JESUS!

Tats├Ąchlich breche ich heute – rebellisch, wie ich manchmal bin ­čśŤ – meine Blogtitel-Konventionen, und keine Sorge, ich erhielt nicht pl├Âtzliche Erleuchtung und bin nun eine fanatische Mission├Ąrin, ich beziehe mich wieder auf ein Ereignis.

Ich glaube nicht, dass ich es zuvor erw├Ąhnt hatte, also erkl├Ąre ich es am besten kurz: Um ihren 20. Hochzeitstag am Mittwoch feiern zu k├Ânnen, nahmen sich unsere Gasteltern vorherige Woche einige Tage frei und planten einen Kurzurlaub in London und da es Tasman und mir nicht erlaubt war, unter diesen Umst├Ąnden ohne einen Erziehungsberechtigten zu Hause zu bleiben, wurden wir f├╝r die Zeit zu Carolinas Gastfamilie delegiert. Was echt cool war, da ich Carolina ja nun schon durch London ganz gut kenne und ihre Gastfamilie theoretisch auch n├Ąher an unserer Schule wohnt als unsere (was allerdings entgegen aller Hoffnungen keine positiven Ver├Ąnderungen in unseren Aufstehzeiten zur Folge hatte – wir mussten stattdessen eine Viertelstunde zeitiger aus dem Bett kommen, da der Bus in dieser Richtung recht fr├╝h dran ist).

Wir haben also am Dienstagabend all unsere Sachen gepackt (ich meine gro├če Reisetasche + meine Schultasche, w├Ąhrend Tasman elegant mit einem Rucksack daherkommt, nun gut, effektives Platzmanagement ist halt nicht meine St├Ąrke!) und da wir davor noch Cookies gebacken hatten, nahmen wir auch eine gro├če B├╝chse von diesen mit zu Carolinas Familie und nach dem Abendessen fuhren Duncan und Kiera uns dann r├╝ber nach Innsworth, was einen Randbezirk von Gloucester darstellt. Nachdem man uns unser Zuhause f├╝r die n├Ąchsten 4 Tage gezeigt hatte, lernten wir Carolinas Familie, ein ├Ąlteres Renterp├Ąrchen mit einer riesigen, in aller Welt verstreuten Verwandschaft, ein wenig kennen und vice versa (das habe ich in “A Streetcar named Desire” aufgeschnappt – das einzig wirklich Intelligente, was Stanley je von sich gegeben hat!) und viel mehr gibt es zu diesem Abend eigentlich auch nicht mehr zu sagen. Wir waren alle recht m├╝de und nachdem wir eine Weile mit Carolinas Gasteltern ferngesehen hatten, verschwanden wir bald in unseren Zimmern (Tasman und ich haben uns eins geteilt, was aber eigentlich echt lustig war).

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Am n├Ąchsten Tag gab ich dann eine Runde Cookies in der englischen Gruppe aus, mit der ich fast immer unterwegs bin, und – vielleicht war es nur der Anstand – doch jeder lobte unsere Kreation. Ich glaube, das war dann auch der Tag, an dem ich mich endg├╝ltig entschied, dass mein soziales Leben in England ohne Snapchat ein armseliges sein w├╝rde, als mir Joe (der einzige Junge in der Gruppe) erz├Ąhlte, dass eigentlich niemand Jugendliches hier What’s App h├Ątte, sondern h├Âchstens die Eltern. Also legte ich mir Snapchat zu und nachdem ich gef├╝hlte Ewigkeiten nach einem Namen gesucht habe (und all diejenigen, die mir Vorschl├Ąge unterbreitet haben, f├╝hlt euch jetzt angesprochen, ihr wart nicht sehr hilfreich!), verbrachte ich diesen Abend damit, all die zahlreichen Optionen, Filter und Emojis auszuprobieren (ziemlich verwirrend, das alles).

Donnerstag war der erste Tag, an dem wir wirklich etwas gemeinsam unternahmen, was vor allem (nun gut, einzig und allein) meinem Photography-Kurs geschuldet war, f├╝r den ich unbedingt Bilder brauchte. Also machten wir drei uns auf den Weg zu einer naheliegenden Kirche und glaubt mir bitte eins, ich habe es nie so sehr bereut, meine Schulaufgabe mit jemandem geteilt zu haben! Das Projekt, f├╝r das ich an diesem Tag Fotos schie├čen wollte, nennt sich “This Equals That” und dreht sich im Grunde genommen darum, die gleiche Form in vielen unterschiedlichen Motiven zu entdecken. Ich teilte Carolina und Tasman also mit, ich w├╝rde nach Dreiecken Ausschau halten und die beiden waren unerm├╝dlich – jedes zerkratzte Stra├čenschild, jeder alte, rostige Zaun, jedes vollkommen gew├Âhnliche Dach war in ihren Augen ein gro├čartiges Kunstobjekt, das ich unbedingt in einem Foto verewigen sollte. Ich glaube, wir alle haben noch nie so viele Dreiecke in unserem allt├Ąglichen Umfeld gesehen. An einem bestimmten Punkt nahmen mir Tasman und Carolina sogar das Handy aus der Hand, um selbst das Foto zu machen, weil ich wohl ihrer Meinung nach einfach nicht genug Begeisterung f├╝r all diese h├Âchst ansehnlichen Objekte zeigte. Trotz allem war es ein wahnsinnig lustiger Nachmittag und ich glaube, wir alle hatten viel Spa├č. Irgendwann mittendrin kamen wir auf unsere Nationalhymnen zu sprechen und w├Ąhrend Tasman stolz die australische losschmetterte, mussten Carolina und ich leider feststellen, dass unsere Textsicherheit schnell einige L├╝cken aufwies.

<- Dreieck und so, da wisst ihr Bescheid, was das f├╝r Fotos waren ^.^
<- Dreieck und so, da wisst ihr Bescheid, was das f├╝r Fotos waren ^.^

Die Kirche an sich war ├╝brigens ein ziemlicher Reinfall, wo sie doch kaum anders als ein altes Haus mit einem h├╝bschen Garten aussah, doch zumindest konnte ich einige Nahaufnahmen von den verschiedenen Blumen dort machen. Nach dem Abendbrot fuhr Carolinas Gastdad dann netterweise mit uns noch ein St├╝ck, damit wir uns den malerischen Sonnenuntergang ├╝ber Gloucester anschauen (und fotografisch festhalten) konnten.

Sonnenuntergang mit Carolinas Gastdad :)
Sonnenuntergang mit Carolinas Gastdad ­čÖé

Am Freitag kaufte ich dann endlich ein Ticket f├╝r “Icebreaker”, was ich schon die gesamte Woche vorgehabt hatte, allerdings irgendwie nie dazu gekommen war. “Ticket” bedeutet in dem Fall ├╝brigens einfach ein kleines B├Ąndchen, was man sich um den Arm binden kann, eigentlich keine schlechte Idee. Freue mich ├╝brigens schon sehr auf die Party, sie findet ja nun bereits morgen statt!

Zu Carolinas allt├Ąglichem Schulbus kann ich ├╝brigens nur sagen, dass ich sehr froh war, heute wieder in unserem zu sitzen – so laute, nervige Passagiere habe ich selten gesehen, doch auch die Busfahrerin hatte es faustdick hinter den Ohren, an zwei Tagen lie├č sie den Bus au├čerplanm├Ą├čig am Stra├čenrand halten und schrie durch den Bus, sie w├╝rde nicht eher weiterfahren, bis jedermann sitze oder ├Ąhnliches. Cool war allerdings, dass wir tats├Ąchlich die freie Platzwahl hatten, denn eigentlich hatte immer wenigstens einer von uns in der letzen Stunde “Study” und konnte so schon zeitiger zu den Bussen aufbrechen, die auf dem Schulgel├Ąnde bereitstehen. Und weil man es einfach einmal gemacht haben muss, sicherten wir uns am Donnerstag die vorderen Sitze in der ersten Etage ^.^:

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Freitagabend und Samstag waren allerdings die – meiner Meinung nach – besten Tage, denn weil Carolinas Gasteltern leider keine Karten- oder Brettspiele im Haus hatten, lud ich mir eine App namens “Heads up” herunter, in der es grunds├Ątzlich darum geht, m├Âglichst viele Begriffe einer bestimmten Sorte zu erraten, die die anderen Mitspieler dir zu erkl├Ąren versuchen. Wir hatten etwas ├Ąhnliches bereits in der Schule gespielt und das hat echt Spa├č gemacht, doch der Freitag toppte das locker. Besonders der Pantomimenpart war einfach nur zu gut und das allerbeste war, dass von jeder Runde ein Video aufgenommen wurde, was man sich im Anschluss anschauen konnte. Dieses Spiel stellt ├╝brigens auch den Ursprung meiner ├ťberschrift dar, denn wir drei litten unter einem akuten Lachflash, als Tasman und Carolina mir “Kanadier” mit dem Nennen einiger ber├╝hmter Pers├Ânlichkeiten aus dem Land zu erkl├Ąren versuchten, Carolina “Justin Bieber” sagte, ich allerdings (nein, fragt bitte einfach nicht, welche Synapsen in dem Moment vollkommen falsch verkn├╝pft waren) “The Bibel” verstand und daraufhin freudestrahlend “Jesus” als Antwortm├Âglichkeit vorschlug. Ich sch├Ątze, das ist einer dieser Momente, ├╝ber den man nur dann wirklich lachen kann, wenn man selbst anwesend war, aber jedenfalls haben wir uns danach kaum noch eingekriegt. Und als wir das Spiel am Samstag erneut spielten und Carolina “Justin Bieber” erraten sollte, war nur ein einziges, anscheinend v├Âllig zusammenhangsloses Wort notwendig und sie wusste Bescheid. Es war wohl eindeutig nicht mein Tag, denn kurz darauf sollte ich “Jail” erkl├Ąrt bekommen und verstand statt “Prison”, was Tasman sagte, “Present”, woraufhin ich zu der Ansicht kam, es m├╝sse sich bei dem gesuchten Wort um “Christmas” handeln. Ja, man k├Ânnte da jetzt schon einen religi├Âsen Hintergrund in meinen Antworten erkennen…

"Seifenblasen platzen lassen" war das, soweit ich wei├č xD
“Seifenblasen platzen lassen” war das, soweit ich wei├č xD

Es war jedenfalls echt super und am Samstag setze uns Carolinas Gastdad dann netterweise in Gloucester ab, wo wir die wirklich wundersch├Âne Kathedrale besuchten, in der einige Szenen f├╝r “Harry Potter” gedreht wurden und ich – wer h├Ątte es gedacht – erneut einige Fotos schie├čen konnte. Carolina und Tasman h├Ątten die Kathedrale in vielleicht einer halben Stunde abhaken k├Ânnen, ich wiederum w├Ąre den ganzen Nachmittag besch├Ąftigt gewesen, wenn man mich nur gelassen h├Ątte und so hatten die beiden gef├╝hlt bereits die ganze Kathedrale gesehen, w├Ąhrend ich noch immer vor dieser einen steinernen S├Ąule hockte und versuchte, diesen h├Ąsslichen Engel m├Âglichst schmeichelnd einzufangen. Doch erneut hat es einfach nur Spa├č gemacht, selbst als die beiden eine Szene in Harry Potter nachzuspielen versuchten, in der Ron und Harry (?), etwas erh├Âht stehend, die vorbeigehenden Kinder auslachen – ihr k├Ânnt euch vielleicht vorstellen, welche ehrenvolle Rolle ich unfreiwilligerweise ├╝bernehmen durfte (├╝brigens kenne ich diese Szene (noch) nicht, keine Ahnung, wie sich das wirklich zutr├Ągt, mir wurde es nur so erz├Ąhlt).

Gloucester Cathedral vom Innenhof aus
Gloucester Cathedral vom Innenhof aus
Selfie!!!
Selfie!!!

Wir lie├čen auch ein typisches Foto mit den Harry-Potter-Hallen im Hintergrund von uns aufnehmen und ihr d├╝rft dreimal raten, wer nat├╝rlich die Augen zu hat! Beweis gef├Ąllt?

Jaaa...
Jaaa…

Anschlie├čend folgte noch etwas Shopping und einige weitere Fotos an den Docks und verschiedenen anderen Stellen in der Stadt, die mir ins Auge fielen. Letztendlich sind ziemlich viele der Bilder misslungen, doch einige recht ordentliche sind schon dabei. Und au├čerdem gibt es ja immer noch Photoshop ;). Bei “Cadbury’s World” trafen wir lustigerweise auf Denises Bruder, der auch zwei Gastsch├╝ler bei sich aufgenommen hat, der uns wohl durch einen Zufall erkannt haben muss. Gemeinsam mit seiner Familie werden wir im Oktober dann ├╝ber die Ferien auch nach Cornwall fahren (wird bestimmt echt cool!). ├ťbrigens fanden wir uns erneut bei Subway wieder, doch dieses Mal bestellte keiner von uns einen Cookie, da es unser schlechtes Gewissen nicht zulie├č.

Mittlerweile hatten Carolinas Gasteltern ein altes Dominospiel zum Vorschein gebracht und wir versuchten uns daran, doch ziemlich bald wurde daraus stattdessen unsere eigene Version von “Angry Bird”, als Carolina und Tasman unerbittlich meine architektonischen Meisterleistungen mit ihren eigenen Steinen bombardierten. Am Ende sehen wir dann gemeinsam mit Carolinas Gasteltern die englische Version von “Let’s Dance”, “Come Strictly Dancing”, obwohl ich, wenn ich ehrlich bin, die deutsche Variante bevorzuge.

Sonntagmittag kehrten wir dann zu unserer Gastfamilie zur├╝ck und es ist auch sch├Ân, wieder zur├╝ck zu sein. Inspiriert von dem Musical “The Bodyguard”, was Denise und Duncan angeschaut hatten, sahen wir am Abend den Film dazu und ich verdr├Ąngte meine “English Lit” – HA vollst├Ąndig (ich sollte theoretisch 40 weitere Seiten in “Tess” ┬álesen, doch sind wir mal ehrlich, tut es nicht auch die Zusammenfassung f├╝r jedes Kapitel am Morgen vor der Stunde :P?).

Am heutigen Tag hat sich eigentlich sonst nicht viel ereignet, abgesehen von unserem Trip zur “What-if-Roadshow”, die uns all die m├Âglichen Konsequenzen von unvorsichtigem Fahren n├Ąherbrachte und einen Jungen sogar in Ohnmacht fallen lie├č (woraufhin einige Minuten lang niemand mehr dem Film lauschte) und, endlich, endlich, endlich, meiner ersten Irish Step Stunde hier in England.

Zum Steppen: Auf den ersten Blick hat es mich ein wenig an Ballett erinnert, denn als ich hereinkam, st├╝tzten sich alle in einer Reihe stehend mit einer Hand an der Wand ab und hoben und senkten im Gleichschritt. Generell hat es mir wirklich gut gefallen, wir haben halt sehr viele ├ťbungen mit den “Light Shoes” gemacht, welche ich nicht besitze und nie gelernt habe, deswegen empfahl mir der Tanzlehrer nach der Stunde auch, den ab n├Ąchster Woche laufenden Anf├Ąngerkurs f├╝r Light Shoes zu besuchen. Etwas schade, weil ich auch gern meine Hard Shoes genutzt h├Ątte, nachdem meine Familie sie mir gerade erst zusammen mit einigen anderen Sachen in einem Paket hergeschickt hat.

"What if -Roadshow" und im Anschluss gab es dann mal direkt Werbung f├╝r die lokale Busgesellschaft, nachdem wir jetzt alle vom Autofahren abgeschreckt waren...
“What if -Roadshow” und im Anschluss gab es dann mal direkt Werbung f├╝r die lokale Busgesellschaft, nachdem wir jetzt alle vom Autofahren abgeschreckt waren…
Post aus der Heimat!
Post aus der Heimat!
Zuerst bin ich erst mal direkt bei der falschen Truppe gelandet, so gro├č und verwirrend war das Innere.
Zuerst bin ich erst mal direkt bei der falschen Truppe gelandet, so gro├č und verwirrend war das Innere.

Only run with scissors…

Ein ziemlich merkw├╝rdiger Titel, den ich f├╝r diesen Eintrag gew├Ąhlt habe, doch ich erkl├Ąre das sp├Ąter.

Ebenso schien die ├ťberschrift meines letzten Eintrags wahrscheinlich leicht aus dem Zusammenhang gerissen, denn eigentlich bezog diese sich auf ein Ereignis am Donnerstag direkt, wozu ich aber gar nichts mehr schrieb, so viele andere Sachen kamen mir in den Sinn.

Also noch einmal schnell meine Erkl├Ąrung dazu: Nachdem wir (Tas, Kiera, ich) am Mittwoch einiges an Schulbedarf im ASDA eingekauft hatten, vergas ich dummerweise, mein Portemonnaie wieder in meine Schultasche zu packen. Und nat├╝rlich liefen Tasman und ich am folgenden Donnerstag ungew├Âhnlich sp├Ąt zur Bushaltestelle los und ich warf erst dort einen Blick in meine Tasche, worauhin ich das Fehlen meines Portemonnaies (und damit auch meiner Busfahrkarte) feststellte. Wider besseren Wissens sprintete ich daraufhin noch einmal zur├╝ck zum Haus und es kam wie es kommen musste. Weder Tasman, noch meine Tasche oder der Bus waren irgendwo zu sehen, als ich zur├╝ckkehrte.┬á

Auf den n├Ąchsten Bus h├Ątte ich 40 Minuten warten m├╝ssen und das ohne jegliches Kommunikationsmittel oder eine Uhr (mein Handy war gemeinsam mit Tasman auf dem Weg zur Schule) und da ich es mir sehr peinlich vorstellte, so wieder zu Hause einzureiten, entschied ich mich stattdessen, einige Haltestellen zu laufen. Was nicht meine beste Idee war. Irgendwo muss ich wohl falsch abgebogen sein und so fand mich schlie├člich in der Not, verschiedene Passanten nach dem Weg fragen zu m├╝ssen. Letztendlich marschierte ich dann doch wieder zu meiner urspr├╝nglich Bushaltestelle zur├╝ck, die 40 Minuten hatte ich damit nun auch fast herumgeschlagen. Meine Gastmum fand mich schlie├člich dort, denn sie hatte mich angerufen und mir mehrere Nachrichten geschrieben, die mich aber ja nie erreicht hatten. Sie sagte mir, ich solle einfach den n├Ąchsten Bus nehmen, was ich auch tat. Bemerkenswert an der Stelle: unser englischer Bus ist immer (ich betone: immer!) zu sp├Ąt, die LVB sind sie P├╝nktlichkeit in Person im Vergleich dazu.

Das ist ├╝brigens unser Schulbus
Das ist ├╝brigens unser Schulbus

Lange Rede, wenig Sinn: zu meiner ersten Stunde kam ich einige Minuten zu sp├Ąt (doch mein Lehrer war ein wahrer Gl├╝cksgriff, total entspannt) und verpasste die Registration vollst├Ąndig. Meine Tasche musste ich an der Rezeption abholen (peinlich!). Ich werde mich sehr bem├╝hen, so etwas in Zukunft zu vermeiden.

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Eintrags:

Nachdem wir uns letztes Wochende Gloucester angesehen haben, ging es am dritten WE in England nach Cheltenham, was die deutlich sch├Ânere Stadt ist. Da ich noch immer nicht meinen gesamten Einkaufszettel von letzter Woche abgearbeitet hatte und sogar noch ein neuer Punkt hinzugekommen war (ein Kleid f├╝r die Icebreaker-Party in 9 Tagen), kam mir das sehr gelegen. Gemeinsam mit Tasman machte ich mich zur Mittagszeit mit dem Bus auf zum Stadtzentrum und da in Cheltenham alles sehr viel n├Ąher beieinander liegt, fanden wir auch schnell verschiedene geeignete L├Ąden. Das erste Gesch├Ąft, das wir betraten, war ein Buchladen ­čśŹ , wo ich direkt das Buch fand, was ich unbedingt hatte kaufen wollen (“The Wise Men’s Fear”). Anschlie├čend folgten die Klamottenl├Ąden, Tasman kaufte eine neue Schultasche, einige Schulsachen und einen Jumper, ich eine neue Federmappe, Tintepatronen f├╝r meinen F├╝ller und auch ein Kleid (eine schwere Geburt, glaubt mir).┬á

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Tasman hatte es mir vorgeschlagen und es gefiel mir wirklich gut :)
Tasman hatte es mir vorgeschlagen und es gefiel mir wirklich gut ­čÖé

Was bei mir au├čerdem weit oben auf der Bedarfsliste stand, war eine neue Schere, nachdem mir meine stumpfe Schulschere am Flughafen abgenommen worden war. Als mich der Kassierer im Schreibwarenladen also nach meinem Alter fragte, antwortete ich reichlich verwirrt mit der Wahrheit, woraufhin er mir mitteilte, dass es ihm in diesem Falle verboten sei, mir diese Schere, die ich mir ausgesucht hatte, zu verkaufen, da ich unter 18 war. Ich muss ihn daraufhin sehr ungl├Ąubig angestarrt haben, denn er murmelte irgendwas Entschuldigendes. Und so war ich also noch immer nicht im Besitz einer Schere und langsam beschlich mich das Gef├╝hl, ich w├╝rde f├╝r immer scherenlos bleiben m├╝ssen.

England hat sich jedenfalls reichlich bem├╝ht, doch ich hatte noch einen Joker im ├ärmel, mit dem niemand gerechnet hatte ­čśł. Denn nachdem wir der Stadtbibliothek noch einen Besuch abgestattet hatten, trafen wir uns mit unseren Gastgeschwistern zum Bowlen. Und anschlie├čend begleitete mich mein Gastbruder zu einem der L├Ąden, wo ich endlich meine langersehnte Schere erstehen konnte! Es hat sich noch nie so gut angef├╝hlt, eine Schere in H├Ąnden zu halten, glaubt mir :P.

Vielleicht noch schnell zum Bowling an sich: w├Ąhrend wir noch auf die anderen warteten, spielten Tasman und ich eins dieser typischen Spielehallespielen, wo man mit zwei Pucks sein Tor verteidigen muss und versucht, m├Âglichst das gegnerische Tor zu treffen. Zu meiner Verteidigung, ich habe das noch nie zuvor gespielt, und gegen Tasman verlor ich mit 200 Punkten Abstand ­čśü.

┬áBeim Bowling selbst war mein Erfolg sehr unterschiedlich. In der ersten Runde hatte ich 103 Punkte und wurde 2., in der zweiten klappte gar nichts mehr und ich war erste von hinten. Naja, das ist noch verbesserungsw├╝rdig! Ansonsten hat es aber echt Spa├č gemacht und am Abend schauten wir uns dann den zweiten Harry Potter an (weil ich die Filme so gut wie gar nicht kenne).

Bowling in Cheltenham
Bowling in Cheltenham

Tick tock, hear the clock countdown

Hey Ho,

es scheint wohl zur Gewohnheit zu werden, immer am Donnerstag zu schreiben ;). Mir ist aufgefallen, dass ich in meinem letzten Post lange nicht alles geschrieben habe, was eigentlich geplant war, also bringe ich das jetzt einfach hier mit an.

Zu erst einmal: Das mega coole Daumen-Registrierungs-Ding, was wir in unseren Study-/Gemeinschaftsr├Ąumen haben. Ich w├╝nschte, unsere Schule h├Ątte so etwas. Seit diesem Montag oder Dienstag darf ich das nun auch nutzen, denn man musste sich daf├╝r erst mit der Unterschrift des Erziehungsberechtigten anmelden. Ich habe das Gef├╝hl, das klingt jetzt nicht so cool, wenn ich das hier beschreibe – naja, ihr m├╝sst mir dann wohl einfach glauben, dass es das ist.

Des Weiteren: Am Montag wurden die Schulfotos von allen Sixth Formern gemacht (was mir an dem Tag erst wieder eingefallen ist, als wir schon auf dem Weg zur Schule waren) und, was soll ich sagen, nun… man muss es schon faustdick hinter den Ohren haben, um mir noch Konkurrenz um die h├Ąsslichsten Fotos machen zu k├Ânnen. Die beiden Fotografen standen unter ziemlichem Zeitdruck, denn es sollten m├Âglichst alle Sixth Former (├╝ber 200 Leute) innerhalb der Registrationzeit abgelichtet werden (was sie nat├╝rlich nicht geschafft haben, ich kam z.B. zu English Lit zu sp├Ąt), und so nahm man sich keine Zeit f├╝r eine einzelne Person. Mein Fotograf sagte zu mir nach meinem ersten Foto, ich solle nicht so streng schauen und irgendwie habe ich den Mund ge├Âffnet, um etwas zu erwidern, was genau der Moment war, in dem er abgedr├╝ckt hat. Wirklich ein super Bild. K├Ânnte nicht ├╝berzeugter von der gro├čen Modelkarriere sein, die vor mir liegt. Da die Schulfotos auch ziemlich teuer sind, werde ich wahrscheinlich keins von beiden kaufen.

Fahren wir fort mit dem zus├Ątzlichen Englischunterricht, der allen internationalen, nicht englischen Muttersprachlern zuteil wird. Ich bin wirklich froh, dass ich nicht wie Carolina einen so ung├╝nstigen Stundenplan habe, dass ich Einzelunterricht bei Ms Cody bekomme. Stattdessen werde ich mit Nora unterricht, jeweils einmal pro Woche (A und B) in einer Study-Stunde. Die erste Stunde war f├╝r mich leider noch nicht das ganz gro├če Los, denn Ms Cody hat uns einfachste Vokabeln sehr ausf├╝hrlich erkl├Ąrt. Aber sie meint es ja sicher nur gut. N├Ąchste Woche werden wir dann einen kleinen Multiple-Choice-Test absolvieren, damit sie sich ein Bild von unserem Englischniveau machen kann. Keine Ahnung, von welchem Wissenstand sie da ausgeht, ich bin gespannt (und etwas nerv├Âs). Der Abschluss, auf den wir mit dem extra Englischunterricht hinausarbeiten, nennt sich ├╝brigens International GCSE (ESL – English Secondary Language), was wohl ein, wie der Name schon impliziert, in vielen L├Ąndern anerkannter Abschluss ist. Und da wir dieses Zertifikat ganz bequem in der Schule ohne gro├čen zus├Ątzlichen Aufwand erwerben k├Ânnen, werde ich das auf jeden Fall machen. Man hat mir au├čerdem angeboten, die AS-Level in Deutsch mitzuschreiben, was – wie meine Gastmutter mir erkl├Ąrt hat – wohl so eine Art Dankesch├Ân f├╝r die Schule ist, da dies dann (positiv) mit in ihre Statistiken eingeht.

 

Updates zu meinen F├Ąchern: Mathe scheint tats├Ąchlich so einfach zu sein, wie es den Anschein hat. Wir haben nun auch unseren zweiten Lehrer kennengelernt und er hat erst einmal eine Stunde damit verbracht, uns verschiedene Punkte in ein Koordinatensystem einzeichnen zu lassen, die dann einen h├╝bschen Buchstaben oder ein kleines H├Ąuschen mit Schornstein ergeben. Nun guuut, kann man machen. Naja, schaden kann es mir jedenfalls nicht.

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English Lit macht mir noch immer Spa├č, habe mittlerweile “A Streetcar named Desire” ausgelesen, wir beginnen jetzt, es im Unterricht zu analysieren und es hat mir eigentlich recht gut gefallen. Meiner Meinung nach h├Ątten ein paar mehr unterschiedliche Settings und Gespr├Ąchsthemen dem St├╝ck nicht geschadet (ich verstehe aber auch, dass das einfach nicht notwendig war) und das ist auch so ziemlich mein einziger Kritikpunkt. “Tess” habe ich ebenfalls angefangen, wir sollten bis morgen die ersten 40/50-Seiten lesen und man muss sagen, dass das Buch schon deutlich schwerf├Ąlliger und sprachlich komplizierter daherkommt, doch das wird schon. Wozu habe ich denn sonst mein elektronisches W├Ârterbuch?

Media wird jetzt langsam Ernst, denn wir sollen bis Ende des ersten Terms (21. Oktober, soweit ich mich richtig erinnere) schon unser Storyboard fertiggestellt haben und damit also ziemlich genau wissen, welche Art von Musikvideo wir drehen wollen. Ich habe heute mal eine meiner Study-Stunden mit dem Durchspielen verschiedener Songs und m├Âglichen Videoideen verbracht und am ehesten konnte ich mich bisher mit dem Gedanken, ein erz├Ąhlerisches Video zu “What are you waiting for?” von Nickelback zu gestalten, einfach, weil sich mit dem Songtext recht viel anfangen l├Ąsst. Bin mir nur nicht sicher, wo ich meine Schauspieler herbekommen soll… und meine Kamera… plus Stativ…

Sooo, Schule abgehakt. Nun zum sozialen Bereich:

Ich habe mich diese Woche erneut zu der einen englischen Truppe gesetzt, bei der ich jetzt fast jede Lunchtime, da ich zwei der M├Ądchen w├Ąhrend Media kennengelernt hatte und sie mit danach eingeladen hatten, mit zu ihnen zu kommen, was ich nat├╝rlich sofort angenommen habe. Tasman und ich sehen auch eins der M├Ądchen immer an der Bushaltestelle, sie wohnt ganz in der N├Ąhe von uns und ich bin gestern w├Ąhrend Games mit ihr und ihrer Freundin (welche lustigerweise in einer bilingualen Familie aufgewachsen ist und flie├čend Deutsch sprechen kann) gelaufen (also eigentlich sollten wir eine bestimmte Route joggen, doch es war echt warm drau├čen). Wie schon gesagt, es sind echt nette Leute dabei, doch richtig dazugeh├Ârig f├╝hle ich mich im Moment nicht (was nach 9 Tagen Schule auch nicht wirklich zu erwarten ist). Mit den anderen Austauschsch├╝lern habe ich mich auch ausgetauscht und wir sehen uns ├Âfter in der Kantine, wenn wir uns dort etwas kaufen. (Das Essen ist ├╝brigens vergleichsweise preiswert: 2 Pounds f├╝r ein Schulmittagessen (was allerdings nicht so wahnsinnig lecker ist), au├čerdem gibt es frische Sandwiches, Pasta, S├Ąfte, viele, lecker aussehende Backwaren, kleingeschnittenes Obst etc.).

Und, das h├Ątte ich jetzt fast vergessen: unser Wochende. Am Samstag haben sich alle Austauschsch├╝ler aus Worcestershire und Gloucestershire mit unserem Area Rep Karon in dem Railway Hotel in Gloucester getroffen. Da Tasman und ich sp├Ąt dran waren , hat unser Gastdad uns gefahren und in Gloucester angekommen, waren auch schon alle anderen Sch├╝ler anwesend und eifrig damit besch├Ąftigt, ihre gew├Ąhlten F├Ącher ┬ániederzuschreiben. Und das war es dann eigentlich auch schon fast. Karon fragte uns alle, ob es uns gut gehe und wir irgendwelche Fragen oder Probleme h├Ątten und da es diese nicht zu geben schien, war dss treffen sehr schnell beendet. Das n├Ąchste Mal wird sie uns ┬áin ca. 2-3 Wochen bei unseren Gastfamilien zu Hause besuchen.

Anschlie├čend statteten fast alle Austauschsch├╝ler Gloucester und dessen Gesch├Ąften noch einen Besuch ab. Ich hatte mir einen kleinen Einkaufszettel zusammengestellt, konnte allerdings abgesehen von den beiden simpelsten Dingen, Schokolade (<3) und Deo, nichts finden. Das lag vor allem daran, dass die Gesch├Ąfte in Gloucester ziemlich gestreut ├╝ber das Stadtbild verteilt liegen. Ein richtiger Augenschmaus ist Gloucester nun auch nicht, abgesehen von der wirklich beeindruckenden Kathedrale (wo auch einige Szenen f├╝r Harry Potter gefilmt wurden).

Gemeinsam mit Carolina und Tasman habe ich mich alsbald auf die Suche nach einem typisch englischen Laden namens “Fat face” gemacht, doch nachdem uns Google Maps irgendwo ins Nirgendwo au├čerhalb der Innenstadt gef├╝hrt hatte, gaben wir es schlie├člich auf.

Um uns nicht mit leeren M├Ągen auf den Heimweg begeben zu m├╝ssen, fanden wir uns bei Subway ein, welchen wir zuf├Ąllig nahe des Hotels entdeckt hatten, wo wir auch auf Vaclav, einen anderen Austauschsch├╝ler aus Tschechien, trafen. Etwas, was ich am englischen Subway schon jetzt zu sch├Ątzen wei├č: die Subway-Cookies sind hier viel preiswerter als in Deutschland, 1 kostet 50p, 3 = ┬ú1 und 12 ┬ú3,50, soweit ich mich nicht verlesen habe. Also, 12 halte ich zwar f├╝r ein wenig ├╝bertrieben, doch die drei St├╝ck haben Tasman, Carolina und ich schon z├╝gig verputzt ­čśë (Vaclav hatten wir da noch nicht getroffen).

Carolina, Tasman und ich bei Subway :)
Carolina, Tasman und ich bei Subway ­čÖé
Yummy, yummy, yummy <3
Yummy, yummy, yummy <3

Am Sonntag machten wir dann mit unserer Gastfamilie einen Ausflug zu Frampton Fair, einer Messe, wo es verschiedene l├Ąndliche Professionen und deren Produkte an den St├Ąnden zu betrachten gab, sowie viele Hunde- und Pferdeshows, wovon vor allem meine Gastmum total angetan war.

Viel l├Ąsst sich nicht erkennen, doch das ist eine der Pferdeshows von der Frampton Fair
Viel l├Ąsst sich nicht erkennen, doch das ist eine der Pferdeshows von der Frampton Fair

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I went to bed I was thinking about you, and how it felt when I finally found you…

Mittlerweile haben wir bereits den 06.09.16 und ich sch├Ątze, es ist h├Âchste Zeit, dass ich endlich ├╝ber die letzten Tage berichte. Zuerst einmal, obwohl das eigentlich eher in den London-Post geh├Ârt, doch ich denke, der ist schon so ziemlich umfangreich, war auch unser Abreisetag mit sehr, sehr, sehr viel Warterei verbunden.

Positiv war, dass wir selbst entscheiden konnten, wann wir fr├╝hst├╝cken wollten und ich hatte mich mit Hanna und Carolina verabredet, was auch alles bestens funktionierte. Doch als ich dann p├╝nktlich 9:10 Uhr zusammen mit den anderen 11 Sch├╝lern in Richtung Gloucester/Kidderminster vor unserer Herberge stand, war man dort bereits in Zeitverzug geraten, was sich auch auf die folgenden Busse auswirkte. Und so reisten insgesamt alle Gruppen zeitiger ab als unsere, auch die, die eigentlich erst 9:30 Uhr an der Reihe gewesen w├Ąre. Und wir stiegen erst ca. 10:15 Uhr in unseren Bus, nachdem es da eine ganze Menge Probleme wegen der Parkpl├Ątze gegeben hatte. Ein aufgebrachter Touri-Busfahrer drohte sogar, die Polizei zu rufen, weil er sich nicht in der Lage f├╝hlte, an unseren beiden Reisebussen vorbeizuman├Âvrieren.

Drei dieser Busse sah die Gloucester/Kidderminster-Gruppe abfahren... nur ohne sie an Bord...
Drei dieser Busse sah die Gloucester/Kidderminster-Gruppe abfahren… nur ohne sie an Bord…

Und letztendlich mussten wir 12 Meilen vor Gloucester auch noch eine halbst├╝ndige Pause f├╝r unseren Fahrer einlegen, darum kamen wir erst kurz vor halb 4 am Busbahnhof in Gloucester an, wo unsere Gastfamilien auf uns warteten. Ich glaube, dass war der Moment, in dem ich am (bisher) nerv├Âsesten gewesen bin, als ich meine beiden Gasteltern dort inmitten der anderen Leute stehen sah. Es f├╝hlte sich wahnsinnig komisch an, die Personen, die man f├╝r Monate nur auf Fotos angeschaut hatte, pl├Âtzlich leibhaftig vor sich stehen zu stehen. Gl├╝cklicherweise hatte ich meine australische Gastschwester Tasman, was mich echt beruhigte, als wir die ersten Worte austauschten.

Nach einem kleinen Zwischenfall im Fahrstuhl (dieser r├╝hrte sich nicht mehr, da wir Koffer und Handgep├Ąck von vier Austauschsch├╝lern hineingepackt hatten und die Belastung eindeutig zu gro├č war), begaben wir uns schnell zum n├Ąchsten Schuluniformladen, da Tasman noch alle m├Âglichen Teile brauchte und mir ebenfalls die Blusen fehlten sowie mir au├čerdem noch einen Faltenrock besorgen wollte. Dort war allerdings fast alles ausverkauft und darum fuhren wir zuerst einmal zum Haus unserer Gastfamilie, bevor wir im regionalen ASDA einkaufen gingen, wo wir all unsere ben├Âtigten Kleidungsst├╝cke erhielten.

Blick aus meinem Zimmerfenster

Unsere Gastfamilie besitzt ein kleines, typisch englisches Haus inmitten einer Armee gleichartiger Geb├Ąude – w├╝rden die Stra├čennamen nicht auf diesen gro├čen Schildern stehen, h├Ątte ich mich schon l├Ąngst verlaufen. Mein und Tasmans Zimmer befinden sich auf jeweils einer Seite der Treppe, die ins obere Stockwerk f├╝hrt, sie ist links, ich bin rechts, was ich anfangs als sehr ungewohnt empfand, doch gef├╝hlte hundert Mal rauf- und runterlaufen wirken Wunder in der Hinsicht ;). Ich hatte erwartet, dass sich Probleme wegen der Nutzung der B├Ąder ergeben w├╝rden, denn ein “richtiges” und ein kleines Bad sich nicht wirklich viel f├╝r 7 Personen, doch bisher ist das schon in Ordnung so, wenn man die richtige Zeit abpasst. Mein Zimmer gef├Ąllt mir pers├Ânlich sehr gut, es ist klein , niedlich und wirklich gem├╝tlich. Leider besitze ich keinen Schreibtisch, doch das ist auch nicht zu tragisch, denn ich kann die Hausaufgaben z.B. ┬áunten am K├╝chentisch erledigen.

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Mein Zimmer!

Nachdem wir alle Erledigungen hinter uns gebracht hatten, lernten wir die gesamte Familie kennengelernt (bis Sonntag war der Vater unserer Gastmum da, der jetzt schon seit vielen Jahren in Deutschland lebt und darum auch ziemlich gut Deutsch spricht, was echt lustig war, da ich garantiert kein Deutsch innerhalb der n├Ąchsten Zeit erwartet hatte). Anschlie├čend ├╝bergaben wir unsere Gastgeschenke. Ich hatte neben Milka, Merci und Kinderschokolade f├╝r jeden noch ein kleines individuelles Geschenk und besonders ├╝ber die kleinen Huskies, die ich gebastelt habe, scheinen sie sich sehr gefreut zu haben und sie fanden auch direkt einen Platz auf dem Wohnzimmerregal. ┬áIch habe au├čerdem einen 8-min├╝tigen Film ├╝ber Leipzig zusammengeschnitten, indem ich unser Haus, sowie einige Attraktionen in der Stadt zeige, doch wir haben ihn uns bisher noch nicht angesehen.

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Sie ├Ąhneln eher W├Âlfen oder F├╝chsen als Huskies, doch ich habe mein Bestes gegeben ^.^

Zum Abendessen gab es Pizza und wir gingen au├čerdem den Fragenkatalog von Into durch. Da Tasman und ich beide ziemlich m├╝de waren, gingen wir auch nicht allzu sp├Ąt ins Bett.

Soviel zum Samstag, der Sonntag war dann eigentlich recht ruhig, jeder hat einfach verschiedenste Dinge getan und am Nachmittag gingen wir mit den beiden Huskies und unserem Gastbruder, sowie der j├╝ngeren Gastschwester spazieren und sahen uns ein wenig die Gegend an. Das Essen unserer Gastmum schmeckt bisher immer echt richtig gut, wor├╝ber ich wirklich erleichtert bin, da mir das zu Beginn die meisten Sorgen bereitet hatte, da ich leider eine recht m├Ąkelige Person bin, was das angeht.

The city never sleeps at night…

Mein Zimmer ;)
Mein Zimmer in London ­čśë
Der Hof unserer Herberge
Der Hof unserer Herberge

Vielleicht erst einmal zu unserer Unterkunft in London:

Was mir hier wirklich gut gef├Ąllt, ist die Tatsache, dass jeder ein Einzelzimmer hat. Nat├╝rlich ist es jetzt abends ein wenig einsam, doch andererseits sind wir eh alle ziemlich m├╝de und ersch├Âpft.┬áDas Geb├Ąude an sich scheint auch riesig zu sein und wir treffen uns bisher immer im gro├čen Hof. Wir vermuten, dass unsere Unterkunft normalerweise die Studenten vom King’s College beherbergt, wir sind heute auch zum College hingelaufen, um unser Abendessen einzunehmen.

Tag 1, Mi, 31.08.16:

Ansonsten haben wir am ersten Tag nicht mehr viel unternommen. Wir sind lediglich vom King’s College aus noch ein paar Minuten gelaufen, um zur London-Bridge zu gelangen, wo wir Zeit hatten, einige Fotos zu schie├čen. Da das Wetter sehr angenehm war, recht mild aber mit einem leichten, erfrischenden Wind, hat diese Tour auch richtig gutgetan, wie ich fand. Morgen geht es dann nach Greenwich, worauf ich mich freue, da ich dort noch nicht gewesen bin :).

Hanna, Carolina und ich
Hanna, Carolina und ich ­čôĚ

Tag 2, 01.09. 16

Leider ergaben sich am zweiten Tag bez├╝glich des Wartens keine wesentlichen Verbesserungen. Das zeichnete sich bereits am Morgen ab, als wir uns um 8:00 Uhr auf dem Hof versammelten, allerdings erst 9:00 Uhr zum Fr├╝hst├╝ck gelassen wurden. Daf├╝r schmeckte dieses echt gut, einziges Manko stellte die Tatsache dar, dass wir (ca. 7O Leute) kaum in den Speiseraum gepasst haben und dementsprechend auch die Leute, die weit hinten sa├čen, erst nach langer Zeit ├╝berhaupt ans B├╝ffet rankamen.

Anschlie├čend begaben wir uns auf eine ca. 1:30h-ige Boottour ├╝ber die Themse, welche f├╝r mich sogar noch die interessanteste Aktion dieses Tages darstellte, denn von Greenwich war ich ziemlich entt├Ąuscht, da es abgesehen von dem Nullmeridian nicht viel zu sehen gab, und dieser auch nur, wenn man Eintritt f├╝r das Observatorium bezahlt. Und so standen wir lediglich vor einem Absperrzaun. Einzig und allein wegen des sch├Ânen Blicks auf London hat sich der Aufstieg ├╝berhaupt gelohnt.

Und auch Camden Market konnte mich leider nicht ├╝berzeugen und da wir viel zu viel Zeit (2:30h) f├╝r die Erkundung erhielten, suchten wir uns schon bald einen Park, in dem wir die restliche Zeit verbrachten. Das Abendessen wurde erneut im King’s College serviert und anschlie├čend erz├Ąhlte man uns, dass f├╝r morgen eine Fahrt mit dem London Eye, die Wachabl├Âsung und ein Besuch auf der Oxford Street angesetzt sind. Hoffentlich f├╝hlt sich der morgige Tag nicht ganz so in den Sand gesetzt an, wie der heutige. Daf├╝r war das Wetter heute erneut sehr sch├Ân, warm und sonnig, besser k├Ânnte es eigentlich kaum sein.

Tag 2 in London
Tag 2 in London – rechts in der Mitte: Camden Market und links unten: der Ausblick am Nullmeridian
Darf ich pr├Ąsentieren: der Nullmeridian! Vielleicht k├Ânnt ihr ihn ja zwischen den Gitterst├Ąben erahnen!
Darf ich pr├Ąsentieren: der Nullmeridian! Vielleicht k├Ânnt ihr ihn ja zwischen den Gitterst├Ąben erahnen!

Tag 3, 02.09.16

Heute war es zum Gegensatz zu den vorherigen Tagen bew├Âlkt und gegen Abend begann es sogar ein wenig zu nieseln. Was ja prinzipiell nicht weiter schlimm war, nur leider war die Sicht vom London Eye aus daher nicht ganz so gut. Trotzdem hat man recht weit sehen k├Ânnen und auch die Wachabl├Âsung war sch├Ân anzuschauen, oder w├Ąre sch├Ân anzuschauen gewesen, h├Ątte man viel gesehen und nicht schon mittendrin gehen m├╝ssen, da wir sonst nicht rechtzeitig am Treffpunkt gewesen w├Ąren.

Auf der Oxford Street erhielten wir wieder viel zu viel Zeit (4h) und da uns (erneut) nicht der Sinn nach Shopping stand, liefen wir stattdessen zum Piccadilly Circus, kauften beim Tesco ein, a├čen etwas und da es uns dann drau├čen zu k├╝hl wurde, verkr├╝mmelten wir uns in die National Gallery, wo wir – ganz die klischeehaften, modernen Teenager – eine Stunde mit Quizspielen, Subway Surf und sogar einer Minute Pokemon Go verbrachten (direkt neben uns sa├č ein walross├Ąhnliches Pokemon, das wir direkt fangen konnten ­čśä).

Tag 2 in London - Wachabl├Âsung, London Eye und Picadilly Circus!
Tag 3 in London – Wachabl├Âsung, London Eye und Piccadilly Circus!

Das f├╝r mich gr├Â├čte Ereignis heute war es allerdings, meine australische Gastschwester gefunden zu haben ­čśŐ.

Direkt nach dem Fr├╝hst├╝ck fragte unser Gruppenleiter, wer denn Ronja sei, und sagte mir, dass jemand aus einer anderen Gruppe nach mir suche. Ich war davon im ersten Augenblick etwas ├╝berfordert, denn eigentlich h├Ątten die Australier gar nicht auf diesem Camp sein sollen und ich hatte dann zu zweifeln begonnen, ob meine Gastschwester denn auch wirklich aus Australien stammte oder ich das eventuell vollkommen missverstanden hatte. Nachdem unser Gruppenleiter den Tagesplan erkl├Ąrt hatte, f├╝hrte er mich also zu ihr und es stellte sich heraus, dass man dieses Jahr anscheinend alle Into-Sch├╝ler zusammen auf ein Camp gesteckt hatte, wahrscheinlich, weil es nur so wenig Bewerber f├╝r England gab.

F├╝r mich war das ein ziemlich abrupter Wechsel ins Englische, denn da man die Gruppen nach Nationalit├Ąt eingeteilt hatte, war ich die gesamte Zeit von Deutschen umgeben, mit denen ich dann auch Deutsch sprach, da es keine Notwendigkeit f├╝r Englisch gab bzw. es sich einfach komisch angef├╝hlt h├Ątte, wo wir in Frankfurt uns ja auch alle noch auf Deutsch unterhalten hatten.

Trotzdem hat es nach kurzer Eingewohnungszeit ganz gut funktioniert und wir haben uns eine ganze Weile unterhalten, ├╝ber verschiedene Dinge, die uns halt gerade in den Sinn kamen. Sie hat mir au├čerdem erz├Ąhlt, dass sie nur f├╝r 3 Monate bleiben wird, statt f├╝r 5, da sie nicht so lange von Zuhause wegbleiben und Weihnachten auch lieber in Australien feiern m├Âchte.┬á

Morgen geht es dann 9:10 Uhr weiter zur Gastfamilie und ich bin echt wahnsinnig gespannt, wie das wohl werden wird!