, an dem Hanna in Cheltenham angekommen ist (sie hatte nämlich bereits eine Woche Ferien, während dies mein letzter Schultag war) und da ich in der letzten Stunde Study hatte, stahl ich mich ein wenig zeitiger davon (jaja, ich weiß, ich bin schon eine richtige Rebellin!), um Birdy möglichst zeitig in Cheltenham abzuholen. Der Plan war, sobald wir uns getroffen hatten schnell nach zu mir nach Hause zu fahren um ihre Sachen abzulegen und mir die Möglichkeit zu geben, mich umzukleiden (ich war ja wie immer in Schuluniform) und dann zurück nach Cheltenham zu fahren und dort Abendessen zu gehen. Nun war aber schon Teil 1 unseres Vorhabens schwieriger als gedacht: da wir beide keinen Vertrag für unsere mobile Daten haben, mussten wir uns auf das kostenlose Wlan von Shops und Restaurants verlassen. Einige frustrierende Streifzüge entlang der Promenaden (während der mir das kleine Cheltenham plötzlich viel zu groß vorkam) später bekam ich endlich eine Nachricht und so trafen wir uns dann schließlich vor McDonalds. Und selbst als wir uns dann endlich gefunden und umarmt hatten, kam es mir noch immer total irreal vor, dass sie wirklich hier in Cheltenham war. Das klingt vielleicht etwas merkwürdig, doch meine Zeit in England ist wie ein eigenes Leben für sich, mit eigenen Orten und eigenen Personen und so war es irgendwie seltsam überraschend, Hanna, die ja auch Teil meines Lebens in Deutschland ist, zu sehen. Keine Ahnung, ob das überhaupt Sinn macht.

Naja, wie dem auch sei, moving on: sie übergab mir ein kleines Ostergeschenk (ihrs bekam sie erst später, weil ihm zu dem Zeitpunkt noch der letzte Schliff fehlte 😅) und da es ein schöner, sonniger Tag war, kaufen wir beide uns ein Eis. Sie bei Poundland (oder -world? Ich kann die nie auseinanderhalten…) und ich bei McDonalds – ich meine, wo wir doch schon mal dort waren.

Es folgte eine typische Ronja-Aktion als wir anschließend den Bus nehmen wollten, um nach Hause zu fahren: natürlich hatte ich meine Fahrkarte wieder einmal verlegt und so sahen wir den wunderbar bereitstehenden Bus vor unserer Nase abfahren. Wenigstens gab uns das genug Zeit, um mir im Schuluniform-Shop ein Chosen-Hill-Poloshirt zu kaufen, denn ab nächsten Term ist es uns erlaubt wegen der Wärme anstelle unserer Blusen Poloshirts zu tragen. Keine Ahnung, von welchen Durchschnittsgrößen man da ausgeht, doch ich musste mich durch verschiedenste Shirts durchprobieren, bis ich schließlich das für 14-15-Jährige kaufte, was mir noch immer recht groß erschien.

Wir machten uns nun also auf den Weg nach Hause und im Bus gingen wir schnell die Namen meiner Gasteltern und -geschwister durch, doch zu Hause angekommen trafen wir erst einmal nur Thea an. Ehrlich gesagt war das der Teil, der mich wirklich nervös machte: Hanna meiner Gastfamilie vorzustellen, denn ich hatte irgendwie Angst, dass es total peinlich werden würde. 

Wieder in Cheltenham angekommen durchstreiften wir zahlreiche Restaurants, bevor GoogleMaps uns schließlich zu einem chinesischen Restaurant namens “288 Bar and Wok” führte, dessen Menü wirklich gut klang und preismäßig auch erschwinglich erschien, wofür wir aber eine Stunde warten mussten, um an einem Tisch platziert werden zu können. Glücklicherweise hatte Hanna einen kleinen Snack (Lebkuchen, jaaa, nicht unbedingt die richtige Jahreszeit dafür, doch sie waren echt lecker!) eingepackt und mit jenen, einigen Selfies, einem Ausflug zu einer Kirche, die mir nie zuvor auch nur aufgefallen war, und viel Gerede verging die Zeit recht schnell und tatsächlich lohnte sich das Warten, denn das Essen schmeckte wirklich gut und unsere Portionen waren so groß, dass wir sogar etwas auf dem Teller lassen mussten. Einziges Problem: ich war nichnoch nie zuvor beim Chinesen gewesen und hatte daher erstens keine Ahnung, was ich bestellen sollte (mein chicken fried rice war aber eine gute Wahl 😍) und zweitens wusste ich natürlich nicht, wie man mit Stäbchen isst. Nach einem gescheiterten Versuch besorgte mir Hanna jedoch glücklicherweise eine Gabel und so ließen wir es uns schmecken.

Kurz nach 9 kehrten wir dann nach Hause zurück und nun stand der von mir gefürchtete Teil des Abends an: die Bekanntmachung mit meiner Gastfamilie. Nicht, dass ich dachte, sie würden Hanna nicht mögen oder Hanna sie nicht, ich bin nur wirklich nicht gut im Leute vorstellen und hatte Angst, dass wir kein Gesprächsthema finden würden.

Nun, letztendlich lief das alles viel besser als gedacht – zuerst übergaben wir die Muffins, die Hanna als kleines Geschenk zum Dank gebacken hatte und dann erzählten wir von unserem Abend, bevor Denise Hanna einige Fragen stellte und wir dann plötzlich über deutsche Supermärkte und ähnliches redeten 😀. Da wir am kommenden Morgen zeitig aufstehen mussten, um unseren Zug nach Birmingham zu nehmen, wo wir Cadbury World und anschließend die Stadt selbst besuchen wollten, verabschiedeten wir uns dann  ungefähr halb 11 ins Bett.

Oh ja, sprachmäßig haben wir es übrigens so gemacht, dass wir immer dann, wenn wir in der Gesellschaft meiner Gastfamilie waren, Englisch sprachen und ansonsten aber Deutsch, was tatsächlich schwieriger als gedacht war, weil uns doch immer mal ein englisches Wort herausrutschte, beziehungsweise ich dann – völlig verwirrt von der ganzen Wechslerei – einmal plötzlich Deutsch mit meiner Gastschwester Kiera zu sprechen begann und sie mich nur unverständig anschaute, bis es mir auffiel. 

Meine erste Nacht im Schlafsack war übrigens lange nicht so schlimm wie erwartet, klar, etwas mehr Beinfreiheit wäre wünschenswert gewesen und der Boden war schon recht hart, doch insgesamt war ich positiv überrascht.

Nighty Night!

6:10 quälten wir uns dann am Samstag aus dem Bett und es folgten ein schnelles Frühstück und etwas überhastetes Ankleiden (dank der Schuluniform fällt es mir jetzt immer total schwierig, meine Kleidung auszuwählen, wenn ich mal die Wahl habe – doch letztendlich kramte ich zum ersten Mal seit dem Orientationcamp meine kurze Jeans und eine Leggins zum Drunterziehen aus und ging damit im Partnerlook mit Birdy, denn es sollte ein warmer Tag werden).

Mit unserem Zugticket gab es dann dummerweise einige Probleme, doch die Details erspare ich euch jetzt mal, lasst mich einfach nur sagen, dass ich mich in der Zeit vertan hatte und sich das als ein recht teurer Fehler erwies. Nun, letztendlich gelangten wir zur richtigen Station, die, passend zur Cadbury-Schokoladenverpackung, in lila eingefärbt war. Da uns noch reichlich Zeit bis zur Öffnung blieb (wir hatten nämlich die erste Tour des Tages um 9:30 Uhr gewählt), konnten wir den Weg zum Haupteingang, welcher uns einmal halb um die gesamte Fabrik herumführte, in einem bedächtlichen Tempo zurücklegen und das bei angenehm warmen Sonnenschein, in guter Gesellschaft und mit der Aussicht auf gaaaanz viel Schokolade – besser geht es doch kaum ;)! Sobald Cadbury World geöffnet hatte, stürmten wir erst einmal schnell zu den Toiletten und mussten uns anschließend beeilen, uns in die stetig wachsenden Warteschlange einzureihen. Zu diesem Zeitpunkt entstanden auch einige erste bereits Fotos:

Welcome to Cadbury World!

Was ich wirklich klasse fand, war, dass man uns am Eingang zum eigentlichen Museum erst einmal einen kostenlosen Stapel von verschiedenen Cadbury-Riegeln in die Hand drückte, den wir während unserer Tour verzehren durften.  Da konnten Birdy und ich natürlich nicht widerstehen und teilten uns direkt einmal einen Dairy-Milk-Riegel (und sein wir mal ehrlich, das sind doch eh die besten!).

Von der Schokoladenfabrik selbst war ich persönlich sehr positiv überrascht; man hat sich wirklich bemüht, es so erlebnisreich und interaktiv wie möglich zu gestalten. Das begann schon mit dem ersten Raum: ein gewundener Pfad durch eine Art Dschungel, wo verschiedene Szenen im Zusammenhang mit den Azteken,  der Gewinnung und Verwendung der Kakoabohne und der Entdeckung von Trinkschokolade präsentiert wurden. Die Geschichte wurde dann im nächsten Abschnitt mit kleinen Hologrammen fortgeführt und nachdem dieser generelle Überblick über die Entwicklung von Schokolade abgeschlossen wurde, lauschte man in zwei kinoähnlichen Räumen zuerst den Hologrammen der Cadbury-Gründer und sah anschließend einen Film über einen Wissenschaftler, der die Herstellung von Cadbury-Schokolade erläuterte. Hierzu wackelten dann auch an passender Stelle (als die Schokolade eben auf entsprechende Weise verarbeitet wurde) unsere Bänke, was ich als eine ganz lustige Idee empfand. Wir durften dann vor einem Greenscreen posieren (wir gaben vor auf einer riesigen Schokoladentafel zu surfen), doch da das Foto leider nicht wirklich gut aussah, entschieden wir uns, es nicht zu kaufen, bekamen einen kleinen Becher mit flüssiger Schokolade und zwei Toppings unserer Wahl (yummy!) und begaben uns auf eine kleine, recht merkwürdige Fahrt durch ein Schokoladendorf mit Miniaturschokoeiern als Einwohnern. Und auch hier verpatzten wir unsere Fotochance, da wir in die komplett falsche Richtung schauten 😂. Wir verputzten ein weiteres Stück unser Gratisschokolade und dann waren wir auch schon am Ende der Ausstellung angelangt und wurden in den Cadbury-Shop geführt (anscheinend der größte in der Welt, doch so riesig kam er mir nun auch nicht vor…). Dort wurde dann ordentlich Schoki für meine Familie als Mitbringsel gekauft (genaueres kann ich da jetzt natürlich nicht verraten 😝), sowie eine in der Fabrik handdekorierte Tafel mit Ostergrüßen für meine Gastfamilie (wäre ja sonst echt fies, ihnen am vorherigen Abend von Cadbury World vorschwärmen) und außerdem eine Tafel Marvellous Creation für Birdy und mich, da Hanna diese noch nie probiert hatte.

Schokoladenherstellung und Fahrt durch die merkwürdige Minieierwelt 😀
Flüssige Schoki mit Toppings! Yuuuuuummy!

Neben der Tour selbst hatte Cadbury World außerdem einen schönen Außenbereich mit Spielplätzen, Sitzbänken und einem Kiosk, ebenso wie diverse Ausstellungen und ein 4D-Kino zu bieten. Wir waren natürlich sehr an letzterem interessiert (prinzipiell eine Achterbahn durch jene seltsame Schokoeierwelt, recht kurz, doch durchaus spaßig) und obwohl wir auf die Ausstellung über Bournville selbst (das Dorf, welches um die Fabrik herum entstand) kurz betraten, drehten wir praktisch auf der Türschwelle um, als wir direkt im ersten Raum von ewiglangen Informationstafeln und einigen Schwarz-Weiß-Fotografien erschlagen wurden 😂. Also an deren erstem Eindruck müssen sie wirklich noch arbeiten! Birdy ließ sich außerdem ein Marvellous-Creation-Eis-am-Stiel vom Kiosk schmecken und gab mir auch eine kleine Kostprobe ab, doch obwohl es, wie in Tafelform, schön auf der Zunge kribelte, hatte ich es mir irgendwie noch einen Tick besser vorgestellt.

4D-Experience!

Damit war unser Besuch dann nach etwas mehr als 3 wirklich interessanten Stunden abgeschlossen und wir begaben uns nach Birmingham.

Und dreimal dürft ihr raten, wonach wir uns dort angekommen erst einmal auf die Suche machten: natürlich, es ging auf Essensjagd! Glaubt mir, das war gar nicht so einfach – ich hatte es mir nämlich in den Kopf gesetzt, einen Crossaint zu essen und es dauerte eine ganze Weile, bis ich einen gefunden hatte, mit dem ich mich zufriedengab. Ich entdeckte außerdem einen total niedlichen Shop namens Pylones, der prinzipiell Kleinkram mit innovativem Design verkauft und fand dort auch ein hübsches neues Portemonnaie für mich, da mir mein jetziges (welchen mir Britta und Carolina zu Weihnachten gekauft hatten) leider schon halb auseinanderfällt. Und, kaum eine Woche vor Ostern, habe ich da natürlich auch den perfekten Anlass, um es mir selbst zu schenken ;)!

Eigentlich war es auch recht gut, dass unsere Essensbesorgung uns so sehr einnahm für die erste Zeit, denn nachdem alles gekauft war, gab es kaum etwas zu tun. Lasst mich euch sagen, Birmingham ist nicht unbedingt eine Stadt, die bekannt für Sightseeing ist (abgesehen von der Bullenstatue, vor der wir natürlich auch als ganz brave Touris ein Selfie machten!)Trotzdem versuchten wir, das beste daraus zu machen und klapperten mehrere, absolut nicht erwähnenswerte Kirchen und Kathedralen, sowie das Rathaus und irgendwelche Statuen ab, die auf dem Routenplan eines Sightseeingbusses, den wir irgendwo aufgelesen hatten, eingezeichnet waren. Am Rathaus wurden wir dann auch Zeugen davon, wie Geschichte geschrieben wurde, denn dort war eine Demonstration im Gange (keine Ahnung wogegen eigentlich, doch prinzipiell alles und jeden, hatte ich so das Gefühl)!

Bullenstatue und auf der Sitzterrasse sonnen… 🙂

Und eventuell sind wir in der Hinsicht jetzt wirklich schon richtige Engländer, die bei 0° “Eiszeit” und bei 25° “Hitze” schreien (generell habe ich das Gefühl, das Wetter hier ist eigentlich immer eher ein recht angenehmes Mittel, weder wirklich kalt noch wirklich warm – doch dafür sieht man halt auch keinen Schnee (wir hatten einen sehr milden Winter) und auf heiße Badetage kann man lange warten!), doch ich fand es an diesem Tag schon fast heiß, sodass wir uns zwischendurch sogar kurzzeitig im Schatten abkühlen mussten. Doch insgesamt war es wirklich dieses wunderbar sonnige Wetter, dass es möglich machte, einfach für einige Zeit ziellos durch die Stadt zu schlendern, oder sich auf einer großflächigen Terrasse mit Sitzbänken auszuruhen. 

Da uns noch immer mehrere Stunden blieben, statteten wir auch einem Museum einen Besuch ab (ich glaube, wir hatten tatsächlich vor, uns die Ausstellung zumindest flüchtig anzusehen, doch unser guter Vorsatz wurde schnell zunichtegemacht, als wir Toiletten und wenige Meter davon entfernt, zwei sehr bequeme Sessel fanden), kauften mir einen kleinen Birminghamschlüsselanhänger (ich habe nämlich eine Kollektion von Schlüsselanhängern aus all den Städten und Orten, die ich besucht habe) und ließen uns anschließend Zeit bei der Abendessenbesorgung. Für Hanna kauften wir etwas bei Sainsbury’s und ich suchte mir eine Salatbox heraus, beides wollten wir dann gemeinsam im Bus essen. So schlenderten wir also zur (wirklich sehr gepflegten und komfortablen) Busstation in Birmingham, (falls sich jetzt jemand fragt, ob er sich verlesen hat: ja, Hinweg Zug, Rückweg Bus, der Grund ist, dass sich NationalExpress als preiswerter herausstellte), wo ich Hanna das Musikvideo zu “Shape of You” zeigte (ich als Mediaschülern muss über solche Sachen ja wohl informiert sein, stimmt’s :P? Nein, ehrlich gesagt hat Carolina mir das erst vor wenigen Tagen vorgespielt und ich musste so lachen, als der Sumoringer-Teil begann und darum wollte ich Hanna auch einweihen).

Unser Busfahrer war dann allerdings ein richtiger Scherzbold, denn als ich ihm zu erklären versuchte, dass mein Salat eine kalte Speise sei (warmes Essen ist im Bus nämlich nicht erlaubt), meinte er “That doesn’t look like a salad to me! Can you show me? I don’t know what a salad looks like” (*lach lach*) und kam dann zu dem Entschluss, dass ich diesen auf gar keinen Fall im Bus essen könnte, da er den Dunst, den das im Salat enthaltene Hühnchen (was ursprünglich halt warm gewesen war) produziert hatte, sah. So wurde mir dann also meine Salatbox abgenommen und zusammen mit Koffern und Taschen im Gepäckfach unterm Bus verstaut und Hanna und ich hungerten für 1 Stunde und 15 Minuten, bevor wir uns kurz nach 8 pm auf einer Parkbank- im Stadtzentrum von Cheltenham angekommen – über unser Abendessen hermachten. Zu dem Zeitpunkt hatte sich die Luft schon ziemlich abgekühlt und es wurde langsam kalt, doch trotzdem war ein wirklich schöner Abend.

Zuhause angekommen tauschten wir erneut einige Worte mit Denise und Duncan aus (heute allerdings ein kürzeres Gespräch, da wir alle recht müde waren), duschten, redeten noch eine Weile und dann ging es erneut auf den harten Fußboden (die zweite Nacht hatte ich dann schon als deutlich unbequemer als die erste in Erinnerung, doch was soll’s!).

Da wir am Sonntag gemeinsam mit meiner Gastfamilie Mittag essen wollten, nahmen wir das zum Anlass um auszuschlafen (nun ja, so gut es ging halt), doch als wir Frühstück zubereiteten, explodierte uns dann gleich einmal der Porridge in der Mikrowelle , weil ich auf die grandiose Idee gekommen war, eine Abdeckhaube zu verwenden (ja, Chefköchin Ronja!) :D. Jedenfalls passte es dann zeitlich leider doch nicht mit dem gemeinsamen Mittag, denn Hanna musste schon 14:45 Uhr ihren Bus in Gloucester nehmen und ich wollte ihr zuvor zumindest noch ein, zwei schöne Ecken dort zeigen, doch zumindest Thea aß mit uns  zusammen (es gab Bangers und Mash und für Hanna einen vegetarischen Ersatz!) und wir drei plauderten ein wenig.

Anschließend wurde sich fleißig bedankt und verabschiedet und schon waren wir wieder unterwegs an unserem dritten und letzten Tag. Erneut war es ein angenehm warmer Tag und in Gloucester angekommen, statten wir der Kathedrale (die Hanna aber natürlich im Vergleich zu ihrer in Canterbury nicht allzu beeindruckend fand) einen schnellen Besuch ab und gönnten uns dann jeder ein Eis bei McDonalds. Leider blieb uns kaum Zeit für etwas anderes und so hetzten wir noch eben zu den Gloucester Quays und dann mussten wir auch schon Abschied voneinander nehmen. Doch hoffentlich sehe ich Bird bald noch einmal in London, denn unser Vorhaben, uns ein West-End-Musical gemeinsam anzuschauen, besteht ja noch immer!

Gloucester in voller Pracht – Gloucester Cathedral und Gloucester Quays (und McDoof-Eis :D)

Im Übrigen stellte Hanna sich im verbitterten Konkurrenzkampf zwischen Cheltenham  und Gloucester (wenn zwei Städte so nah bei einander liegen, gibt es ja immer jene Leute, die auf die eine schwören und solche, die die andere bevorzugen) auf die Seite von letzterem (so eine Verräterin :P!), doch ich möchte an der Stelle anmerken, dass das wahrscheinlich daran liegt, dass ich ihr nur die beiden wirklich bemerkenswert hübschen Orte in Gloucester zeigen konnte und ihr all die heruntergekommenen Viertel erspart blieben – ich für meinen Teil stimme jedenfalls für das vornehme, niedliche Cheltenham.

Nachdem ich Birdy verabschiedet hatte, nutzte ich die Gelegenheit und kaufte gleich noch etwas Süßkram, um einen Osterkorb für meine Gastfamilie zusammenzustellen (es gibt hier in England diese riesigen Schokoostereier, freue mich schon sehr darauf, eins davon zu probieren, doch nachdem Birdy und ich dieses Wochenende so ungesund wie schon lange nicht mehr gegessen habe, warte ich damit lieber noch ein bisschen!) und machte mich dann (nun wieder einsam und allein) auf den Nachhauseweg. Obwohl ich nach den beiden letzten Nächten eigentlich nur noch ins Bett hätte fallen können, wollte ich das schöne Wetter bestmöglich ausnutzen und begleitete darum Duncan, Thea und Kiera auf einen Ausflug in den naheliegenden Pittville Park, wo wir für anderthalb Stunden durch die Gegend spazierten, redeten und ich natürlich die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen konnte, um gleich noch einige Fotos von Wurzeln für “Foundations” zu schießen.

Pittville Park!

Far away, far away…