It’s a beautiful day…

Nun, um bei der Wahrheit zu bleiben, eigentlich ist es ein recht sonderbarer Tag. Auf der einen Seite war es Brittas letzter Tag in England und somit natürlich mit reichlich Verabschiedungen und Umarmungen verbunden. Carolina und ich hatten ihr unser Abschiedsgeschenk ja schon überreicht gehabt, doch auch unsere Tutor Group organisierte eine Abschiedskarte und ließ jeden unterschreiben. Die von Britta gefürchteten Fragen a la “Und, wie hat dir deine Zeit in England gefallen und was hast du während deines Austauschs gelernt?” blieben zu ihrer Erleichterung größtenteils aus, doch dafür durfte sie ihren Tutor-Mitschülern zum Abschied die Hände schütteln (bitte, bitte, lieber Mr. Pearson, haben Sie Gnade mit mir und ersparen Sie mir das, wenn ich nach Hause fliege!).

In der Frühstückspause gab es dann eine Runde Kuchen (den Chocolate Sponge Cake, den Kiera und ich gebacken hatten) für jedermann (momentan teilen sich die Exchangis und meine Gruppe (Laura, Grace, Amy und Jana) einen Tisch in den Pausen, weswegen ich dann peinlicherweise nicht genug Kuchenstücke für alle hatte, da ich ursprünglich nur letzteren und Britta Kuchen versprochen hatte…), was sich irgendwie auch wie eine Abschiedsrunde für Britta anfühlte und nachdem wir einige letzte Gruppenfotos vor der Schule geschossen hatten (wobei ich mir irgendwie total bescheuert vorkam, wie so eine Gruppe Touris 😅), musste Britta sich auch schon auf den Weg nach Hause machen, um ihre restlichen Sachen zu packen und sich auf ihre Heimreise vorzubereiten.

Von links nach rechts: Anna, Susanne, Britta, Carolina, ???

Okay, gut, werdet ihr jetzt sagen. Das ist natürlich alles recht traurig, verständlicherweise, doch wo ist die andere Seite zu meinem einleitenden Satz “auf der einen Seite…”?

Aaaaaalso: nach langem Bitten und einer ganzen Menge Planerei konnten Birdy und ich es organisieren, dass sie mich dieses Wochenende von Freitag bis Sonntag besuchen kommen darf! Mein Rücken wird es mir sicherlich nicht verdanken, denn da wir keine weitere Matratze im Haus haben, werde ich in dem schmalen Bereich zwischen Bett und Wand mit Schlafsack auf dem Boden schlafen, doch das nehme ich in Kauf! Ich kann es ehrlich gesagt immer noch nicht so ganz glauben, dass das wirklich funktioniert!  Denn abgesehen von London kommt wegen der großen Distanz (5-6 Stunden, soweit ich weiß) zwischen uns kaum ein anderer Treffpunkt in Frage. Doch tatsächlich, im Moment sitze ich im Bus nach Cheltenham Town, wo ich mich in wenigen Minuten mit Birdy treffen werde (auch wenn ich gerade noch keine Ahnung habe, wo genau sie sich befindet, doch mit Stagecoach-, Starbucks- und/oder Boots-Wifi wird sich das schon regeln lassen 😊).

Ich berichte später mehr, for now: Ronja out!

Don’t stop me now!

Die Wahl dieses Songs für meinen Titel hat zweierlei Gründe: zum Ersten habe ich vor einigen Wochen eine echt interessante Dokumentation über Freddie Mercury gesehen (obwohl die begleitende Schauspielerei schwer zu ertragen war) und mir anschließend gleich mal ein, zwei Queen-Songs heruntergeladen und zweitens (aus erstens resultierend) war dies einer meiner Motivationssongs für mein wöchentliches Joggen. Ich verwende an dieser Stelle bewusst das Präteritum, denn im Moment lasse ich meinen guten Vorsatz für 2017 ein wenig schleifen. Tatsächlich habe ich mich aber über den gesamten Januar und einen großen Teil des Februars stetig gesteigert – anfangs waren es 30 Minuten, dann 35, 40 und zu Hochzeiten auch mal 52. Nun besteht aber vielleicht die Hoffnung, zusätzlich zu meinem allgemeinen Fitnesskurs im Irish Step, auch endlich eine Beginnerklasse zu belegen und dann wäre ich natürlich auf der Stelle bereit, meine verhasste Lauferei aufzugeben.

Nun, ich dramatisiere es vielleicht etwas zu sehr. Ich kann nicht behaupten, dass es mir wirklich Spaß macht und nach den ersten 15 Minuten verfluche ich mich gewöhnlicherweise erst einmal selbst, weil ich mir das Ganze eingebrockt habe (und das auch noch freiwillig), doch eine gewisse, sehr angenehme Genugtuung nach der Absolvierung möchte ich nicht leugnen. Und da Carolina zu dem Zeitpunkt auch wieder aktiv joggen ging, konnten wir uns gegenseitig motivieren (erneut, man beachte die Vergangenheitsform). Doch mit meiner zusätzlichen Tanzstunde sehe ich ja vielleicht schon das Licht am Ende des (Sportdilemma-)Tunnels (Yay, kitschige Redewendungen for the win!).

Was lässt sich sonst noch über den März berichten? (Ist übrigens Wahnsinn, wie schnell die Zeit doch vergeht, wenn man darüber nachdenkt…)

Vielleicht ein paar kleine Updates zu meinen Fächern:

Media – bisher habe ich meine Mock-Ergebnisse noch nicht erhalten, doch da ich bin der festen Meinung, dass ich das Exam vollkommen in den Sand gesetzt habe, kann das meiner Meinung nach auch noch ein Weilchen so bleiben! Soviel zu unserer Theorie, und was die praktischen Stunden angeht: die Arbeit an meinen Musikvideo neigt sich langsam dem Ende entgegen; mir fehlen noch immer die ausschlaggebenden Szenen mit Kiera und meinen Gasteltern, doch abgesehen davon ist alles im Kasten, was aber auch höchste Zeit wird, wo die andere Klasse ihre Videos schon vor zwei Wochen eingereicht und man uns eine Frist für Ende März gesetzt hat. Im Moment ist unsere praktische Mediastunde übrigens mein absolutes Lieblingsfach in Bezug auf die Arbeit an sich (Bearbeiten des Musikvideos) aber vor allem auch wegen der Leute um mich herum – mit Elita, Andy und Anna kommt eigentlich immer ein unterhaltsames Gespräch zustande und die Atmosphäre generell ist echt angenehm und entspannt.

Photography – eigentlich gibt es darüber nicht viel zu berichten, ich arbeite noch immer an einem finalen Projekt zum Thema Foundations, befinde mich momentan aber in einem kleinen kreativen Down, was das angeht, da ich zahlreiche anfängliche Ideen für Fotoshoots bereits ausgeschöpft habe… doch das wird schon wieder, ich muss an der Stelle auch sagen, dass unsere Lehrer sich wirklich bemühen, uns mit Inspiration und Tipps auszuhelfen.

Englisch – nun, ich schätze, das ist das Fach, in welchem ich das meiste… Verbesserungspotential habe, formulieren wir es mal so. Es macht mir durchaus Spaß und ich habe bezüglich der Romane (“Tess” und “A Thousand Splendid Suns”) auch keine Verständnisprobleme, doch die meisten der Gedichte, die wir behandeln, sind einfach nur kryptisch. Und ich halte mich normalerweise für eine Person, die Atomwerke und Industrialisierung in ein einfaches Gedicht über das graue Wetter an der Nordsee interpretieren kann.

Maths – nach unseren mehr oder weniger erfolgreichen Mocks (die schlechtesten Klassenergebnisse, die unsere beiden Mathelehrer je hatten…) dürfen wir jetzt jeden Mittwoch entweder einen Teil unserer Mittagspause opfern oder nach Unterrichtsschluss bleiben, um ein Past Paper für eines der drei Prüfungsthemen zu absolvieren, da unsere Lehrer sich ab sofort weigern, Arbeiten zu benoten, die nicht unter Beaufsichtigung angefertigt wurden. Letzte Woche ging es an ein Core 1-Paper (mit einem erfolgreichen A als Ergebnis!) und heute Statistics 1 (man müsste halt gelegentlich schon mal die benötigten Formeln lernen…), das anscheinend schwierigste aller Themen, Core 2,  steht dann nächste Woche an. Doch prinzipiell würde ich sagen, dass ich Mathe mit großer Wahrscheinlichkeit (ha, ich schreibe sogar schon wie ein Mathematiker! Probability und so!) bestehen dürfte und es wahrscheinlich sogar mein leistungsmäßig stärkstes Fach ist (obwohl ich natürlich im Vergleich zu Amy (meine Banknachbarin und ein Teil der Truppe) trotzdem keinen Schimmer sehe.

Apropos Truppe: leider scheint sich meine englische Gruppe im Moment aufzusplitten; in den Pausen sitzt ein Teil jetzt an einem Tisch, der andere an einem separaten, manchmal am anderen Ende des Raumes. Nicht, dass es einen wirklichen großen Streit oder so etwas gegeben hätte, und wir reden trotzdem alle noch miteinander, doch es ist schon irgendwo schade und ich habe das Gefühl, einige Leute außerhalb des Unterrichts kaum noch zu sehen, z.B. Elita (welche diejenige war, durch die ich die Gruppe überhaupt kennengelernt hatte).

Und was das Schlimmste an der ganzen Sache ist: der Grund könnte kaum banaler sein. Jener Teil, der sich nun vom Rest distanziert hat, Joe, Emily, Elita und Louise hatte vor einer ganzen Weile eine durchgedrehten Parodie eines Videos, das sie im Unterricht gesehen hatten, gefunden und daraus dann einen ganzen Kult mit zahlreichen Insiderjokes entwickelt, was nach einiger Zeit begann, dem uneingeweihten Rest auf die Nerven zu gehen, woraufhin zahlreiche halb scherzhafte Auseinandersetzungen in unserem Facebookgruppenchat folgten und während Emily letzte Woche einen Schultrip nach Venedig unternahm (ja, das ist mal ein cooler Ausflug, würde ich sagen), zogen Joe, Elita und Louisa (ohne jede Erklärung) zu jenem separaten Tisch um und seit Emilys Rückkehr umgeben sie sich prinzipiell mehr mit einigen anderen Venedigteilnehmern. Anfängliche Wiedervereinigungsbemühungen wurden mittlerweile eingestellt und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass unsere Gruppe wieder zusammenfinden wird, doch andererseits war es eh immer schwierig, die unterschiedlichen Interessen von 9 Leuten unter einen Hut zu bringen. Man muss die positive Seite sehen, nicht wahr?

Was ich an der Chosen übrigens sehr schätze, ist, dass es absolut kein Problem darstellt, etwas länger nach Unterrichtsschluss zu bleiben, um z.B. Projekte für Photography oder Media fertigzustellen, da dafür ja spezielle Software benötigt wird, die mir zu Hause nicht zur Verfügung steht. Da Britta ja schon in wenigen Wochen wieder auf dem Weg nach Deutschland ist (8. April – genau ein Monat, fällt mir gerade auf!), haben Carolina und ich beschlossen, ein Fotoalbum als Abschiedsgeschenk anzufertigen und auch dafür eignen sich die freistehenden Kunsträume des DART-Blocks (das Gebäude, in dem alle Kreativfächer stattfinden) ausgezeichnet. Ich kann das so schlecht erklären, doch ohne Britta wird es echt merkwürdig sein, glaube ich. Unser Trio ist irgendwie einfach ein Teil, der unseren ganzen Austausch begleitet hat und obwohl wir alle traurig waren, als Tas damals nach Hause flog, kennen wir drei uns einfach mittlerweile schon viel länger (und über einen geeigneten Treffpunkt nach unserer Rückkehr nach Deutschland wird schon hitzig diskutiert).

Ansonsten gibt es eigentlich momentan nichts weiter zu berichten, entschuldigt, ziemlich viel Geschwafel heute (okay, ich korrigiere: mehr Geschwafel als normalerweise heute), doch der nächste Eintrag wird unter Garantie wieder etwas aufregender, denn für März stehen viele Ereignisse an: am 16. März werde ich gemeinsam mit Kiera, Denise und Duncan das Dodie-Clark-Konzert in Birmingham besuchen mit vorherigem Meet and Greet, welches Kiera gestern gewann. Nur wenige Tage später geht es dann mit meiner Gastfamilie nach Cardiff zur Doctor-Who-Experience und am 25. werden Birdy, Carolina, Britta und ich London unsicher machen!

I’m the one at the sail, I’m the master of my sea!

Nachdem ich mich in vergangenen Einträgen oft Ausflügen und Festen gewidmet hatte, lasst uns heute mal wieder einen Blick auf akademische Fortschritte werfen, denn Mitte/Ende Februar standen die Mock-Exams für Y12 an.

Mocks sind prinzipiell Vorprüfungen, die auf die richtigen Examen im Sommer vorbereiten und uns einen Einblick in unserem momentanen Leistungsstand geben sollen. Verwendet werden die Aufgaben des vorangegangenen Jahres und um die Stimulation so realitätsnah wie möglich zu gestalten, durften wir natürlich auch in die furchteinflößende Einzeltische-mit-nummerierten-Sitzplätzen-in-Aula-Atmosphäre genießen. Ich sogar gleich dreimal – für die beiden Mathemodule Core 1 und Statistics 1 und anschließend Media. Das mag jetzt vielleicht nicht wirklich viel erscheinen, doch eine große Anzahl an Schülern hatte entweder gar keine oder nur ein oder zwei Mockexamen, da die meisten Fächer Zweijahreskurse mit abschließenden A-Levels sind. Nach einjähriger Belegung sind AS-Levels möglich, welche aber prinzipiell weder Fisch noch Fleisch sind, da sie für eine Lehre nicht vorausgesetzt werden, allerdings aber auch nicht ausreichen, um sich an einer Universität zu bewerben. Ich bin daher eine der wenigen Personen in Y12, die im Sommer überhaupt Prüfungen ablegen (9 Stück insgesamt, soweit ich weiß), für mich ist AS ja aber ideal. Ich hatte das sicher zuvor schon mal erklärt, entschuldigt also, wenn ich mich gerade wiederhole, doch das englische Schulsystem kann manchmal etwas verwirrend sein.

Es ist gruselig, okay?

Einige Wochen zuvor hatten alle Austauschschüler (minus Britta, da sie vor den Examen nach Hause fliegt) bereits die Mocks für unsere IGSCE-Qualifikationen absolviert, welche aber wirklich keine Herausforderung darstellten. Einzig und allein Speaking macht mich ein wenig nervös, da das der Bereich ist, in welchem ich mich einfach schon immer am unsichersten fühlte, doch ich bekomme das schon hin.

Nach unseren einwöchigen Ferien ging es also direkt am Montag (20.Februar) an das erste Mathe-Mock: Core 1. Das ist prinzipiell ein Grundwissenmodul ohne Taschenrechner und das Thema, welches wir schon seit Anfang des Schuljahres behandeln und worin ich mittlerweile (nach anfänglichem U und E) auch ziemlich gut bin (zwischen A und B). Ich bereitete mich darum nur am vorherigen Wochenende mit einigen Past Papers (Tests aus vorangegangenen Jahren) vor und empfand das Examen auch nicht als so schlimm wie erwartet. Vielleicht lag es daran, dass es mein erstes Mock in der Aula war (ich hatte vollkommen vergessen, mir meinen Sitzplatz zu merken, ich irrte dann also anfänglich erst einmal durch die Reihen, bis ich meinen Namen erspähte (ich saß lustigerweise direkt neben Carolina)), denn mein Mock strotzte nur so vor absolut dämlichen Faselfehlern (20+6=14, genau, Ronja, das macht Sinn!) und handelte mir ein fettes D+ ein (welches ohne diese Fehler, die natürlich bei Fragen mit vielen Punkten auftraten) locker ein B oder sogar A gewesen wäre). Nun gut. Was wir allerdings sehr amüsant fanden, war die Tatsache, dass Carolina, welche wirklich gut in Mathe ist, genau die gleiche Punktzahl und damit ebenfalls ein D+ erhielt. War wohl nicht unser Tag. (Abgesehen von Amy, die das einzige A der Klassenstufe schrieb, schien es vielen so zu gehen).

Statistics 1 (wofür ich wirklich Angst gehabt hatte, da wir nie zuvor ein Past Paper durchgegangen waren und ich nicht unbedingt verstehe, warum ich wertvolle Zeit dafür opfern muss, Dutzende Zahlen in chronologischer Reihenfolge niederzuschreiben und dann bis zur mittleren zu zählen und solche Scherze)  lief dafür sehr viel besser als erwartet und obwohl unsere Klasse sich im Nachteil befand, da wir ein Themengebiet noch nicht behandelt hatten und dieses eine recht umfangreiche Frage im Mock erhielt, bekam ich ein B (Yay!).

Nachdem ich am Dienstag also das 90-minütige Stat1-Paper geschrieben hatte, stand kurze Zeit später mein Media Mock mit 2 1/2 Stunden Prüfungszeit an, und auch wenn das  in meinen Ohren anfangs ausreichend klang, geriet ich schnell unter Zeitdruck und konnte die letzte große Aufgabe kaum beginnen. Dazu muss man auch sagen, dass die erste halbe Stunde eigentlich nur darin bestand, einen Ausschnitt aus einer Dokumentation, welchen wir anschließend analysieren sollten, mehrere Male anzuschauen und parallel dazu Notizen zu machen. Hier hätte ich auch dringend ein Wörterbuch benötigt, da mir die korrekte Formulierung mehrere Male einfach nicht einfallen wollte. Und, eine weitere schockierende Erkenntnis: anscheinend ist es mir nicht erlaubt, meinen Tintenkiller in der Prüfung zu verwenden! Ungünstig für jemanden, der sich darauf verlässt, dass jeglicher Müll, den man da zu Papier bringt, bei Bedarf innerhalb weniger Sekunden rückstandslos ausradiert werden kann!

Soviel also zu meinen Mocks, ich hoffe, ich habe euch damit nicht allzu sehr gelangweilt, doch es ich fand es tatsächlich sehr interessant zu sehen, wie gut (oder eben auch nicht) ich in meinen richtigen AS-Prüfungen wäre. Mal schauen, wie es dann im Sommer läuft!

So let’s set the world on fire, we can burn brighter than the sun!

Hier eine kleine Zusammenfassung aller nennenswerten Ereignisse im Januar:

1. Januar, Samstag 

Da es ja auch möglich ist, das halbjährige Austauschprogramm zu wählen, bekam unsere mittlerweile sehr zusammengeschrumpfte Austauschgruppe Anfang Januar Nachwuchs, namentlich: Susanne und Anna aus Österreich, die auch mit uns auf die Chosen Hill gehen. Carolina und ich begegneten den beiden übrigens das erste Mal in Enrichment, wo wir Diskussionen über Freedom of Speech führten und beide in ihrer allerersten Stunde gleich richtig loslegten und rege argumentieren – da fühlten Carolina und ich uns doch gleich recht eingeschüchtert 😅.

Freitag, der 13. (keine Sorge, ich habe mich extra bemüht, weder Salz zu verschütten, noch unter einer aufgestellten Leiter durchzugehen :P!)

An dem Tag stand ein Media-Ausflug zur Gloucestershire University an, was in der Hinsicht erwähnenswert ist, dass es mich gelehrt hat, wie ich mir mein Berufsleben NICHT vorstelle. Womit ich nicht sagen möchte, dass ich den Tag nicht interessant fand (tatsächlich hatten wir (all die Mediaschüler aus meiner Gruppe: Elita, Louise, Laura, Joe und ich) sogar eine ganze Menge Spaß), doch bedauerlicherweise wurde ich damit einer meiner wenigen Ideen für ein Studium beraubt. Doch let’s start at the very beginning (a very good place to start):

Da es eine recht große Auswahl an verschiedenen Schnupperkursen gab, hatten wir uns im Voraus für zwei Angebote entscheiden müssen und ich wählte Journalism und Media Production, wobei ich aber nur an Journalism wirklich interessiert war und als einen möglichen Studiumswunsch in Betracht zog. Nach einer etwas holprigen Busfahrt im engen Chosen-Hill-Minibus (aus irgendeinem Grund öffnete sich die Schiebetür aus heiterem Himmel mitten während der Fahrt, was für einiges Gekreische sorgte ) und der Eröffnung des Tages in einer Art Konferenzhalle (wo wir gefühlte Ewigkeiten auf das Erscheinen der anderen Schulen warten mussten und Laura und ich über Supergirl, ihre Lieblingsserie philosophierten und ich ihr halb versprechen musste, mir zumindest die erste Episode mal anzusehen), wurden wir in Gruppen für die Workshops eingeteilt. Meine Freunde hatten zwar alle andere Kurse gewählt, doch glücklicherweise waren zumindest Andy und Anton – die einzigen Jungs in unserer Mediaklasse (na gut, wir sind ja auch nur 7 Leute) – in meiner Gruppe, wodurch ich mich nicht ganz so allein fühlte. Wir begannen mit Media Production, worin uns verschiedene VR-Produkte und eine High-Tech-Kamera vorgeführt wurden, was zugegebenermaßen ziemlich cool war und anschließend ließ man uns eine Werbekampagne für Superdry (was ja lustigerweise in Cheltenham entsprungen ist) planen und präsentieren (ich habe mich da allerdings wie immer mehr oder weniger im Hintergrund gehalten 😅). Das war also eigentlich eine recht interessante Sache gewesen und nach einer Mittagspause, in der Laura und ich unsere Chips fast hinunterschlingen mussten, ging es auf zu Journalism.

Was schon mal einen recht peinlichen Start mit sich brachte, weil wir in Paaren Head’s Up (keine Ahnung, ob das so heißt, also prinzipiell: man nehme einen Zettel mit dem Namen einer Persönlichkeit, die erraten werden muss und packe ihn auf seine Stirn und stelle dann abwechselnd Fragen) spielen sollten, wobei ich mit einem mir unbekannten, absolut demotivierten Typen spielen musste und meine Persönlichkeit (Michelle Obama) letztendlich nur erraten konnte, weil Andy und Anton mir zur Hilfe kamen und mir zusätzlich der Klebezettel einmal von der Stirn rutschte und ich einige Buchstaben erkennen konnte, tolle Sache! Dann folgte ein kleines Video (https://youtu.be/Xb0P5t5NQWM – ich möchte ehrlich sein, ich war im ersten Moment schon ernsthaft geschockt 😂) mit anschließender Diskussion über den Echtheitsgehalt von Medien und das Ziel eines Journalisten – so weit, so gut. Doch im Anschluss daran sollten wir eine Pressekonferenz für einen erdachten Vorfall in einem Zoo simulieren und Fragen stellen, um anschließend einen kurzen Bericht zu schreiben und beides lief bei mir nicht allzu gut. Ich traute es mir einfach nicht, auch nur irgendwas zu fragen und als ich dann den Artikel innerhalb weniger Minuten abtippen sollte, saß ich vor einer leeren Seite. Ich glaube, ich bin da einfach zu perfektionistisch, um unter Zeitdruck irgendwas halbwegs Vernünftiges zu produzieren und zu schüchtern, um mich gegen die lärmende Menge durchzusetzen. Und ich vermute, das sind wahrscheinlich zwei sehr hinderliche Eigenschaften für einen solchen Beruf. Also in dem Sinne war der Workshop schon wichtig und augenöffnend, doch das heißt leider auch, dass ich hinterher planloser als zuvor bin.

14. Januar, Samstag

Wieder einmal ein Treffen mit unserem Area Rep Karon und noch dazu das letzte für Annina, ebenso wie eines ihrer letzten Wochenenden in England, weswegen Carolina, Britta und ich gemeinsam mit ihr zu Prezzo Essen gingen, wo dieses sehr hübsche Foto geschossen wurde:

Foto folgt bald!

Anschließend stöberten wir durch verschiedene Geschäfte und fanden dann Wilko Überraschungseier, die jeweils einen der Charaktere von Frozen beinhalteten und weil wir alle fanden, dass Sven auf der Verpackung so niedlich aussah, versuchten wir, mithilfe der winzigen Löcher und einer ganzen Menge Geschüttel, vier Svens ausfindig zu machen. Während Carolina und Britta darauf bestanden, dass alle absolut gleich aussähen, konnten Annina und ich manchmal ein Horn hier und einen Huf dort erkennen und nachdem wir dann also alle ein Überwachungsei, was unserer Vermutung nach einen Sven beinhalten sollte, gefunden und gekauft hatten, öffneten wir sie erwartungsvoll. Nuuun, zwar handelte es sich in allen vier Fällen tatsächlich um Svens, nur leider war er nicht annähernd so niedlich, wie er auf dem Aufdruck ausgesehen hatte 😄. Ja, und das ist die Geschichte, wie ABC und ich (sorry, ich wollte diese Abkürzung nur unbedingt einmal verwenden, ich war so begeistert davon, als ich sie entdeckt habe) in den Besitz eines klebrigen, zerknautschten Minisvens kamen.

Nachdem Annina sich verabschiedet hatte, kauften Britta, Carolina und ich dann noch schnell einige, zugegebenermaßen sehr willkürlich ausgewählte Kleinigkeiten (da es nicht wirklich etwas gab, was sie wirklich zu benötigen schien), da Annina, ebenso wie meine Hostmum am kommenden Dienstag Geburtstag hatte. 

17. Januar, Dienstag

Wie bereits erwähnt war es der Geburstag von Denise und Annina. Wir überreichten Annina also ihre Geschenk in der Schule und sie schien damit Freude zu haben – also alles richtig gemacht! Für Denise  stahl ich meine traditionelle Muttertagsgeschenkidee: ich hatte eine CD mit Liedern, von denen ich wusste, dass sie sie mochte, zusammengestellt, denn wir hatten in den letzten Monaten des Öfteren über ihre Lieblingsbands geredet. Sie freute sich sehr und wir hörten uns die CD dann am Abend auch gleich einmal an. Resümee: ein rundum erfolgreicher Tag!

28. Januar, Samstag

An 28. war es dann Zeit für Annina in die Schweiz zurückzukehren – dummerweise hatte ich es am Freitag ganz verpasst, auf Wiedersehen zu sagen, weswegen ich ihr dann am Abend einige Snaps schickte und mich so verabschiedete. Letztendlich hatten wir auch nicht wirklich viel miteinander zutun gehabt; wir waren zusammen in Photography gewesen und ab und zu mal ein freundliches Wort gewechselt, doch genau wie ich hatte sie versucht, sich auf ihre englischen Freunde zu konzentrieren.

Britta, Carolina und ich machten uns am gleichen Tag auf den Weg nach Cirencester, ein kleines, für die Cotwolds typisches Städtchen, wo es eigentlich abgesehen von einer recht hübschen Kirche und einem weitläufigen Park nicht viel zu sehen gab, doch das sollte uns nicht daran hindern, einen echt guten Tag zu haben.

Da Cirencester sich lediglich eine Stunde von Cheltenham entfernt befindet, konnten wir einen regulären Linienbus nehmen und trafen uns darum morgens in Cheltenham. Nachdem wir uns also gefunden hatten und praktisch schon mit einem Fuß im Bus standen, fiel Britta plötzlich wenige Minuten vor Abfahrt ein, dass sie unbedingt noch Geld von Barclays für den heutigen Trip brauchte und ohne uns in ihre Pläne einzuweihen, rannte sie davon und tauchte auch nicht wieder auf. Carolina und ich beäugten also für mehrere Minuten panisch den Bus, der schon den Motor angeschaltet hatte und waren halb belustigt, halb verärgert über Britta mit ihrem berüchtigten Barclaysproblem – wann immer man sich mit ihr trifft, eigentlich kann man sich sicher sein, dass sie irgendwann im Laufe des Tages zu Barclays gehen muss. Das war mir sogar schon damals in Cornwall aufgefallen 😄.

Jedenfalls kam sie dann schließlich angeschlendert und wir machten uns auf die holprige einstündige Fahrt, die aber dank unseres heiteren Geplauders schnell verging. In Cirencester angekommen, wurde dann erst einmal schnell Starbucks für Carolina ausgekundschaftet (das ist die Strategie: finde Carolina einen Starbucks in einem x-beliebigen Nest irgendwo im Nirgendwo und ganz egal, was man anschließend macht und wie langweilig es auch sein mag, sie ist glücklich mit ihrem Drink) und schauten uns anschließend in der Kirche um, wo ich auch sofort meine Kamera herausholte und begann, Bilder für mein finales Projekt (für welches ich mein AS-Level bekommen werde) zu schießen. Als Thema wählte ich Foundations, nach ausführlicher Beratung von Denise und meiner Mum, da alle 8 Themen nicht wirklich traumhaft waren. Und falls ihr euch jetzt fragt, was eine Kirche mit Foundations zu tun hat, *seufz* da seid ihr nicht die ersten.

(Kleiner Einschub: Okay, bringen wir es hinter uns, ich versuche, es zu erklären – ich habe meine PowerPoint-Präsentation nach verschiedenen Defintionen von Foundations gegliedert und eine lautet “to have justification or reason”, ich dachte mir also, Religion ist ja für Gläubige deren Lebensgrundlage und die in der Religion verankerten Prinzipien sind die, nach denen sie ihr Leben richten und womit sie ihr Handeln rechtfertigen.  Ich hatte also dementsprechend einen Photoshoot geplant, der diesen Glauben in Gott zeigte und mir Carolina und Britta als Models angeworben. Wenn die gewusst hätten, worauf sie sich einließen… 👹)

Ich glaube, die beiden hätten mich zwischendrin wirklich verfluchen können, doch letztendlich kam mein Photoshoot von Büchern, Händen und andächtigen Posen zu einem erfolgreichen Ende (auch wenn unsere verstohlen Bilder von einem Gottesdienst abhaltenden Pfarrer leider nicht scharf genug waren…) und wir wanderten eine Weile in dem wirklich hübschen und großen Park umher, der an die Kirche anschloss. Ich machte einige weitere Fotos von balancierenden Füßen und Wurzeln (ja, alles Foundations!) und schließlich fanden wir eine wirklich schöne Stelle an einem kleinen Bach, wo wir dann zahlreiche Selfies (naja, wir haben den Selbstauslöser verwendet, zählt das noch als Selfie?) schossen, bisher meine Lieblingsfotos mit den beiden während unserer gesamten Zeit hier.

Das sind einige unserer zahlreichen Fotos!

Jedenfalls war Cirencester wegen der super guten Stimmung (und nicht so sehr wegen der aufregenden Lokation 😅) ein echt schöner Tag!

Das wäre eigentlich alles für Januar, ich werde etwas ähnliches in nächster Zeit noch für Februar machen!

 

Look to the future now, it’s only just begun!

Um den Rahmen des Dezembereintrages nicht zu sprengen, hier noch mal ein separater für Silvester, der – versprochen, versprochen und wird auch nicht gebrochen – auch nicht so ellenlang wird.

Also prinzipiell haben die Engländer es anscheinend nicht so sehr mit Feuerwerken wie wir, oder zumindest nicht mit selbstgezündeten. Die meisten Personen, die ich fragte, schalteten lediglich den Fernseher an und verfolgten das (zugegebenermaßen schon wirklich phänomenale) Spektakel über London – und so auch wir.

New Year’s feiert meine Gastfamilie traditionellerweise zusammen mit einigen Freunden und deren Familien, doch dieses Jahr war wohl ein Teil der Gruppe unpässlich, weswegen es eine verhältnismäßig kleine Runde wurde.

Gegen späten Nachmittag/frühen Abend fuhren wir alle (mit Ausnahme von Damon, welcher sich mit Freunden verabredet hatte und Kiera, die später hinzukam) zum Haus der anderen Familie, wo wir das Auto parkten und dann die Handvoll Fußminuten zum gut besuchten, lokalen Pub (übrigens wunderbar urig eingerichtet, ich wünschte, ich hätte ein Foto gemacht!) zurücklegten. Dort verbrachten wir dann die ersten paar Stunden, mit sachtem Geplauder über einigen Drinks und irgendwie fühlte sich das so typisch englisch an – wie die Quintessenz des Englischseins, sozusagen. Das lässt sich vielleicht wirklich nicht gut beschreiben, doch es war ein echt nettes Gefühl und obwohl ich Barbesuche normalerweise nicht allzu aufregend finde, gefiel mir dieser ziemlich gut und ich konnte mich auch gelegentlich ins Gespräch einklinken. Das war übrigens auch der Zeitpunkt, zu dem ich herausfand, dass wir nur wenige Minuten von der britischen Regierungskommunikationszentrale (auf Englisch GSHQ  – “Government Communications Headquarters”, also prinzipiell Spionageaction und Konsorten) entfernt wohnen und ich das Gebäude sogar praktisch wöchentlich besuche , wenn ich den Bus dort nehme. Mensch, was dem unaufmerksamen Auge doch alles entgeht… zu meiner Verteidigung: ich laufe nicht tatsächlich buchstäblich an dem Gebäude vorbei, es befindet sich auf der anderen Seite des Kreisverkehrs und obwohl ich es zuvor durchaus registriert hatte, war das eher auf unterbewusster Basis.

Nachdem Duncan zwischendurch Kiera abgeholt hatte, machten wir alle uns auf den Rückweg zum Haus von Sally und Steve. Dort trafen wir dann auch deren Töchter, eine in Kieras Alter und die andere etwas älter als Thea und ich. Es war eine nette Runde und erneut gab es einige Spiele zu spielen, wie z.B. Pferdewetten (worin mein Team am erfolgreichsten war) und ein Alles-über-England-Quiz, welches ich mit Steve spielte und auch recht eindeutig verlor (lediglich mit meinen Fachkenntnissen über die am längsten laufende Londoner West-End-Produktion konnte ich begeistern, naja…).

Zwischendurch rief ich dann zu Hause durch und nachdem wir Chili con carne zum Abendessen hatten, war es auch schon fast Mitternacht. Wir schalteten also den Fernseher ein, schauten zuerst Jools’ Annual Hootenanny, da unter anderem auch UB40 (eine der Lieblingsbands von Denise und Duncan) auftrat und anschließend eine Liveübertragung des Feuerwerks über London (mächtig gewaltig, das könnt ihr mir glauben).

Mit dem Anbruch des neuen Jahres wurde Auld Lang Syne im Fernsehen und bei uns zu Hause angestimmt (jops, ich habe euch eine Version des Songs auf YouTube verlinkt, sollte euch der Name nichts sagen – das war bei mir zum Beispiel der Fall -, ist ein wirklich schönes Volkslied ;)) und wir bildeten alle einen Kreis, fassten uns über Kreuz an den Händen und sangen (nun, in meinem Fall war es eher angetanes Lauschen).

Anschließend wurden Neujahrsglückwünsche ausgetauscht, Sektgläser angestoßen und die Party Poppers flogen nur so durch die Gegend (was bin ich froh, dass wir nicht diejenigen waren, die das nicht am nächsten Tag aufräumen mussten).

Und, wie sich das gehört, gab es für mich auch einige Vorsätze für’s neue Jahr, so nahm ich mir zum Beispiel vor, jetzt regelmäßiger Sport zu treiben und zusätzlich zum wöchentlichen Tanztraining auch zweimal pro Woche joggen zu gehen (mein Zukunfts-Ich wird’s mir danken, hoffe ich).

So here it is, Merry Christmas, everybody’s having fun!


Aufgrund meiner absolut nicht vorbildlichen Vernachlässigung dieser Website während des letzten Monats (ja, ein bisschen Selbstkritik muss sein :D) werde ich in diesem Eintrag einfach eine kleine chronologische Übersicht über besondere Ereignisse im Dezember geben.

Ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, ob ich das zuvor schon einmal erwähnt hatte, doch letztendlich stand ich Ende November mit 7 Adventskalendern da – ich hatte mir ja selbst einen gekauft, dann schenkte mir meine Gastfamilie einen (super niedlich!), von Joe und Elita bekam ich einen zu meinem Geburtstag und die restlichen vier wurden mir von von meinen Eltern und meiner Oms geschickt. Da ich mit dieser Situation nicht nur aus gesundheitlichen sondern auch moralischen Gründen nicht unbedingt glücklich war, gab ich je einen Kalender an meine drei Gastgeschwister ab. Übrigens hatte ich mich über die Vorweihnachtszeit so an meine tägliche Schokoladenzufuhr gewöhnt, dass es mir am 26. Dezember dann sehr merkwürdig vorkam, kein Türchen mehr öffnen zu können.

Wie sich schnell herausstellte, feiern Engländer weder die Adventssonntage noch Nikolaus, weshalb ich es mir zur Aufgabe machte, ihnen das ein wenig näherzubringen. Obwohl wir leider nie ein gemeinsames Kaffeetrinken an den Sonntagen organisieren konnten, stellte ich immer einen kleinen Teller mit einer Auswahl an typischen Weihnachtsleckereien (die mir dank meiner Eltern zur Verfügung standen)  bereit, wovon Duncan und Kiera auch gelegentlich naschten. Am Abend vor Nikolaus kamen Denise und ich aus irgendeinem Grunde auf Weihnachtstraditionen zu sprechen und in diesem Zusammenhang erklärte ich ihr dann auch diese Tradition, woraufhin sie in gespielter Empörung Duncan erzählte, wie gierig wir Deutschen doch sind und uns zusätzlich zu Weihnachten auch schon am 6. Dezember beschenken lassen (obwohl natürlich nur in kleinem Umfang), war wirklich lustig. Und während wir so redeten, kam mir eine Idee, die sich dank der etlichen, mir zugesandten Süßigkeiten auch ohne Probleme umsetzen ließ. So wartete ich also, bis jedermann (abgesehen von Damon, doch da hätte ich noch lange warten können, er hatte entweder Spätschicht oder frei am nächsten Tag) sich in sein Schlafzimmer zurückgezogen hatte und schlich dann mehrere Male die Treppe auf und ab, um mir im Halbdunkel von jeder Person einen Schuh zu stibitzen (es versteht sich von selbst, dass ich natürlich nicht immer den richtigen Schuh zu fassen bekam, verwechselte z.B. Damons Paar mit Theas, glaube ich, doch es geht ja um die Geste) und füllte diese dann in meinem Zimmer mit jeweils einigen Naschereien. Anschließend schrieb ich noch eine kleine Notiz und wollte all das unten ganz klammheimlich positionieren, als (natürlich ausgerechnet in diesem Augenblick) Damon durch den Flur wanderte. Ich bat ihn daraufhin einfach, mich für den Moment zu ignorieren und versprach ihm, er würde morgen sehen, was ich da tat.

Oben: mein Nikolausstrumpf, unten: die Schuhe für meine Gastfamilie
Oben: mein Nikolausstrumpf, unten: die nicht unbedingt vorbildlich sauberen Schuhe meiner Gastfamilie (da es ihr erstes Jahr ist, hat der Nikolaus da mal eine kleine Ausnahme gemacht ;))

Jedenfalls war Denise völlig hin und weg von der Idee und äußerte wiederholt: “Ronja, that is amazing.”, es war tatsächlich sehr niedlich anzuschauen.

Am Freitag der selben Woche fand eine von Schülern der CHS organisierte Quiznight in der Aula statt, woran ich gemeinsam mit Elita, Grace, Britta und Nori im Team teilnahm. Leider hat unser geeintes Genie nicht für den Hauptpreis, 100 Pfund, gereicht, doch Spaß hat es uns trotzdem gemacht. Obwohl der Fokus größtenteils auf weihnachtsspezifischen Fragen lag (tatsächlich kam auch unsere Nikolaustradition darin vor), gab es auch Kategorien wie “Politik”, “Berühmte Persönlichkeiten”, “Song erraten” und einen Chipsgeschmackstest.

Zwei Wochen vor Weihnachten wurde das Haus entsprechend geschmückt, Lichterketten wurden in die Fenster gehängt, eine große Santafigur fand ihren Platz im Flur und der Weihnachtsbaum wurde aufgestellt. Da meine Gastfamilie sich nicht rechtzeitig für einen echten Tannenbaum angemeldet hatte, griffen wir stattdessen auf eine künstliche Variante zurück. Man möchte ja meinen, Leute schaffen sich Kunstbäume an, um den Nadelausfall zu umgehen, nun, dieser Baum verlor mindestens genauso viele Nadeln, wenn nicht sogar mehr, als ein echter getan hätte 😂. Thea und ich bauten ihn mit einiger Mühe auf, Kiera und Denise halfen dann beim Schmücken und obwohl Damon der Meinung war, der Baum würde jedes Jahr gleich aussehen (wahrscheinlich wahr), war ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis ☺.

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum!

Tatsächlich beginnen die Weihnachtsferien in England deutlich zeitiger und dauern auch länger als bei uns in Deutschland an – wir hatten ziemlich genau 2 1/2 Wochen insgesamt – weshalb die darauffolgende Woche auch schon unsere letzte für dieses Jahr (und diesen Term) darstellte. In Anbetracht dessen und um uns auf die Weihnachtszeit einzustimmen, fanden darum auch in der Schule einige besondere Events statt. Am Donnerstag hielt unsere Sixth Form in einer nahe liegenden Kirche einen kleinen Gottesdienst ab (allerdings handelte es sich um eine sehr moderne Kirche, mit kleinen Flachbildschirmen), wo wir sangen (bis ich herausgefunden hatte, um welches Lied es sich handelte, war der Rest schon fast fertig), uns Predigten über die wahre Essenz des Weihnachtsfestes und die Liebe Gottes anhörten und, lustigerweise, einen deutschen Edeka-Werbespot mithilfe jener Monitoren anschauten (total verwirrend, mit gesprochenem Deutsch im Hintergrund und englischen Untertiteln, irgendwie wusste ich gar nicht, worauf ich mich konzentrieren wollte), welcher davon handelte, dass ein älterer Herr seinen eigenen Tod vortäuscht, um die gesamte Familie nach langer Zeit endlich mal wieder für Weihnachten zusammenbringen zu können. Nun, interessante Herangehensweise an dieses Problem, doch vielleicht nicht unbedingt zum Nachmachen geeignet, würde ich mal sagen? Anschließend durften wir uns an Fruchtpunsch und Mince Pies bedienen, bevor wir den Unterricht mit der 2. Stunde regulär fortsetzten.

Allerdings nicht lange, denn Freitag, der 16.12., war unser letzter Schultag und wie es an der Chosen so Tradition ist, findet an jenem der sogenannte “Come-As-You-Like-Day” statt, der prinzipiell genau hält, was er verspricht. Gegen eine 1-Pfund-Spende ist es uns an diesem Tag erlaubt, ohne Schuluniform, bzw. gerade in der Sixth Form, verkleidet zur Schule zu kommen. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, möchte natürlich jede Gruppe ein möglichst kreatives Motto finden und so gab es schon seit Monaten Diskussionen bei uns, denn während man sich anfänglich wohl auf “Superheros” geeinigt hatte (das war noch vor meiner Ankunft), stellte sich nach einiger Zeit heraus, dass nur ein Drittel dies tatsächlich unterstützte. Und so ging es hin und hier, bis ein kleiner Teil sich schließlich unvermeidlicherweise abspaltete für die “Pink Ladies”, während der Rest (mich inkludiert) “Where’s Wally?”, eine englische Kinderbuchreihe, in welcher man Wimmelbilder nach einer ganz bestimmten Person namens Wally absuchen muss, aufgrund der recht guten und nicht zu preisintensiven Umsetzbarkeit wählten. Ab einem bestimmten Punkt wäre ich ehrlich gesagt mit fast jedem Thema einverstanden gewesen, solange wir uns nur auf etwas einigten. Glücklicherweise traf alles rechtzeitig ein und im Vergleich zu vielen anderen Outfits waren unsere auch außerhalb der Schule nicht allzu auffällig, worüber ich nur froh war, da ich ja sowohl auf dem Hin- als auch Rückweg auf den Bus angewiesen bin.

Wallies and Pink Ladies

Die ersten beiden Stunden mit normalem Unterricht verbracht (für mich Doppelmathe – besser geht’s ja gar nicht!), doch anschließend ließ man uns freie Hand. An der Rezeption konnte man Gruppenfotow schießen lassen, in der Lower School Hall fand eine Art Unterhaltsprogramm statt (Idee nicht schlecht, nur leider konnte man in den hinteren Reihen weder vernünftig sehen noch verstehen (reimt sich 😀)) und den krönenden Abschluss bildete ein Sing-along in der Aula. Einmal im Jahr quetscht sich tatsächlich die gesamte Schule (ca. 1400 Schüler) in diese Halle, um gemeinsam die bekanntesten Weihnachtslieder zu singen, wobei Sixth Formern das Privileg, auf der Bühne stehen zu dürfen, vorbehalten ist. Da wir recht spät dazukamen, standen wir so weit hinten, dass wir nicht einmal die anderen Jahrgangsstufen sehen konnten, doch es war wahrscheinlich wirklich eine enge Angelegenheit.

Insgesamt habe ich den Tag sehr genossen und auch die Tatsache, dass unser Bus eine Panne hatte, und Emily und ich insgesamt über eine Stunde an der Haltestelle auf den nächsten warten mussten, trübte meine gute Laune nicht.

Doch nun lasst uns endlich ohne weitere Umschweife zu Weihnachten selbst kommen.

Wie ja gemeinhin bekannt ist, werden Geschenke hier erst am 25. Dezember, Christmas Day, ausgepackt, und selbiges gilt eigentlich auch für die gesamten Feierlichkeiten – all das ist um einen Tag nach hinten verschoben und statt zwei Weihnachtsfeiertagen, gibt es entsprechend nur einen, Boxing Day am 26. Dezember. Das war auch der Grund dafür, dass ich mich am 24., Christmas Eve,  nicht wirklich weihnachtlich fühlte, es war halt tatsächlich eher wie der Tag vor Weihnachten. Kiera, Thea, Denise und ich brachten das Haus auf Vordermann und schauten anschließend “Narnia”, ich skypte mit meiner Familie, abends versuchten wir dann gelegentlich, Santa (oder Father Christmas – der britische Name) mit dem Google-Tracker ausfindig zu machen, stellten, wie es sich traditionellerweise gehört, einen Teller mit Mince Pie und Möhre sowie ein Glas mit Whisky (?), als Stärkung für Santa und seine Rentiere bereit. Um für Christmas Day fit zu sein, gingen wir alle möglichst zeitig zu Bett.

Um mich ganz auf das englische Weihnachten einzustimmen, hatte ich am 24. keines der Pakete, die mir zugeschickt worden waren, geöffnet und musste mich damit auch noch eine ganze Weile gedulden, denn am Morgen war es uns nur erlaubt, ein einziges Geschenk auszupacken (für mich Damons Geschenk, “The Slow Regard of Silent Things” von Patrick Rothfuss (🙏)) , anschließend ging es ab ins Auto (jeder eingemummelt in seinem Christmas Jumper), denn meine Gastfamilie besucht alljährlich um diese Zeit die Gräber verstorbener Familienmitglieder und legt dort Kränze nieder, so also auch dieses Jahr. Übrigens fand ich die kleinen, altenglischen Dörfer und Kirchen, die wir dabei aufsuchten, wirklich interessant und hübsch anzuschauen. Das ist eine Seite Englands, die man als Tourist wahrscheinlich kaum zu sehen bekäme.

Es folgte unser wohlverdientes, leckeres Christmas Lunch, zu welchem wir Christmas Cracker öffneten und die typischen, darin erhaltenen Papierkronen aufgesetzt. Ab diesem Zeitpunkt kam für mich auch tatsächlich Weihnachtsstimmung auf, denn nun folgte die Ausgabe der etlichen Geschenke, die seit dem Morgen rund um den Baum aufgestapelt bereit lagen. Ich brachte auch die Geschenke, die mir zugesandt worden war, darunter ein Paket, welches Mum und Arne für meine Hosties zusammengestellt hatten, mit herunter, war aber außerdem total überrascht über all die lieben Geschenke von Denise und Duncan, unter anderem ein Mary-Berry-Kochbuch, Kuschelsocken und Konzerttickets für Dodie Clark (da Kiera sie unbedingt sehen wollte, werden Denise, Duncan, Kiera und ich genau das im März in Birmingham tun). Mein absolutes absolutes Highlight waren allerdings die Tickets für “Colours of Ostrava”, ein Musikfestival in Tschechien, auf welchem auch Imagine Dragons auftreten werden! Yaaaaaaas!

Die Geschenke, die ich für meine Gastfamilie herausgesucht hatte (größtenteils etwas auf Bands, Serien oder Hobbies Bezogenes), kamen auch sehr gut an und anschließend machten wir uns an die beiden Spiele, die Denise für die traditionstypische Weihnachtsfamilienspielerunde herausgesucht hatte, eines davon beinhaltete eine Art riesiger Plastikzahnspangen, die das Gebiss absolut vorteilhaft zur Geltung bringen, das andere Schlagsahne, welche droht, dir ins Gesicht geklatscht zu werden, solltest du nicht kräftig genug gegen deinen Opponenten buzzern. Insgesamt war letzteres aber nicht so schlimm, wie es klingt, denn sobald klar war, wer die Portion Schlagsahne abbekommen würde, blieb der Person noch genügend Zeit, zurückzuweichen, was jeder instinktiv tat und selbst wenn man diesem Drang widerstand, erwischte es kaum mehr als die Nasenspitze (nur um das an der Stelle anzumerken, mich hätte das sowieso nicht betroffen, denn gegen Kiera habe ich beide Male gewonnen :D).  Wir bevorzugten das erste Spiele, obwohl mein Mund nach einiger Zeit wegen der Plastikzahnklammern zu schmerzen begann. Prinzipiell bestand die Herausforderung darin, Sprichwörter und Zungenbrecher mit diesen Teilen im Mund vorzulesen, welche dann von den anderen erraten werden mussten. Am Anfang fiel das recht schwer, doch mittendrin schienen unsere Ohren sich schlagartig daran gewöhnt zu haben und wir konnten jede Wortgruppe augenblicklich zuordnen.

Boxing Day verbrachten wir bei Duncans Eltern, wo sich die gesamte Verwandschaft versammelte und weitere Geschenke ausgeteilt  wurden. Das alles erinnerte mich doch sehr stark an Zuhause und obwohl alle wirklich freundlich waren und man sogar mich mit jeweils einer Geschenkbox mit Shampoo, Creme etc. bedachte (ehrlich gesagt, keine Ahnung, wann ich das alles verwenden soll und bei gefühlt der Hälfte weiß ich ja noch nicht mal, was das überhaupt ist xD), fühlte ich mich doch ein wenig einsam. Den Großteil der Verwandschaft hatte ich ja noch nie zuvor getroffen und so saß ich eigentlich größtenteils schweigend da und lauschte den anderen Konversationen. Trotzdem war es ein angenehmer Nachmittag, denn nach der Geschenkeausgabe  standen ein Quiz (mit katastrophalem Ausgang meinerseits…) und Pass-the-parcel an und die Stimmung insgesamt war fröhlich und festlich.

 

No, no, no, stick to the stuff you know!

Was geschieht nur mit mir, mögt ihr euch vielleicht fragen, erst 1D, jetzt High School Musical – nun, ich habe halt einiges nachzuholen ;).

Da ich ja nun endlich in die gesamte HSM-Triologie eingeweiht bin (abgesehen von den letzten 10 Minuten von HSM 3, ich habe das noch immer nicht beendet), war ich angetan von der Idee, am 3. Dezember zusammen mit Kiera und Thea zur Schulproduktion des ersten Teils an Kieras Schule zu gehen und war wirklich überrascht, wie sehr ich es tatsächlich genossen habe. Dass Musicals eine solche Wirkung auf mich haben, wusste ich ja schon seit meiner ersten West End – Show “Wicked” im September 2014 (und “Les Mis” dann im darauffolgenden Sommer 💗), doch auch die Schulaufführung fand ich wirklich gut und im Titel genannter Song schwirrt mir seither gelegentlich im Kopf herum. Manchmal wünschte ich wirklich, ich könnte singen!

Durften leider während der Show keine Fotos machen...
Durften leider während der Show keine Fotos machen…

Doch das war nicht das einzig Erwähnenswerte in dieser Woche – am ersten Dezember, einem Donnerstag, ging es für alle Kunstschüler (hätte nie gedacht, dass ich mich mal zu jenen zählen könnte, doch mit Photography bin ich da wohl definitiv dabei) der Sixth Form auf einen Tagesausflug nach London, wo wir zwei verschiedene Kunstmuseen besuchten und zwischendurch etwas Freizeit erhielten, um zum zweiten Treffpunkt zu gelangen, uns mit Lunch zu versorgen (im von Mr McCulla angepriesenen ‘gesunden’ Fast-Food-Restaurant Leon, wo ich lustige gitterförmige Pommes hatte) und auf dem naheliegenden Miniweihnachtsmarkt umzusehen. Lustigerweise machte es Emily, Emily und Laura völlig nervös, dass wir selbstständig mit der Tube von unserem ersten Museum, dem “Victoria & Albert” zum “Tate Modern” reisen sollten, während Britta und ich, welche das oder Ähnliches während unserer Zeit hier ja schon des Öfteren gemacht hatten, da ziemlich gelassen herangingen. Und keine Sorge, wir kamen nicht am anderen Ende Londons heraus, es war tatsächlich nicht allzu kompliziert. 

Selfie auf dem Weg zum Tate Modern

Da ein gerade anlaufendes Projekt “Portraits” ist, hatte uns Mr. McCulla dazu aufgefordert, fremde, interessante Personen auf der Straße oder in einem der Museen anzusprechen, was ich mir allerdings zu dem Zeitpunkt nicht getraut habe. Mittlerweile konnte ich mich allerdings dazu überwinden, ein Friseurduo in Gloucester, von welchem Carolina und Britta sich die Haare schneiden ließen, und – ich weiß, das klingt jetzt echt hart, doch hört mir erst mal zu, einen mit seinem Hund auf der Straße bettelnden Mann angesprochen, doch er war sehr freundlich und ich habe ihm außerdem ein wenig Geld gegeben. Am Ende haben wir Hände geschüttelt und da er mir das wirklich nicht böse zu nehmen schien, fühlte ich mich dann auch nicht mehr ganz so schlecht. Und ich möchte noch hinzufügen, dass dieses Foto wirklich wichtig für mich ist, da ich es nicht nur in “Portraits”, sondern auch in “Documentary” und diesem merkwürdigen “Politics”-Projekt als ein gesellschaftskritisches Bild verwenden kann.

Um diesen Blogeintrag in etwas versöhnlicheren Tönen zu beenden, wollte ich noch schnell zwei, drei Dinge erwähnen, die wir in den letzten Wochen unternommen hatten, allerdings irgendwie nirgendwo in einem der letzten Einträge Platz fanden. 

Also, hierfür müssen wir ein ganzes Stück zurückgehen – wir reden von dem letzten Wochenende vor Tasmans Abflug. Und zwar besuchten Duncan, Kiera, Thea, Tas und ich Oxford, wo Duncan und Thea sich Weihnachtsshopping widmeten und Kiera, Tas und ich ein paar Shops durchstreiften (es gibt ja enorm viele Touristenshops ins Oxford mit den typischen Oxfordpullis, -schals, -mützen, etc., wo Tas und ich sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen könnten, uns einen solchen Hoodie zuzulegen (übrigens seither mein zweitliebstes Überziehteil neben meiner 💋-Strickjacke) und, nach ein wenig Bettelei meinerseits, besuchten wir sogar das Museum of the History of Science. Zufälligerweise begann dort gerade eine kurze Tour durch das Museum, wofür Tas und Kiera dankbar sein sollten, denn hätte es jene nicht gegeben, wäre es mit großer Wahrscheinlichkeit wieder darauf hinausgelaufen, dass jedermann bereits gelangweilt den übernächsten Raum zum zweiten Mal durchwandert, während ich noch immer im ersten festklebe und mir jedes einzelne Schildchen durchlese. So war es z.B. auch in London – hätte Laura mich nicht recht buchstäblich mitgezerrt, wäre ich schon im ersten Raum des V&A verloren gegangen 😅 (das war aber auch eine interessante Ausstellung, mit unterlegter Musik, die sich mit jedem neuen Abschnitt veränderte).

Naja, jedenfalls war das wirklich interessant und anschließend kaufte ich noch zwei kleine Schlüsselanhänger, einen 30 (?)-Jahreskalender für mich und einen Kompass für meinen Bruder, den ich dann auch zu Weihnachten übersandte.

Mein neuer Oxfordhoodie und eine berühmte Tafel, auf welcher Einstein bahnbrechende Rechnungen anstellte...
Mein neuer Oxfordhoodie und eine berühmte Tafel, auf welcher Einstein bahnbrechende Rechnungen anstellte…

Ebenfalls kurz bevor Tas uns verließ, besuchten wir Jumptastic, was prinzipiell einfach eine riesige Halle mit etlichen Trampolins ist und einer Sprunggrube (das hat mir persönlich am meisten Spaß gemacht). Diese Gelegenheit nutzte ich natürlich auch direkt wieder für “Movement”, was zu dem Zeitpunkt fällig wurde, denn Will und Leo beherrschten einige coole Sprünge. Und im Eifer des Gefechts gelang es mir doch tatsächlich, meine Brille in der Sprunggrube zu verlieren, da ich sie – klugerweise – nicht absetzte und sie mir dann beim Aufprall von der Nase rutschte. Das fand ich übrigens nur heraus, weil Britta zufällig genau diesen Sprung aufgenommen hatte 😀. Und so bangte ich also, bis man die Sprunggrube geleert und meine geliebte Brille tatsächlich unversehrt geborgen hatte.

Jumptastic!!
Jumptastic!!

Und noch ein letzter Nachtrag, der Vollständigkeit halber: natürlich konnten wir uns die temporär in Gloucester eröffnete Eisbahn nicht entgehen lassen, weswegen Annina, Carolina und ich an einem Wochenende dem Open Air Ice Rink einen Besuch abstatteten. Spaßige Angelegenheit, da wir alle mehr oder weniger sicher auf dem Eis waren und ich muss gestehen, einmal habe ich auch das Gleichgewicht verloren und wäre fast hingefallen, wenn ich mich nicht mithilfe von Carolina hätte stabilisieren können (welche dafür wahrscheinlich nie wieder mit mir Eislaufen geht 😅).

 1483530702668

It’s my birthday, it’s my birthday, I’mma spend my money!

14804624943551480462000929

Ja, nun ist es wieder einmal soweit: mein Geburtstag ist ins Lande gerückt und wie jedes Jahr hatte ich keine Ahnung, wie ich ihn feiern wollte. Glücklicherweise haben das meine Freunde in der Schule und Denise und Duncan zu Hause übernommen, sodass ich mich am Ende des Tages absolut nicht beschweren kann.

Nachdem ich voller Elan um 6:30 Uhr aufgestanden war (eine halbe Stunde früher als normalerweise, um mir ausreichend zusätzliche Zeit einzuräumen) machte ich mich an dem massiven Paket zu schaffen, welches meine Familie mir zugesandt hatte. Darin befanden sich Geschenke von verschiedenen Personen und bis ich mir die ganz oben befindlichen in Ruhe angesehen hatte, war meine Bonuszeit auch schon vertrödelt und nachdem ich gut gelaunt gefrühstückt und mich angekleidet hatte, wurde meiner Stimmung ein gewaltiger Dämpfer versetzt, als ich niemandem im Haus begegnen konnte (was normalerweise morgens fast nie der Fall war), abgesehen von Kiera, die das Haus immer einige wenige Minuten nach mir verlässt, und diese erwähnte meinen Geburtstag nicht mit einem Wort. Ich hatte also wirklich Sorge, dass sie meinen Geburtstag vergessen hatten und hoffte nur, dass man zumindest in der Schule ein wenig feiern würde. Und ja, das taten wir. Im Bus überreichte Emily mir einen Geburtstagsballon (das ist hier einfach so, zum Geburtstag tragen viele jeweils entweder eine Geburtstagsplakette oder einen jener Ballons mit sich herum, was teilweise sehr peinlich werden kann, wenn man Lehrer wie Mister Baker hat, die dann ein Geburtstagsvideo für die jeweilige Person raussuchen oder, wenn dir vollkommen fremde Mensche über den Platz Geburtstagsglückwünsche zurufen. Ersteres musste ich glücklicherweise nicht über mich ergeben lassen, obwohl wir ihn tatsächlich an diesem Tag hatten und er mir auch einige Fragen stellte und mir von einer herzerwärmenden Chosen-Hill-Tradition (zweifelsohne von und für Jungs) erzählte, welche die Sandgrube beinhaltete, ihr könnt euch also wahrscheinlich vorstellen, wie erpicht ich darauf gewesen wäre. Nach und nach bekam ich dann von jedermann Geschenke, von Carolina bekam ich ein cooles Trinkglas mit Strohhalm (gibt eine Hintergrundgeschichte, falls das jetzt etwas random erscheint), Emily und Laura hatten mir gemeinsam einen total niedlichen Christmasjumper gekauft, weil ich mal erwähnt hatte, dass ich keinen besitze, Amy schenkte mir eine Kette und Schoki, Grace ein wenig Geld, Joe und Elita einen Peppa Pig – Adventskalender und alle hatten eine riesige A3-Geburtstagskarte mit Bildern von uns unterzeichnet, was ich wirklich total lieb fand. All diese Geschenke packte ich allerdings erst während der Frühstückspause aus, zu der Zeit hatten wir auch einen kleinen aber feinen Kuchen, den Emily gekauft hatte und ließen nach einigen eher ungeschickten Selfieversuchen jemanden ein Gruppenfoto schießen.

So intensiv habe ich meinen Geburtstag noch nie in der Schule gefeiert und so viele Geschenke war ich daher auch nicht gewöhnt, doch das war wirklich lieb und als mir Kiera dann ebenfalls gratulierte, mit einem fetten Grinsen im Gesicht und “You thought I forgot it, right!” sowie Denise und Duncan am Abend mit einem £15-Gutschein für WHSmith, welches eine Art Kombination aus Schreibwarenladen und Buchshop ist. Anschließend gab es den Marmorkuchen, den Thea und ich am Tag zuvor gebacken hatten (obwohl sie davor darauf beharrt hatte, mir definitiv nicht helfen zu wollen 😄)  und insgesamt ging ich dann vollkommen glücklich und zufrieden ins Bett :).

Happy End!

I know, I know, I know – for sure! Everybody wanna steal my girl!

Hoffentlich könnt ihr gut nachvollziehen, dass ich nach etwas weniger als 4 Stunden Schlaf nicht unbedingt in der Stimmung bin, einen riesigen Eintrag zu schreiben, doch anlässlich Tasmans Abflug heute morgen muss doch zumindest eine knappe Zusammenfassung her! Am gestrigen Abend verabschiedete sich jedermann von Tas, einige in der Schule (sie selbst war auch erstaunt, wie viele Umarmungen sie von ihr nicht allzu vertrauten Personen bekam), wo Carolina und ich ihr auch eine gemeinsame Karte überreichten sowie einige Süßigkeiten (mein Hauptgeschenk gab ich ihr schon am Donnerstag, damit wir noch genügend Gelegenheit hatten, es auszuprobieren – ein Memoryspiel mit Fotos von unserer Zeit hier als Motive) und nach der Schule machten Annina, Britta, Jane, Tas und ich uns auf den Weg in die Stadt, wo wir zusammen mit Carolina, Will und Spencer bei Nando’s zu Abend aßen (prinzipiell vor allem Hühnchen in verschiedenen Schärfegraden) und anschließend einfach noch ein wenig durch die Stadt schlenderten. Ich holte meine Lieferung bei Superdry ab (Schal, Mütze und Handschuhe, aufeinander abgestimmt – stylisch, stylisch) und dann wanderten wir eigentlich nur noch ziellos über die winzige Version eines Weihnachtsmarkts in Cheltenham, wo wir uns fast alle einen leckeren Nutellacrepe (ja, es ist auch “die Crepe”, aus dem Französischen und so, ich habe das hiermit zur Kenntis genommen und schuldgefühllos ignoriert – ich meine, wie klingt das denn?), bis es Zeit für diverse Abschiede wurde.

Verabschiedung von Tas!

Für heute morgen stellte ich mir den Wecker auf 3 Uhr, doch da ich in den letzten Tagen schon nicht besonders gut geschlafen hatte, war es eine wahre Qual, aus dem Bett zu kommen und Denise musste sowohl bei mir als auch bei Kiera und Thea nachhelfen. Eine Viertelstunde vor 4 Uhr verließen wir dann das Haus, natürlich nicht, bevor sich Tas nicht ganz tränenlos von Denise, die uns nicht zum Flughafen begleiten konnte, verabschiedet hatte und es dauerte nur etwa eine Stunde um nach Birmingham zu gelangen, wo Tas 7:50 Uhr abheben sollte. Das Gepäck wurde aufgegeben und die restliche Wartezeit verbrachten wir bei Costa, jeder mit einer Heißen Schokolade. Im Nachhinein bin ich übrigens gerade viel trauriger als zu diesem Zeitpunkt, wir konnten uns eigentlich sehr gut ablenken, schossen ein paar letzte Selfies und als dann der Moment des endgültigen Abschieds gekommen war, ging es mir so ähnlich wie auf meinem Hinflug. Mir war das Ausmaß der gesamten Angelegenheit überhaupt nicht wirklich bewusst und ich denke, es war wohl besser so. Und da ich noch nie gut in solchen Dingen gewesen bin, fiel mir natürlich nichts Einfühlsameres und Gewichtigeres als “We need to have a snapchat streak” and “Snapchat me when you’ve  arrived” ein. Großes Kino, Ronja. Nun, ich hoffe, sie hat mich auch so verstanden. Und mit einer letzten Umarmung war sie dann auch schon verschwunden. 

1480245953712
Letztes Selfie am Flughafen

Die gesamte Hinfahrt über waren wir bereits sehr still gewesen, die Rückfahrt gestaltete sich ebenso und nachdem ich im Auto bereits eingeschlafen war, verschwendete ich keine Zeit und kroch ca. halb 9 wieder ins Bett, wo ich dann nach einigen anfänglichen Einschlafschwierigkeiten auch bis 11:15 Uhr verblieb.

Ansonsten haben wir heute eigentlich nichts weiter gemacht, wir alle waren ziemlich zerschlagen, ich erledigte einige Hausaufgaben, am Abend gingen Duncan, Thea und ich eine Runde mit Khan und Foxy und vor einigen Minuten beendeten wir “Bridget Jone’s Baby”, woraufhin jeder sich auf den Weg ins Bett machte, was ich jetzt auch gleich tun werde.

Also, insgesamt und abschließend, auch wenn ich weiß, dass sie das niemals lesen wird (mit “Schmetterling”, “Eichhörnchen”, “Wie geht’s?” und einigen eher unschönen Vokabeln ist ihr Deutsch wohl nicht ganz ausreichend), ich bin wahnsinnig froh, Tas als meine Gastschwester gehabt zu haben und ich merke bereits jetzt, wie ich sie vermisse. Einfach die Tatsache, die geschlossene Tür ihres vollständig ausgeräumten Zimmers zu sehen, zum Beispiel, ist irgendwie deprimierend. Oder morgen, wenn ich mich mit Carolina und Annina in Gloucester zum Eislaufen treffe, werde ich das erste Mal allein zum Bus laufen müssen. Aber wir wollen ja jetzt mal nicht sentimental werden, ja, sie lebt wohl tatsächlich am anderen Ende der Welt, doch wer weiß, man sich wiedersieht! Eine Europareise hat sie auf jeden Fall geplant!

PS: Noch eine Anmerkung zum Titel, nein, keine Sorge, ihr habt nichts verpasst, mit 1D habe ich nichts am Hut, doch Tas und Kiera haben dieses Lied gelegentlich gesungen, heute auch am Flughafen, darum musste ich daran denken, und mittlerweile scheine ich es tatsächlich zu mögen!

 

‘Cause I would walk 500 miles and I would walk 500 more!

Ab heute kann Tasman ihre verbleibenden Tage an den Händen abzählen, denn am 26. November geht ihr Rückflug nach Young! Weder sie noch ich können glauben wie schnell die Zeit ab Ende Oktober vergangen ist, insbesondere durch unseren Urlaub in Cornwall (ja, genau, Stichwort “Urlaub”, darüber möchte ich natürlich unbedingt noch schreiben!) und November flog nur so dahin. Nicht mehr lang bis zu meinem Geburtstag und auch Weihnachten rückt immer näher – die Zeit, auf die ich mich am meisten freue und die aber gleichzeitig wahrscheinlich auch am härtesten wird, da ich sicherlich das ein oder andere Mal Heimweh haben werde.

Beginnen wir mit dem letzten Wochenende, an welchem sich das langersehnte Londontreffen ereignete. Damit könnt ihr jetzt vermutlich nichts anfangen, denn ich glaube, ich habe es zuvor nicht erwähnt, also werde ich das eben erklären: aufgrund der großen Entfernung zwischen Birdy und mir war es lange Zeit schwierig, einen möglichst mittig gelegenen Treffpunkt zu finden, denn London gefiel meiner Gastfamilie eigentlich nicht so gut und unser ursprünglicher Windsorplan platzte wegen der schlechten Erreichbarkeit (das Verkehrsnetz ist hier wirklich nicht überragend, wir hätten beide jeweils 4 oder 5 Mal umsteigen müssen). Als Tasman also fragte, ob ich mit ihr gemeinsam zu einem Treffen mit den anderen Australiern (und ein, zwei anderen Austauschschülern) in London gehen wollte, war das die ideale Gelegenheit, gleichzeitig auch Hanna wiederzusehen. 

Opfer müssen gebracht werden, deswegen quälten Tas und ich uns am Samstag (12. November) um 4:45 Uhr aus den Betten (tatsächlich war ich zu diesem Zeitpunkt  kein bisschen müde, doch auf den beiden Busfahrten holte mich mein Schlafmangel flott ein und ich döste so vor mich hin) und nach einer dreistündigen Reise kamen wir kurz vor um 9 Uhr in der Victoria-Busstation an, wo Tas auf ihre ehemalige deutsche Austauschschülerin Emily wartete und ich Hanna empfing. Es war wirklich schön, endlich mal wieder eine vertraute Person um sich zu wissen und da wir nicht wirklich am Shopping interessiert waren (ich erinnere nur ans Orientationcamp), suchten Hanna und ich uns meistens einfach nur ein gemütliches Eckchen zum Schwatzen. Nebenbei schoss ich einige Movementfotos von Birdy, die auf meine Bitte hin zu einem lebendigen Hindernis auf einer geschäftigen Kreuzung zwischen Leicester Square und Chinatown wurde, um eine Slowmotionstandwaage hinzulegen. Das einzige Geschäft, das wir uns wirklich angesehen haben, war die M&M-World (yummy 💗), wo wir neben all den sehr verlockenden aber verdammt teuren Produkten auch jeder drei gratis Kostproben mit Weihnachtsmotiv abstaubten.

1480024832556

Anschließend schlenderten wir – von deutscher Nostalgie überkommen – über den direkt nebenan eröffneten Weihnachtsmarkt, allerdings von der Größe und den Preisen nicht mit unserem in Leipzig vergleichbar – eine Bratwurst 5 Pfund. Ich ließ mich allerdings zu einem Crepe hinreißen und bekam zum Dank einen zerknitterten, halb verbrannten aus der Abfallkategorie (und falls ihr jetzt glaubt, ich würde übertreiben, fragt meine Augenzeugin Birdy 😄), den ich aber natürlich trotzdem mit Appetit verdrückte.

Am späten Nachmittag machte sich dann jedermann auf den Heimweg. Aller Abschied ist schwer, doch die Australier haben schon ein potentielles Treffen in Sydney geplant und Birdy und ich sehen uns hoffentlich nächstes Jahr wieder 🐥!

Nun also endlich zu unserem Urlaub in Cornwall:

Auf geht's!
Auf geht’s!
Darf ich präsentieren: Looe!
Darf ich präsentieren: Looe!

Am Sonntag (23.10.16 – ja, scheint schon wieder Ewigkeiten her zu sein, ich weiß) machten wir uns mit beiden Autos auf die Reise (was ja bei 7 Mann anders auch schwer einzurichten ist) und hielten zwischendurch nur an einer Raststätte, um bei McDonalds Mittag zu essen. Dort trafen wir dann auch zum ersten Mal Britta zusammen mit Gordon und Jane, mit denen wir den Urlaub gemeinsam verbrachten, wenn auch in getrennten Häusern, was wohl neu in diesem Jahr war, da sich die beiden Familien sonst immer ein großes Haus teilten. Unsere Unterkunft war also für die gesamte Familie eine Überraschung und ich denke, niemand war von ihr enttäuscht, denn mit einem Großteil der oberen Etage eines ideal an der Bucht von Looe gelegenen Ferienhauses bot sich uns eine wunderbare Aussicht. Generell eignete sich das kleine malerische Fischerdorf Looe (welches ich lustigerweise bereits mit meiner Familie im Englandurlaub 2015 besucht hatte und mir darum auf eine sehr angenehme Art vertraut vorkam) wahnsinnig gut zum Fotos schießen, was dazu führte, dass man mich einfach nur mit einer Kamera in der Hand nach draußen schicken musste, wenn man für einige Stunden seine Ruhe wollte, unterstützt durch die Tatsache, dass wir, wann immer wir zum Strand oder ins Stadtzentrum wollten, erst einmal von unserer erhöhten Position herabzuwandern und das Wasser zu überqueren hatten (entweder per schnöder Brücke oder aber der 50p-Fähre, die aber aufgrund der Gezeiten nur für eine Hälfte des Tages zur Verfügung stand).

Jups, genau, das ist der Ausblick von unserem Balkon <3!
Unser Ferienwohnungswohnzimmer - hier hatte tatsächlich jeder Platz zum Sitzen!
Unser Ferienwohnungswohnzimmer – hier hatte tatsächlich jeder Platz zum Sitzen!

Was haben wir also an den einzelnen Tagen unternommen? Wirklich erlebnisreich waren eigentlich nur Dienstag und Mittwoch, wo wir Land’s End und Plymouth besuchten, die restliche Zeit verbrachten wir zumeist am Strand, im angestammten Pub oder im sehr geräumigen Wohnzimmer unserer Wohnung. So spielten wir zum Beispiel Basketball nahe der Strandpromenaden, schlenderten über das Banjo (siehe Foto), naschten Crepes (nachdem wir eine gefühlte Ewigkeit damit verbracht hatten, die Gasse wiederzufinden, in welcher ich die Creperie erspähte), stellten ein Foto, welches ich damals von meiner Familie geschossen hatte, mit meiner Gastfamilie nach (gelang uns tatsächlich recht gut!) und schauten am Abend jeweils gemeinsam einen Film. Das mag jetzt alles nicht spektakulär klingen, doch tatsächlich war es wirklich schön und am allerbesten gefiel mir die so entspannte, ausgelassene Atmosphäre, die dadurch zu Stande kam, dass jedermann absolut frei war, zu tun und zu lassen, was immer ihm behagte.

Ein paar Bilder in Looe, und das untere zeigt unser "Continental Breakfast", welches wir einmal hatten! Da fühlt man sich doch gleich zu Hause :)
Ein paar Bilder in Looe, und das untere zeigt unser “Continental Breakfast”, welches wir einmal hatten! Da fühlt man sich doch gleich zu Hause 🙂
Nutella-Crepes für jedermann!
Nutella-Crepes für jedermann!
Weist doch Ähnlichkeiten auf, oder ;)?
Weist doch Ähnlichkeiten auf, oder ;)?

Da Gordon und Jane zumeist andere Dinge als wir geplant hatten, welche aber für Britta nicht wirklich interessant waren, war sie den Großteil der Zeit mit uns und übernachtete sogar an zwei Tagen, was kein Problem darstellte, da wir ein praktischerweise ein zusätzliches Bett besaßen. So begleitete sie uns also auch zu Land’s End und Plymouth. Um den südlichsten Punkt Englands zu erreichen waren wir ungefähr 1 1/2 Stunden unterwegs, wenn ich mich richtig erinnere, Britta und ich waren mit Duncan und Damon im Auto unterwegs und während wir auf dem Hinweg eine Version von “Wer bin ich?” spielten, die ich während der fünf quälend langen Tage eines unheimlich monotonen Ferienjobs (Stichwort Moorbeetpflanzen) verinnerlicht hatte, schliefen Britta und ich fast die gesamte Rückfahrt über. Und wie war nun Land’s End, fragt ihr euch wahrscheinlich. Das ganze Szenario lässt sich eigentlich gar nicht beschreiben, ich werde euch wohl einfach ein Foto zeigen müssen.1480812462041

Vielleicht könnt ihr euch jetzt vorstellen, wie wir alle uns fühlten, nachdem wir eine Fahrtzeit von insgesamt drei Stunden in Kauf genommen hatten, um dies betrachten zu können. Die gute Laune wurde dadurch allerdings nur kurzzeitig getrübt, denn es gab trotz allem eine ganze Menge zu tun. Da Land’s End ein sehr touristenlastiger Ort ist, gab es verschiedene Attraktionen wie ein 4D-Kino, das wir 5 Mädels besuchten, etliche Souvenirshops und Essensbuden (besonders lecker waren die Donuts, die Denise für uns alle von einem Stand kaufte, der jeweils nur für einige Minuten kurz vor Beginn der 4D-Kinovorstellungen geöffnet wurde). Natürlich durfte auch ein hübsches Gruppenfoto an dem berühmten Land’s End-Kreuz nicht fehlen, wobei wir allerdings die gebührenfreie Variante wählten und nicht einen professionellen Fotografen sondern passierenden Tourist um ein Foto baten. Prinzipiell ist es nämlich so, dass man für ein Foto direkt am Kreuz zahlen muss, dafür darf man dann allerdings auch einen personalisierten Spruch wie z.B. die Entfernung zur Heimatstadt (832 Meilen für Leipzig) aussuchen, der mit auswechselbaren Buchstaben auf eine eigens dafür kreierte Zeile geschoben werden kann.

1480812711302

Land's End
Land’s End

1477423678234

Nach Plymouth ging es mit dem Bus und da Brittas Kopfhörer defekt waren, teilten wir uns meine und hörten auf dem Hinweg ihre, auf dem Rückweg meine Musik. Erneut handelte es sich um etwas mehr als eine Stunde Fahrtzeit, doch Plymouth (ebenfalls eine Stadt, mit der ich schon flüchtig Bekanntschaft gemacht hatte) war wirklich sehenswert. Es muss an dem Tag wohl recht kühl gewesen sein, denn wir hielten uns lange Zeit in Geschäften (größtenteils Restaurants) auf, doch ich konnte Kiera, Tas und Britta überzeugen, wenigstens die paar Minuten bis zum berühmten Leuchtturm der Stadt zu laufen.

1480815479480

Am letzten Tag konnte ich Kiera für eine kleine Filmingsession zugunsten meines Musikvideos gewinnen, da ich mir die Gelegenheit, diese Bilderbuchumgebung als Schauplatz zu nutzen, nicht entgehen lassen konnte. Ungünstigerweise mangelte es mir an der richtigen Ausrüstung, darum musste ich mit Handykamera und ohne Stativ filmen. Nun, wird werden sehen, was sich daraus machen lässt!

Insgesamt verging der Urlaub viel zu schnell und am Samstag mussten wir uns dann bereits auf den Heimweg machen, mit erneutem Zwischenstop bei McDonalds, wenn ich das anmerken darf. Wirklich sehr lieb von Denise und Duncan war es übrigens, Tas und mich über den gesamten Urlaub hinweg zu Speisen und Getränken einzuladen!

Far away, far away…