So let’s set the world on fire, we can burn brighter than the sun!

Hier eine kleine Zusammenfassung aller nennenswerten Ereignisse im Januar:

1. Januar, Samstag 

Da es ja auch möglich ist, das halbjährige Austauschprogramm zu wählen, bekam unsere mittlerweile sehr zusammengeschrumpfte Austauschgruppe Anfang Januar Nachwuchs, namentlich: Susanne und Anna aus Österreich, die auch mit uns auf die Chosen Hill gehen. Carolina und ich begegneten den beiden übrigens das erste Mal in Enrichment, wo wir Diskussionen über Freedom of Speech führten und beide in ihrer allerersten Stunde gleich richtig loslegten und rege argumentieren – da fühlten Carolina und ich uns doch gleich recht eingeschüchtert 😅.

Freitag, der 13. (keine Sorge, ich habe mich extra bemüht, weder Salz zu verschütten, noch unter einer aufgestellten Leiter durchzugehen :P!)

An dem Tag stand ein Media-Ausflug zur Gloucestershire University an, was in der Hinsicht erwähnenswert ist, dass es mich gelehrt hat, wie ich mir mein Berufsleben NICHT vorstelle. Womit ich nicht sagen möchte, dass ich den Tag nicht interessant fand (tatsächlich hatten wir (all die Mediaschüler aus meiner Gruppe: Elita, Louise, Laura, Joe und ich) sogar eine ganze Menge Spaß), doch bedauerlicherweise wurde ich damit einer meiner wenigen Ideen für ein Studium beraubt. Doch let’s start at the very beginning (a very good place to start):

Da es eine recht große Auswahl an verschiedenen Schnupperkursen gab, hatten wir uns im Voraus für zwei Angebote entscheiden müssen und ich wählte Journalism und Media Production, wobei ich aber nur an Journalism wirklich interessiert war und als einen möglichen Studiumswunsch in Betracht zog. Nach einer etwas holprigen Busfahrt im engen Chosen-Hill-Minibus (aus irgendeinem Grund öffnete sich die Schiebetür aus heiterem Himmel mitten während der Fahrt, was für einiges Gekreische sorgte ) und der Eröffnung des Tages in einer Art Konferenzhalle (wo wir gefühlte Ewigkeiten auf das Erscheinen der anderen Schulen warten mussten und Laura und ich über Supergirl, ihre Lieblingsserie philosophierten und ich ihr halb versprechen musste, mir zumindest die erste Episode mal anzusehen), wurden wir in Gruppen für die Workshops eingeteilt. Meine Freunde hatten zwar alle andere Kurse gewählt, doch glücklicherweise waren zumindest Andy und Anton – die einzigen Jungs in unserer Mediaklasse (na gut, wir sind ja auch nur 7 Leute) – in meiner Gruppe, wodurch ich mich nicht ganz so allein fühlte. Wir begannen mit Media Production, worin uns verschiedene VR-Produkte und eine High-Tech-Kamera vorgeführt wurden, was zugegebenermaßen ziemlich cool war und anschließend ließ man uns eine Werbekampagne für Superdry (was ja lustigerweise in Cheltenham entsprungen ist) planen und präsentieren (ich habe mich da allerdings wie immer mehr oder weniger im Hintergrund gehalten 😅). Das war also eigentlich eine recht interessante Sache gewesen und nach einer Mittagspause, in der Laura und ich unsere Chips fast hinunterschlingen mussten, ging es auf zu Journalism.

Was schon mal einen recht peinlichen Start mit sich brachte, weil wir in Paaren Head’s Up (keine Ahnung, ob das so heißt, also prinzipiell: man nehme einen Zettel mit dem Namen einer Persönlichkeit, die erraten werden muss und packe ihn auf seine Stirn und stelle dann abwechselnd Fragen) spielen sollten, wobei ich mit einem mir unbekannten, absolut demotivierten Typen spielen musste und meine Persönlichkeit (Michelle Obama) letztendlich nur erraten konnte, weil Andy und Anton mir zur Hilfe kamen und mir zusätzlich der Klebezettel einmal von der Stirn rutschte und ich einige Buchstaben erkennen konnte, tolle Sache! Dann folgte ein kleines Video (https://youtu.be/Xb0P5t5NQWM – ich möchte ehrlich sein, ich war im ersten Moment schon ernsthaft geschockt 😂) mit anschließender Diskussion über den Echtheitsgehalt von Medien und das Ziel eines Journalisten – so weit, so gut. Doch im Anschluss daran sollten wir eine Pressekonferenz für einen erdachten Vorfall in einem Zoo simulieren und Fragen stellen, um anschließend einen kurzen Bericht zu schreiben und beides lief bei mir nicht allzu gut. Ich traute es mir einfach nicht, auch nur irgendwas zu fragen und als ich dann den Artikel innerhalb weniger Minuten abtippen sollte, saß ich vor einer leeren Seite. Ich glaube, ich bin da einfach zu perfektionistisch, um unter Zeitdruck irgendwas halbwegs Vernünftiges zu produzieren und zu schüchtern, um mich gegen die lärmende Menge durchzusetzen. Und ich vermute, das sind wahrscheinlich zwei sehr hinderliche Eigenschaften für einen solchen Beruf. Also in dem Sinne war der Workshop schon wichtig und augenöffnend, doch das heißt leider auch, dass ich hinterher planloser als zuvor bin.

14. Januar, Samstag

Wieder einmal ein Treffen mit unserem Area Rep Karon und noch dazu das letzte für Annina, ebenso wie eines ihrer letzten Wochenenden in England, weswegen Carolina, Britta und ich gemeinsam mit ihr zu Prezzo Essen gingen, wo dieses sehr hübsche Foto geschossen wurde:

Foto folgt bald!

Anschließend stöberten wir durch verschiedene Geschäfte und fanden dann Wilko Überraschungseier, die jeweils einen der Charaktere von Frozen beinhalteten und weil wir alle fanden, dass Sven auf der Verpackung so niedlich aussah, versuchten wir, mithilfe der winzigen Löcher und einer ganzen Menge Geschüttel, vier Svens ausfindig zu machen. Während Carolina und Britta darauf bestanden, dass alle absolut gleich aussähen, konnten Annina und ich manchmal ein Horn hier und einen Huf dort erkennen und nachdem wir dann also alle ein Überwachungsei, was unserer Vermutung nach einen Sven beinhalten sollte, gefunden und gekauft hatten, öffneten wir sie erwartungsvoll. Nuuun, zwar handelte es sich in allen vier Fällen tatsächlich um Svens, nur leider war er nicht annähernd so niedlich, wie er auf dem Aufdruck ausgesehen hatte 😄. Ja, und das ist die Geschichte, wie ABC und ich (sorry, ich wollte diese Abkürzung nur unbedingt einmal verwenden, ich war so begeistert davon, als ich sie entdeckt habe) in den Besitz eines klebrigen, zerknautschten Minisvens kamen.

Nachdem Annina sich verabschiedet hatte, kauften Britta, Carolina und ich dann noch schnell einige, zugegebenermaßen sehr willkürlich ausgewählte Kleinigkeiten (da es nicht wirklich etwas gab, was sie wirklich zu benötigen schien), da Annina, ebenso wie meine Hostmum am kommenden Dienstag Geburtstag hatte. 

17. Januar, Dienstag

Wie bereits erwähnt war es der Geburstag von Denise und Annina. Wir überreichten Annina also ihre Geschenk in der Schule und sie schien damit Freude zu haben – also alles richtig gemacht! Für Denise  stahl ich meine traditionelle Muttertagsgeschenkidee: ich hatte eine CD mit Liedern, von denen ich wusste, dass sie sie mochte, zusammengestellt, denn wir hatten in den letzten Monaten des Öfteren über ihre Lieblingsbands geredet. Sie freute sich sehr und wir hörten uns die CD dann am Abend auch gleich einmal an. Resümee: ein rundum erfolgreicher Tag!

28. Januar, Samstag

An 28. war es dann Zeit für Annina in die Schweiz zurückzukehren – dummerweise hatte ich es am Freitag ganz verpasst, auf Wiedersehen zu sagen, weswegen ich ihr dann am Abend einige Snaps schickte und mich so verabschiedete. Letztendlich hatten wir auch nicht wirklich viel miteinander zutun gehabt; wir waren zusammen in Photography gewesen und ab und zu mal ein freundliches Wort gewechselt, doch genau wie ich hatte sie versucht, sich auf ihre englischen Freunde zu konzentrieren.

Britta, Carolina und ich machten uns am gleichen Tag auf den Weg nach Cirencester, ein kleines, für die Cotwolds typisches Städtchen, wo es eigentlich abgesehen von einer recht hübschen Kirche und einem weitläufigen Park nicht viel zu sehen gab, doch das sollte uns nicht daran hindern, einen echt guten Tag zu haben.

Da Cirencester sich lediglich eine Stunde von Cheltenham entfernt befindet, konnten wir einen regulären Linienbus nehmen und trafen uns darum morgens in Cheltenham. Nachdem wir uns also gefunden hatten und praktisch schon mit einem Fuß im Bus standen, fiel Britta plötzlich wenige Minuten vor Abfahrt ein, dass sie unbedingt noch Geld von Barclays für den heutigen Trip brauchte und ohne uns in ihre Pläne einzuweihen, rannte sie davon und tauchte auch nicht wieder auf. Carolina und ich beäugten also für mehrere Minuten panisch den Bus, der schon den Motor angeschaltet hatte und waren halb belustigt, halb verärgert über Britta mit ihrem berüchtigten Barclaysproblem – wann immer man sich mit ihr trifft, eigentlich kann man sich sicher sein, dass sie irgendwann im Laufe des Tages zu Barclays gehen muss. Das war mir sogar schon damals in Cornwall aufgefallen 😄.

Jedenfalls kam sie dann schließlich angeschlendert und wir machten uns auf die holprige einstündige Fahrt, die aber dank unseres heiteren Geplauders schnell verging. In Cirencester angekommen, wurde dann erst einmal schnell Starbucks für Carolina ausgekundschaftet (das ist die Strategie: finde Carolina einen Starbucks in einem x-beliebigen Nest irgendwo im Nirgendwo und ganz egal, was man anschließend macht und wie langweilig es auch sein mag, sie ist glücklich mit ihrem Drink) und schauten uns anschließend in der Kirche um, wo ich auch sofort meine Kamera herausholte und begann, Bilder für mein finales Projekt (für welches ich mein AS-Level bekommen werde) zu schießen. Als Thema wählte ich Foundations, nach ausführlicher Beratung von Denise und meiner Mum, da alle 8 Themen nicht wirklich traumhaft waren. Und falls ihr euch jetzt fragt, was eine Kirche mit Foundations zu tun hat, *seufz* da seid ihr nicht die ersten.

(Kleiner Einschub: Okay, bringen wir es hinter uns, ich versuche, es zu erklären – ich habe meine PowerPoint-Präsentation nach verschiedenen Defintionen von Foundations gegliedert und eine lautet “to have justification or reason”, ich dachte mir also, Religion ist ja für Gläubige deren Lebensgrundlage und die in der Religion verankerten Prinzipien sind die, nach denen sie ihr Leben richten und womit sie ihr Handeln rechtfertigen.  Ich hatte also dementsprechend einen Photoshoot geplant, der diesen Glauben in Gott zeigte und mir Carolina und Britta als Models angeworben. Wenn die gewusst hätten, worauf sie sich einließen… 👹)

Ich glaube, die beiden hätten mich zwischendrin wirklich verfluchen können, doch letztendlich kam mein Photoshoot von Büchern, Händen und andächtigen Posen zu einem erfolgreichen Ende (auch wenn unsere verstohlen Bilder von einem Gottesdienst abhaltenden Pfarrer leider nicht scharf genug waren…) und wir wanderten eine Weile in dem wirklich hübschen und großen Park umher, der an die Kirche anschloss. Ich machte einige weitere Fotos von balancierenden Füßen und Wurzeln (ja, alles Foundations!) und schließlich fanden wir eine wirklich schöne Stelle an einem kleinen Bach, wo wir dann zahlreiche Selfies (naja, wir haben den Selbstauslöser verwendet, zählt das noch als Selfie?) schossen, bisher meine Lieblingsfotos mit den beiden während unserer gesamten Zeit hier.

Das sind einige unserer zahlreichen Fotos!

Jedenfalls war Cirencester wegen der super guten Stimmung (und nicht so sehr wegen der aufregenden Lokation 😅) ein echt schöner Tag!

Das wäre eigentlich alles für Januar, ich werde etwas ähnliches in nächster Zeit noch für Februar machen!

 

Look to the future now, it’s only just begun!

Um den Rahmen des Dezembereintrages nicht zu sprengen, hier noch mal ein separater für Silvester, der – versprochen, versprochen und wird auch nicht gebrochen – auch nicht so ellenlang wird.

Also prinzipiell haben die Engländer es anscheinend nicht so sehr mit Feuerwerken wie wir, oder zumindest nicht mit selbstgezündeten. Die meisten Personen, die ich fragte, schalteten lediglich den Fernseher an und verfolgten das (zugegebenermaßen schon wirklich phänomenale) Spektakel über London – und so auch wir.

New Year’s feiert meine Gastfamilie traditionellerweise zusammen mit einigen Freunden und deren Familien, doch dieses Jahr war wohl ein Teil der Gruppe unpässlich, weswegen es eine verhältnismäßig kleine Runde wurde.

Gegen späten Nachmittag/frühen Abend fuhren wir alle (mit Ausnahme von Damon, welcher sich mit Freunden verabredet hatte und Kiera, die später hinzukam) zum Haus der anderen Familie, wo wir das Auto parkten und dann die Handvoll Fußminuten zum gut besuchten, lokalen Pub (übrigens wunderbar urig eingerichtet, ich wünschte, ich hätte ein Foto gemacht!) zurücklegten. Dort verbrachten wir dann die ersten paar Stunden, mit sachtem Geplauder über einigen Drinks und irgendwie fühlte sich das so typisch englisch an – wie die Quintessenz des Englischseins, sozusagen. Das lässt sich vielleicht wirklich nicht gut beschreiben, doch es war ein echt nettes Gefühl und obwohl ich Barbesuche normalerweise nicht allzu aufregend finde, gefiel mir dieser ziemlich gut und ich konnte mich auch gelegentlich ins Gespräch einklinken. Das war übrigens auch der Zeitpunkt, zu dem ich herausfand, dass wir nur wenige Minuten von der britischen Regierungskommunikationszentrale (auf Englisch GSHQ  – “Government Communications Headquarters”, also prinzipiell Spionageaction und Konsorten) entfernt wohnen und ich das Gebäude sogar praktisch wöchentlich besuche , wenn ich den Bus dort nehme. Mensch, was dem unaufmerksamen Auge doch alles entgeht… zu meiner Verteidigung: ich laufe nicht tatsächlich buchstäblich an dem Gebäude vorbei, es befindet sich auf der anderen Seite des Kreisverkehrs und obwohl ich es zuvor durchaus registriert hatte, war das eher auf unterbewusster Basis.

Nachdem Duncan zwischendurch Kiera abgeholt hatte, machten wir alle uns auf den Rückweg zum Haus von Sally und Steve. Dort trafen wir dann auch deren Töchter, eine in Kieras Alter und die andere etwas älter als Thea und ich. Es war eine nette Runde und erneut gab es einige Spiele zu spielen, wie z.B. Pferdewetten (worin mein Team am erfolgreichsten war) und ein Alles-über-England-Quiz, welches ich mit Steve spielte und auch recht eindeutig verlor (lediglich mit meinen Fachkenntnissen über die am längsten laufende Londoner West-End-Produktion konnte ich begeistern, naja…).

Zwischendurch rief ich dann zu Hause durch und nachdem wir Chili con carne zum Abendessen hatten, war es auch schon fast Mitternacht. Wir schalteten also den Fernseher ein, schauten zuerst Jools’ Annual Hootenanny, da unter anderem auch UB40 (eine der Lieblingsbands von Denise und Duncan) auftrat und anschließend eine Liveübertragung des Feuerwerks über London (mächtig gewaltig, das könnt ihr mir glauben).

Mit dem Anbruch des neuen Jahres wurde Auld Lang Syne im Fernsehen und bei uns zu Hause angestimmt (jops, ich habe euch eine Version des Songs auf YouTube verlinkt, sollte euch der Name nichts sagen – das war bei mir zum Beispiel der Fall -, ist ein wirklich schönes Volkslied ;)) und wir bildeten alle einen Kreis, fassten uns über Kreuz an den Händen und sangen (nun, in meinem Fall war es eher angetanes Lauschen).

Anschließend wurden Neujahrsglückwünsche ausgetauscht, Sektgläser angestoßen und die Party Poppers flogen nur so durch die Gegend (was bin ich froh, dass wir nicht diejenigen waren, die das nicht am nächsten Tag aufräumen mussten).

Und, wie sich das gehört, gab es für mich auch einige Vorsätze für’s neue Jahr, so nahm ich mir zum Beispiel vor, jetzt regelmäßiger Sport zu treiben und zusätzlich zum wöchentlichen Tanztraining auch zweimal pro Woche joggen zu gehen (mein Zukunfts-Ich wird’s mir danken, hoffe ich).