Don’t stop me now!

Die Wahl dieses Songs für meinen Titel hat zweierlei Gründe: zum Ersten habe ich vor einigen Wochen eine echt interessante Dokumentation über Freddie Mercury gesehen (obwohl die begleitende Schauspielerei schwer zu ertragen war) und mir anschließend gleich mal ein, zwei Queen-Songs heruntergeladen und zweitens (aus erstens resultierend) war dies einer meiner Motivationssongs für mein wöchentliches Joggen. Ich verwende an dieser Stelle bewusst das Präteritum, denn im Moment lasse ich meinen guten Vorsatz für 2017 ein wenig schleifen. Tatsächlich habe ich mich aber über den gesamten Januar und einen großen Teil des Februars stetig gesteigert – anfangs waren es 30 Minuten, dann 35, 40 und zu Hochzeiten auch mal 52. Nun besteht aber vielleicht die Hoffnung, zusätzlich zu meinem allgemeinen Fitnesskurs im Irish Step, auch endlich eine Beginnerklasse zu belegen und dann wäre ich natürlich auf der Stelle bereit, meine verhasste Lauferei aufzugeben.

Nun, ich dramatisiere es vielleicht etwas zu sehr. Ich kann nicht behaupten, dass es mir wirklich Spaß macht und nach den ersten 15 Minuten verfluche ich mich gewöhnlicherweise erst einmal selbst, weil ich mir das Ganze eingebrockt habe (und das auch noch freiwillig), doch eine gewisse, sehr angenehme Genugtuung nach der Absolvierung möchte ich nicht leugnen. Und da Carolina zu dem Zeitpunkt auch wieder aktiv joggen ging, konnten wir uns gegenseitig motivieren (erneut, man beachte die Vergangenheitsform). Doch mit meiner zusätzlichen Tanzstunde sehe ich ja vielleicht schon das Licht am Ende des (Sportdilemma-)Tunnels (Yay, kitschige Redewendungen for the win!).

Was lässt sich sonst noch über den März berichten? (Ist übrigens Wahnsinn, wie schnell die Zeit doch vergeht, wenn man darüber nachdenkt…)

Vielleicht ein paar kleine Updates zu meinen Fächern:

Media – bisher habe ich meine Mock-Ergebnisse noch nicht erhalten, doch da ich bin der festen Meinung, dass ich das Exam vollkommen in den Sand gesetzt habe, kann das meiner Meinung nach auch noch ein Weilchen so bleiben! Soviel zu unserer Theorie, und was die praktischen Stunden angeht: die Arbeit an meinen Musikvideo neigt sich langsam dem Ende entgegen; mir fehlen noch immer die ausschlaggebenden Szenen mit Kiera und meinen Gasteltern, doch abgesehen davon ist alles im Kasten, was aber auch höchste Zeit wird, wo die andere Klasse ihre Videos schon vor zwei Wochen eingereicht und man uns eine Frist für Ende März gesetzt hat. Im Moment ist unsere praktische Mediastunde übrigens mein absolutes Lieblingsfach in Bezug auf die Arbeit an sich (Bearbeiten des Musikvideos) aber vor allem auch wegen der Leute um mich herum – mit Elita, Andy und Anna kommt eigentlich immer ein unterhaltsames Gespräch zustande und die Atmosphäre generell ist echt angenehm und entspannt.

Photography – eigentlich gibt es darüber nicht viel zu berichten, ich arbeite noch immer an einem finalen Projekt zum Thema Foundations, befinde mich momentan aber in einem kleinen kreativen Down, was das angeht, da ich zahlreiche anfängliche Ideen für Fotoshoots bereits ausgeschöpft habe… doch das wird schon wieder, ich muss an der Stelle auch sagen, dass unsere Lehrer sich wirklich bemühen, uns mit Inspiration und Tipps auszuhelfen.

Englisch – nun, ich schätze, das ist das Fach, in welchem ich das meiste… Verbesserungspotential habe, formulieren wir es mal so. Es macht mir durchaus Spaß und ich habe bezüglich der Romane (“Tess” und “A Thousand Splendid Suns”) auch keine Verständnisprobleme, doch die meisten der Gedichte, die wir behandeln, sind einfach nur kryptisch. Und ich halte mich normalerweise für eine Person, die Atomwerke und Industrialisierung in ein einfaches Gedicht über das graue Wetter an der Nordsee interpretieren kann.

Maths – nach unseren mehr oder weniger erfolgreichen Mocks (die schlechtesten Klassenergebnisse, die unsere beiden Mathelehrer je hatten…) dürfen wir jetzt jeden Mittwoch entweder einen Teil unserer Mittagspause opfern oder nach Unterrichtsschluss bleiben, um ein Past Paper für eines der drei Prüfungsthemen zu absolvieren, da unsere Lehrer sich ab sofort weigern, Arbeiten zu benoten, die nicht unter Beaufsichtigung angefertigt wurden. Letzte Woche ging es an ein Core 1-Paper (mit einem erfolgreichen A als Ergebnis!) und heute Statistics 1 (man müsste halt gelegentlich schon mal die benötigten Formeln lernen…), das anscheinend schwierigste aller Themen, Core 2,  steht dann nächste Woche an. Doch prinzipiell würde ich sagen, dass ich Mathe mit großer Wahrscheinlichkeit (ha, ich schreibe sogar schon wie ein Mathematiker! Probability und so!) bestehen dürfte und es wahrscheinlich sogar mein leistungsmäßig stärkstes Fach ist (obwohl ich natürlich im Vergleich zu Amy (meine Banknachbarin und ein Teil der Truppe) trotzdem keinen Schimmer sehe.

Apropos Truppe: leider scheint sich meine englische Gruppe im Moment aufzusplitten; in den Pausen sitzt ein Teil jetzt an einem Tisch, der andere an einem separaten, manchmal am anderen Ende des Raumes. Nicht, dass es einen wirklichen großen Streit oder so etwas gegeben hätte, und wir reden trotzdem alle noch miteinander, doch es ist schon irgendwo schade und ich habe das Gefühl, einige Leute außerhalb des Unterrichts kaum noch zu sehen, z.B. Elita (welche diejenige war, durch die ich die Gruppe überhaupt kennengelernt hatte).

Und was das Schlimmste an der ganzen Sache ist: der Grund könnte kaum banaler sein. Jener Teil, der sich nun vom Rest distanziert hat, Joe, Emily, Elita und Louise hatte vor einer ganzen Weile eine durchgedrehten Parodie eines Videos, das sie im Unterricht gesehen hatten, gefunden und daraus dann einen ganzen Kult mit zahlreichen Insiderjokes entwickelt, was nach einiger Zeit begann, dem uneingeweihten Rest auf die Nerven zu gehen, woraufhin zahlreiche halb scherzhafte Auseinandersetzungen in unserem Facebookgruppenchat folgten und während Emily letzte Woche einen Schultrip nach Venedig unternahm (ja, das ist mal ein cooler Ausflug, würde ich sagen), zogen Joe, Elita und Louisa (ohne jede Erklärung) zu jenem separaten Tisch um und seit Emilys Rückkehr umgeben sie sich prinzipiell mehr mit einigen anderen Venedigteilnehmern. Anfängliche Wiedervereinigungsbemühungen wurden mittlerweile eingestellt und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass unsere Gruppe wieder zusammenfinden wird, doch andererseits war es eh immer schwierig, die unterschiedlichen Interessen von 9 Leuten unter einen Hut zu bringen. Man muss die positive Seite sehen, nicht wahr?

Was ich an der Chosen übrigens sehr schätze, ist, dass es absolut kein Problem darstellt, etwas länger nach Unterrichtsschluss zu bleiben, um z.B. Projekte für Photography oder Media fertigzustellen, da dafür ja spezielle Software benötigt wird, die mir zu Hause nicht zur Verfügung steht. Da Britta ja schon in wenigen Wochen wieder auf dem Weg nach Deutschland ist (8. April – genau ein Monat, fällt mir gerade auf!), haben Carolina und ich beschlossen, ein Fotoalbum als Abschiedsgeschenk anzufertigen und auch dafür eignen sich die freistehenden Kunsträume des DART-Blocks (das Gebäude, in dem alle Kreativfächer stattfinden) ausgezeichnet. Ich kann das so schlecht erklären, doch ohne Britta wird es echt merkwürdig sein, glaube ich. Unser Trio ist irgendwie einfach ein Teil, der unseren ganzen Austausch begleitet hat und obwohl wir alle traurig waren, als Tas damals nach Hause flog, kennen wir drei uns einfach mittlerweile schon viel länger (und über einen geeigneten Treffpunkt nach unserer Rückkehr nach Deutschland wird schon hitzig diskutiert).

Ansonsten gibt es eigentlich momentan nichts weiter zu berichten, entschuldigt, ziemlich viel Geschwafel heute (okay, ich korrigiere: mehr Geschwafel als normalerweise heute), doch der nächste Eintrag wird unter Garantie wieder etwas aufregender, denn für März stehen viele Ereignisse an: am 16. März werde ich gemeinsam mit Kiera, Denise und Duncan das Dodie-Clark-Konzert in Birmingham besuchen mit vorherigem Meet and Greet, welches Kiera gestern gewann. Nur wenige Tage später geht es dann mit meiner Gastfamilie nach Cardiff zur Doctor-Who-Experience und am 25. werden Birdy, Carolina, Britta und ich London unsicher machen!